Kehrt Janker ausgerechnet in Hoffenheim in die Startelf zurück?

(mkl) – Geduld ist in diesen Tagen wahrlich eine Tugend, und weil heute auf dem Schenckendorffplatz an einem trainingsfreien Tag einfach gar nichts passiert (zumindest nichts sichtbares ;)), wird sie gleichsam auf eine harte Probe gestellt. Bis morgen, 14.30 Uhr. Und nein, ich spiele nicht darauf an, wie es in den Gesprächen um die Vertragsverlängerung von Trainer Markus Babbel weitergeht – der soll sein Gespräch mit Manager Preetz erst später haben. Nein, ich rede von der Frage: Ist Kapitätn André Mijatovic wieder an Bord?

Zur Erinnerung: Am Samstag hatte sich der Innenverteidiger im Spiel gegen den FC Schalke 04 eine Bänderdehnung im linken Sprunggelenk zugezogen. „Zwei bis drei Tage“ Pause wurden ihm verordnet – je nachdem, wie er das interpretiert, wird er also heute trainieren oder nicht. Wenn wir Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher richtig verstanden haben, ist sein Einsatz gegen Hoffenheim am kommenden Samstag alles andere als ausgemacht.

Verletzungspech und Formschwäche

Die Sorgen in der zentralen Abwehr wachsen also. Das ist schon bemerkenswert, war Hertha auf dieser Position vor der Saison nominell wohl am stärksten besetzt. Ich weiß, wir hatten die IV-Debatte gerade erst kürzlich. Da war sie aber noch etwas theoretisch – vor dem Spiel in Hoffenheim wird sie real.

Diese Entwicklung hat zwei Facetten.

Da ist zum einen das Verletzungspech. Maik Franz fällt mit einem Kreuzbandriss bis zum Saisonende aus. Jetzt ist also Mijatovics Einsatz in Gefahr, außerdem kann er in jeder Partie die fünfte Gelbe Karte kassieren.

Zum anderen sorgt mich der Abwärtstrend in der Defensive. Roman Hubnik, bis vor kurzem in bestechender Form und Garant für den sicheren Stand, hat zwei eher schwache Partien hinter sich. Und auch Mijatovic begann die Hinrunde bedeutend stärker, als er sie beendet. Nicht umsonst mahnte Torwart Thomas Kraft: „Wir machen zu viele individuelle Fehler, die in der Bundesliga gnadenlos bestraft werden.“

Janker hätte eine Chance verdient

Ja, wer soll denn da jetzt überahupt noch spielen?

Als „Vertretung“ bleiben die Nachwuchskräfte Neumann und Brooks (denen Babbel gerade allerdings Berufsberater Babbel redet Klartext, oder: Warum Neumann und Brooks zurzeit keine Rolle spielen nicht die besten Perspektiven attestiert hat) und – Christoph Janker. Der 26-Jährige hätte nach aktuellem Stand wohl die besten Karten. Und an der Stelle schließt sich ein bisschen der Kreis für ihn, kam er doch 2009 von eben dort zu Hertha. Große Hoffnungen waren mit ihm verbunden, 20 Bundesliga-Partien hat er bislang aber nur absolviert. Immerhin aber schon mehr als bei den Kraichgauern, dort kam er auf 17 Einsätze – davon allerdings deutlich mehr Partien über volle 90 Minuten. Das Glas bei Hertha ist insgesamt also eher halbleer als halbvoll.

Ich persönlich würde seinen Einsatz begrüßen. Sein starker Auftritt als Rechtsverteidiger in der Partie gegen Köln (sein einziger von Beginn an in dieser Saison) hat mir gut gefallen, Podolski sah nicht einen Stich. Im Training präsentiert er sich stest präsent, er hätte sich eine Chance verdient. Und was spräche dagegen, Mijatovic einfach ein Spiel zu schonen? Babbel müsste das nicht einmal wie in Kaiserslautern umständlich begründen, sondern könnte auf seine Verletzung verweisen, wenn er wirklich einmal etwas Neues ausprobieren möchte.

Oder seht ihr es ganz anders, und am Ende sollte eher Peter Niemeyer oder Fabian Lustenberger nach hinten gezogen werden? Oder sagt ihr: Wenn Mijatovic fit ist, sollte er spielen? Braucht Hubnik mal eine kleine Pause? Unten könnt ihr auswählen – und diskutieren!