Unplugged: Babbel und Preetz über Ben-Hatira, Torun, die Rivalität mit Schalke und Raul

(ub) – In Zeiten der modernen Technik, kann man es genau sagen: Inklusvie Abmoderation dauerte die Hertha-Pressekonferenz vor dem Schalke-Spiel (Freitag, 20.30 Uhr, Olympiastadion) 8 Minuten und vier Sekunden. Klingt nach Schnelldurchlauf.

Aber es war doch einiges zu hören.

Auf dem Podium Manager Michael Preetz und Trainer Markus Babbel (Foto: ub). Akkustisch und unplugged:

Trainer Babbel zur Personal-Situation:

. . . bis auf Maik, das wisst ihr, sind sonst alle am Start.

Babbel zur Fan-Rivalität mit Schalke:

. . . ich weiß, dass es für die Fans ein besonderes Spiel ist. Wir wissen um die Brisanz. Wir werden alles Erdenkliche unternehmen, um unseren Fans den Sieg zu schenken. Die Bilanz gege Schalke ist zwar nicht allzurosig. Leider. Andrerseits ist die Statistik Grund genug, dass wir sie ändern.

Babbel über Schalke

. . . da kommt nicht irgendwer. Schalke liegt nur drei Zähler hinter der Tabellenspitze. Aber für uns geht es um einiges. Wir wollen die drei Punkte hier behalten, auch um uns Kredit bei den Fans zu erarbeiten.

Babbel über Raul

. . . ich freue mich, Raul im Stadion sehen zu dürfen. Gegen den durfte ich persönlich noch spielen. Ein großartiger Sportler. Aber wir wollen ihm das Toreschießen so schwer wie möglich zu machen.

Babbel über Tunay Torun

. . . letzte Woche hat er einen Denkzettel bekommen. Mir hat es einfach nicht gefallen, wie er sich in den letzten Wochen präsentiert hat. Letzte Woche hatten wir ein sehr gutes Gespräch. Tunay war einsicht. Er war mit sich selbst sehr unzufrieden. Die Reaktion auf dem Trainingsplatz hat mir gut gefallen. Er kann ein Spieler sein, der den Unterschied ausmacht. Aber wichtig ist, dass er nicht mit Gott und der Welt hadert. Sondern seine Stärke auf dem Platz zeigt.

Babbel über Anis Ben-Hatira

. . . Änis, das ist anders. Das war eine ganz bittere Geschichte, was um ihn herm passiert ist (meint: Überfall auf seine Schwester in der U-Bahnstation Hermannplatz am 11. November/Anm.d.Red.). Er war sehr offen, nicht nur zu mir, sondern auch zm Michael. Kompliment, das hat er relativ schnell abgestreift. Er hat sich nichts anmerken lassen und gut trainiert. Es ist bitter für ihn, dass er gerade kaum zum Einsatz kommt. Aber ich haben es den Jungs nach dem Kaiserslautern-Spiel letzte Woche erklärt, warum ich nicht gewechselt habe. Ich war der Meinung, dass es uns als Mannschaft nicht weitergebracht hätte. Jetzt ist es eine andere Ausgangsposition. Wir spielen zu hause. Und das Wetter wird nicht ganz so stürmisch sein wie auf dem Betzenberg. Da ist die Chance wesentlich größer zum Zuge zu kommen.

Preetz über Franz-Ersatz

. . . wir haben noch drei Spiele. Da können wir noch der Entwicklung im eigenen Kader Rechnung tragen. Wir reden danach, ob und wie wir die Franz-Verletzung auffangen.

Babbel über die turbulenten letzten Tage

. . . das müssen wir (Preetz und Babbel/Anm.d.Red.) über uns ergehen lassen, dass spekuliert wird. Wichtig ist, dass wir beiden wissen, woran wir sind. Wir sitzen manchmal nebeneinander, manchmal stehen wir nebeneinander. Und sprechen miteinander.

Preetz über die turbulenten vergangenen Tage:

. . . die Kernfrage ist, ob das Spuren in der Mannschaft hinterläßt. Das sehe ich nicht. Ich sehe eine Mannschaft, die konzentriert arbeitet. In den letzten Wochen hat es Kleinigkeiten gehapert, dass es nicht ganz gerreicht hat. Ich hoffe, dass wir das am Freitag gegen Schalke nachholen können. Gelingt das, können wir sagen, dass wir eine gute Hinrunde gespielt haben.“

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Für die Statistik-Freaks: Hertha hat im Vorverkauf 48.000 Tickets abgesetzt. Erwartet werden gegen Schalke 55.000 Fans, für ein Freitagabend-Spiel eine ordentliche Kulisse. Meine Meinung.

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Ihr als Hertha-Experten: Wer wird auf der Außenbahn stürmen: Patrick Ebert, Tunay Torun oder Änis Ben-Hatira?Eure Aufstellung? Wie scheint Euch die Stimmung zwischen dem Trainer und seinem Vorgesetzten?

P.S.1 Freue mich auch auf Raul. Hier eine Top-Ten seiner Tore. (Und gönne Roman Hubnik und Andre Mijatovic morgen einen erfolgreichen Arbeitstag)

P.S.2 In der Morgenpost-Ausgabe von Freitag freuen sich einige Euch wohlbekannte Namen, wenn Ihr den Fußball-Teil studiert . . .

P.S.3 Erich Beer feiert am Freitag seinen 65. Geburtstag. Manager Preetz sagt über seinen Rekord-Torjäger-Vorgänger: „Erich Beer ist durch und durch Herthaner. Er genießt sicher seine Pension. Er ist von all den Alt-Herthanern der, der am nächsten drangeblieben ist.“ Immerhertha gratuliert herzlich. Mit einem Youtube-Clip vom legendären Uefa-Cup-Halbfinale gegen Roter Stern Belgrad (2:1). Und dem schönsten Länderspiel-Tor von Ete Beer, dem 1:1 in EM-Qualifikation in Madrid gegen Spanien, Tor des Monats im April 1976. Immerhertha gratuliert herzlich.