Too much rain over paradise oder Hertha bei Gewitter in Belek

(mkl/ub) – Manchmal wird man recht – sagen wir mal – unschmeichelhaft an alte Jugendsünden erinnert. So geschehen heute, als ich die Fotos sah, wie es derzeit in Belek aussieht, Herthas Domizil für das Trainingslager….abgeknickte Palmen, kaputte Bastschirme, dazu noch ein recht ernüchternder Bericht unseres Kollegen Krull vor Ort (Kollege @ubremer sitzt gerade jetzt im Flieger und meldet sich, sobald das Team im Hotel ist)….da schoss es mir plötzlich durch den Kopf: „Too much rain over paradise“, und sofort war da diese einhämmernde Melodie (kann man das so nennen?) in meinem Kopf. Oh man, so was lief wirklich mal auf irgendwelchen Parties. Muss gaaaanz lange her sein.

http://www.youtube.com/watch?v=WrCy7gbtrkQ&feature=related

Ok, bewerten wir die Dinge nicht über. So schrecklich wie das Ereignis damals, das zu diesem Benefiz-Song führte, ist es in Belek natürlich längst nicht. Aber gehagelt hat es heute, und die bereits vor Ort befindlichen Bundesligisten haben schon ganz gut gelitten: Gladbach und Bremen konnten bislang so gut wie nicht im Freien trainieren, Bremens erstes Testspiel musste agesagt werden. Und dei Wetteraussichten sind nicht gerade rosig.

http://www.youtube.com/watch?v=WuKDHNPs4V8

Skibbe will an drei Punkten arbeiten

Dabei hatte sich der neue Trainer Michael Skibbe doch so viel vorgenommen. Bis zu dreimal wollte er trainieren lassen. Schwerpunkte: Kondition, Technik, Umschaltverhalten in beide Richtungen. „Das wird eine harte Woche, aber da muss ein Profi durch“, hatte er angekündigt.

Was mir Sorge macht: Die Trainingslager im Süden sind ja oft dazu da, den hier widrigen Bedingungen zu entkommen. Damit Technik trainiert werden kann, während hier der Boden vereist, glitischig und schlecht bespielbar ist. Ich erinnere mich an letzten Winter, als ich auch noch ein Auge auf Union hatte. Die Jungs haben damals im hüfthohen Schnee Seitfallzieher geübt….an Techniktraining war natürlich nicht zu denken, während fast alle anderen Teams in der Sonne weilten. Begründung u.a. damals: Die Risiken, wie schlechte Klimaanpassung und Infektionen. Nun, dieses Jahr fahren auch die Köpenicker in die Sonne.

Wie wichtig ist das Wetter für den Erfolg?

Zurück zu Hertha: Der Test gegen Osnabrück hat denke ich gezeigt, dass es noch an allen Ecken und Enden knarzt. Kondition kannst du auch bei 5 Grad und Regen bolzen. Aber Technik, dafür muss der Platz in gutem Zustand sein, der Wind sollte keine Hagel-Böen herbeitreiben. Und überhaupt trägt doch eine Woche Sonne (vielleicht auch gerade für die südländischen Vertreter im Kader?) zu einer massiven Stimmungsaufhellung im tristen Berliner Winter bei. Umso ärgerlicher, wenn es hüben aussieht wie drüben, sprich wie in Berlin.

Was nun also? Habt ihr Sorge, dass Herthas Lager nicht ideal verläuft? Oder seht ihr gerade in widrigen Bedingungen eine Chance für das Teambuildung? Habe hierzu heute eine interessante Anekdote gehört, die ihr morgen in der gedruckten Form lesen dürft… ;).´Und schließlich: Was soll am meisten trainiert werden?

Gewitter bei der Landung

22.15 Uhr (Ortszeit in Belek): Ab sofort übernimmt meine Wenigkeit (ub) hier im Blog.

Die Reise ins Trainingslager begann mit einer Stunde Verspätung. Es war bereits dunkel auf dem Flughafen Tegel, als die Spieler die Treppe zur Boing 737-800 hinaufstiegen (Foto:ub).

Die Profis nahmen hinten in der Maschine Platz, während die Geschäftsführung mit Michael Preetz, Ingo Schiller sowie Thomas E. Herrich und Trainer Michael Skibbe in den ersten Reihen saßen. Der Flieger war verspätet in Berlin angelandet, bei der Säuberung war es anscheinend etwas hoppla-hopp gegangen. Manager Preetz ließ sich erstmal ein feuchtes Tuch geben, „um die Schokoladenflecken auf dem Sitz wegzuwischen“. Der Trainer hatte sich mit einem Sudoku-Heft auf die Flugzeit vorbereitet, wo er zügig Quadrat für Quadrat abarbeitete.

Vor dem Abflug hatte Skibbe im Terminal C ein Makler-Heft gewälzt. Sein Cotrainer hat sich bereits für eine Wohnung in Berlin entschieden, der Cheftrainer ist noch auf der Suche. Aufmerksam studierte Skibbe die Exposes zu verschiedenen Objekten, die für ihn zusammengestellt worden sind. Zum 1. Februar will der bekennende Hotel-Muffel eine feste Bleibe beziehen.

Bei der Landung gewitterte es kräftig. Vier Blitze und ein paar Seitenböen erforderten handwerkliches Geschick beim Piloten – hatte der aber locker drauf. Es regnet hier heute /Samstagabend von der Sorte Regen, bei der man nicht mal seinen Hund vor die Tür schickt.

Das erste Training in der Türkei ist für Montag, 10.45 Uhr angesetzt. Der erste Test im Trainingslager wird am Dienstag gegen Drittligisten 1. FC Heidenheim gespielt (15 Uhr).