Wir Monday-Morning-Manager: Was muss Preetz jetzt tun?

(mkl) – So, heute drehen wir den Spieß einfach mal um. Lasst uns doch einmal nicht den Trainer in den Mittelpunkt stellen, sondern den Manager. Denn Michael Preetz ist es ja am Ende – oder besser: er sollte es zumindest sein – der die Zügel in der Hand hält. Auch wenn der Ball, wie man ja so schön sagt, in Babbels Hälfte liegt.

Ca. 200 Kommentare habt ihr seit gestern Abend abgegeben – vielen Dank! Die meisten betrafen die „Causa Babbel“ und nicht Maik Franz (der heute in Pforzheim erfolgreich am vorderen Kreuzband operiert wurde), worum es ja mehrheitlich ging in dem Blog. Heißt für uns hier: Das Thema interessiert, auch wenn es nicht im Minutentakt spektakuläre Neuigkeiten zu vermelden gibt.

Also lösen wir uns mal von den Fragen: Was treibt Babbel um, wohin könnte er gehen, hat er Recht oder nicht. Fragen wir lieber: Was muss der Manager nun tun? Frei nach dem Hertha in Koblenz - rotieren oder nicht rotieren? Monday-morning-Quarterback, den wir ja kennen, gebt ihr den Monday-morning-Manager.

Vier grundlegende Szenarien sind möglich

Die Ausgangslage stellt sich wie folgt da: Ihr habt vor eineinhalb Jahren einen populären Trainer geholt, der sportlichen Erfolg, ein bisschen Jugendstil und insgesamt neuen Glanz in den Klub gebracht hat. Die Verpflichtung war für beide Seiten eine klassiche Win-Win-Situation. Jetzt habt ihr eurem Trainer öffentlich ein Angebot auf Verlängerung gemacht – der zögert. Ihr setzt eine ziemliche lange Frist in der die Sache geklärt sein soll (wir vermeiden für die sensiblen Seelen das harte Wort ‚Ultimatum‘). Ihr wollt euren Trainer behalten. Es passiert erst einmal weiter gar nichts. Dazu kommen nun eine ganze Reihe an Dingen ans Licht. Es gibt Kabbeleien um finanzielle Spielräume – euer Trainer möchte gerne mehr Geld ausgeben können, das ihr ihm aber nicht bewilligen könnt. Dann erfahrt ihr von Streitereien und Nörgeleien innerhalb des Funktionsstabes – all das passiert in den letzten vier Wochen. Hinzu kommen sich überschlagende Gerüchte über mögliche Wechsel, kurz und gut: Die Lage ist langsam nicht mehr überschaubar.

Im Wesentlichen gibt es folgende Szenarien:

1) Ihr könnt versuchen, die Sache auszusitzen und hoffen, dass Babbel in der Winterpause doch noch unterschreibt – dann wäre eventuell alles wieder gut.

2) Es ist euch zu riskant, darauf zu hoffen, denn: Entscheidet sich Babbel gegen Hertha, gibt es u.U. ein Problem mit der Motivation. Ihr könntet dann nur noch…

…a) hoffen, dass er sich trotzdem noch mit dem Klub identifiziert und es kein „Lame-Duck-Problem“ gibt. Der Nachfolger könnte dann in Ruhe gesucht werden.

…b) ihn direkt nach Entscheidung freistellen und einen Ersatz suchen. Das könnte dann aber mitten in der Vorbereitung auf die Rückrunde sein.

3) Ihr forciert die Entscheidung und setzt intern eine neue Frist. Vorteil: Die Causa wäre zum Trainingsauftakt vom Tisch, ein möglicher Nachfolger eventuell schon da. Personalien könnten wieder verlässlich besprochen werden. Nachteil: Sollte sich Babbel wirklich genervt von der Fragerei fühlen, kann dieses unter Druck setzen natürlich auch kontraproduktiv sein.

4) Ihr seid inzwischen so genervt dass ihr entscheidet: Sofortige Trennung mit allen Konsequenzen.

Drei wichtige Spiele vor der (rettenden?) Winterpause aber ein überaus riskantes Unterfangen.

Was ist zu tun? Während ich das hier schreibe stelle ich fest: Schon knifflig, Preetz hat in einer solchen Situation wahrlich einen schweren Job. Aber heute entscheidet ihr ja für ihn – ihr habt die freie Wahl. Und viel Raum zum diskutieren.