Emotion vs. Ratio: Ist das Ligaspiel in Hoffenheim wichtiger als ein Pokalsieg gegen Lautern?

(sto) – Wir haben über den Kapitän gesprochen. Und gefragt und diskutiert, ob die Dienste des Andre Mijatovic im letzten Hinrundenspiel am Sonnabend in Hoffenheim oder vier Tage später im Pokalachtelfinale daheim gegen Kaiserslautern von größerem Wert sind für Hertha BSC.

Weiten wir heute den Fokus und rätseln über die Frage: Liga- oder Pokalspiel – welche der beiden letzten Partien im Kalenderjahr 2011 ist bedeutender für das Fußballunternehmen aus der Hauptstadt?

Sehnsucht nach Euphorie begegnet nackter Existenzangst

Kollege Kleinemas vertritt die emotionale These: Ein Sieg gegen Kaiserslautern, verbunden mit einem Einzug ins Viertelfinale des aus Berliner Sicht sonst so oft ungeliebten DFB-Pokals – das, meint/hofft er, würde für Euphorie rund um den Verein sorgen. Im Cup-Wettbewerb überwintert hat Hertha zuletzt 2007, und dieses Jahr wird laut wie nie die Sehnsucht nach einer Finalteilnahme im eigenen Stadion artikuliert.

Ich denke eher rational und sage: Ja, so ein Pokalsieg ist eine feine Sache; gerade wirtschaftlich, weil er eine Zusatzeinnahme von über einer Million Euro mit sich brächte (von der @mkl zusätzlich sagt, dass sie gut zur nötigen Nachrüstung auf der Innenverteidigerposition passen würde). Aber das Kerngeschäft ist die Bundesliga. Hier erwirbt Hertha die Zulassung für die Bundesliga-Spielzeit 2012/13 – oder auch nicht. Entsprechend wichtig ist jeder Punkt; auch jene drei, die es am 17. Spieltag zu verdienen gibt.

Wie ist eure Meinung zu einem Thema, über das sich sicher auch deshalb leidenschaftlich diskutieren lässt, weil es ein Richtig oder Falsch kaum geben wird?

Blau-weiße Fahrt durch den Regen

Noch kurz ein Blick auf die sportliche Situation: Trotz des gerade im Süden zum Teil winterlichen Wetters ist die Mannschaft am Freitagmittag pünktlich nach Frankfurt geflogen. Und während ich diese Zeilen schreibe (16 Uhr), ist der Tross unterwegs nach Heidelberg ins Teamquartier.Von „ein bisschen Regen“ wurde mir berichtet, aber nichts, was für irgendwelche Verzögerungen im Betriebsablauf hätte sorgen können.

Auch das Abschlusstraining ist am Vormittag ohne Auffälligkeiten verlaufen, somit sollte morgen die erwartete Formation ins Spiel starten: Kraft – Lell, Hubnik, Janker, Kobiashvili – Ottl, Niemeyer – Ebert, Raffael, Ramos – Lasogga.

P.S.: Für die Berliner Morgenpost darf der besagte Kollege Kleinemas nach Freiburg und Kaiserslautern sein Meilenkonto weiter aufstocken