Babbel schweigt weiter, die Spieler nehmen es gelassen

(mkl) – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Da standen wir also in vertrauter, geeinter Reporter-Runde am Rande des Schenckendorffplatzes, als mich Kollege Stolpe nur noch mit einem schnellen: „Achtung!“ vor schlimmeren Blessuren bewahrte. Patrick Ebert hatte versucht, eines der Mini-Tore zu treffen, und wir, die wir ja immer alles ganz genau sehen wollen und somit direkt dahinter standen, bekamen die Quittung dafür. Genauer gesagt ich, wobei mich der Ball nach sto´s Warnung nur noch an der Schulter traf. In Zeiten wie diesen könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass Ebert…. aber nein, Spaß. Einen guten Schuss hat er, der Patrick.

Ihr seht: Es wurde tatsächlich Fußball gespielt heute bei Hertha, wenn auch nur rund 50 Minuten lang. Erst ließ Trainer Markus Babbel acht gegen drei spielen, dann bat er zum besagten Spiel auf vier Mini-Tore.

Gelb gegen grau ging ungefähr 2:2 aus – ungefähr, weil sich irgendwie nicht einmal die Spieler so recht einig waren, ob ein gefühlvoller Schuss aus dem Fußgelenk von Kapitän Andre Mijatovic nun im Tor war oder nicht. Zumindest gingen die Ansichten über den Spielausgang ein wenig auseinander.

Bis zur Winterpause ist alles gesagt

Wer auf erhellendes in der „Causa Babbel“ gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Trainer sprach heute nicht mit uns, weil bis zur Winterpause ja alles zum Thema Vertrag gesagt sei, wie uns übermittelt wurde.

Dafür wagten Andreas Ottl und Levan Kobiashvili einen ersten Ausblick auf das Spiel gegen Schalke 04 am Freitag. „Aus dem Spiel in Kaiserslautern müssen wir mitnehmen, wie gut wir in der zweiten Hälfte dagegen gehalten haben“, sagte er, aber völlig zu Recht sagte er auch: „Wir müssen mehr Fußball spielen, also miteinander. Schalke wird mitspielen wollen, das ist uns bisher immer entgegen gekommen, deshalb bin ich guter Dinge.“

Kobiashvili, den Hertha im Januar 2010 von Schalke geholt hatte, freut sich auf einige alte Weggefährten: Er könne jetzt nicht alle Spieler aufzählen, die er dort noch persönlich kenne. Namentlich nannte er dann aber doch Jermaine Jones und Benedikt Höwedes.

Die Mannschaft bleibt ruhig

Ottl und Kobiashvili machten sich – zumindest nach Außen – offenbar nicht allzuviele Gedanken um die vertragliche Zukunft von Markus Babbel. Obwohl es sie, Ottl vielleicht ein bisschen mehr, er wurde ja von Babbel geholt, ja direkt beträfe. Ottl meinte nur: „Das ist kein großes Thema in der Mannschaft, Aufgabe der Spieler ist es, uns erfolgreich zu präsentieren. In solche Situationen kommst du als Profi“, und zum Schluss ließ er sich dann noch eine kleine Wertung abringen: „Ich wäre sehr froh, wenn er verlängert.“

Ähnlich äußerte sich auch Kobiashvili: „Das ist kein Thema bei uns, wir haben auf die Entscheidung ja keinen Einfluss. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten.“ Vor allem wie er mit den Spielern umgehe sei gut, so Kobiashvili, und „wenn ich in meinem Alter noch jeden Tag Spaß am Training habe, ist das ein Verdienst des Trainers.“

Nehmt ihr den beiden diese Lockerheit ab? Oder glaubt ihr, es belastet die Mannschaft am Ende doch? Unten könnt ihr abstimmen.