Kreuzbandriss bei Franz - muss Hertha jetzt reagieren?

(mkl) – Die Nachricht des Tages war leider eine schlechte und kam aus der medizinischen Abteilung: Maik Franz hat sich im Spiel in Kaiserslautern (1:1) einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen. Das ergab eine MRT-Untersuchung bei Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher. Damit ist der von einigen befürchtete Worst-Case eingetreten, Franz wird aller Vorraussicht nach bis Ende der Saison ausfallen.

In einer Pressemitteilung des Klubs schilderte Franz die Situtation so: „Es war ein Zweikampf, bei dem mein Gegenspieler mir dann aufs Knie gefallen ist. Ich habe es noch einmal probiert, dann aber festgestellt, dass etwas passiert ist.“ Zu seiner Verletzung sagte der Abwehrspieler: „Das ist ganz bitter, natürlich bin ich im ersten Moment total enttäuscht gewesen. Aber ich habe mein Schicksal jetzt angenommen, hoffe, dass die Operation gut verläuft und werde dann fighten, so schnell wie möglich wieder zurückzukehren. Ich bin sicher, dass meine Teamkollegen ihren Job super machen werden, leider kann ich demnächst erstmal nicht direkt eingreifen.“ Auch Trainer Markus Babbel war niedergeschlagen: „Es tut mir sehr, sehr leid für Mike, manchmal aber ist Fußball eben brutal. Mike war gerade super drauf, dann passiert so etwas.“

Sahan: Franz soll sich nicht so anstellen

Zu einer bedenklichen Szene kam es rund um die Verletzung. Wie Franz und Christian Lell übereinstimmend berichteten, sollen die Lauterer Spieler auf ihn zu gerannt sein und ihn beschimpft haben. Wie Lell berichtet, habe vor allem Olcay Sahan Franz aufgefordert, er solle sich nicht so anstellen, wer austeile müsse auch einstecken können…..eine wirklich schlimme Episode, die Franz heute sagen ließ: „Ich hoffe, dass jetzt einige mal über mein Image nachdenken“. Von unserer Seite bleibt nur zu sagen – gute Besserung!

Was heißt das jetzt für Hertha? Kapitän Andre Mijatovic wird wieder in der Starelf stehen, das ist klar. Auch Roman Hubnik ist gesetzt. Was aber passiert, wenn einer der beiden verletzt oder gesperrt ist? Bei Mijatovic könnte dies schon bald der Fall sein, er hat vier Gelbe Karten aufgehäuft.

Die möglichen Vertretungen heißen Christoph Janker, Sebastian Neumann und John Anthony Brooks. Auch Fabian Lustenberger und Peter Niemeyer könnten den Job in Vertretung übernehmen. Aber reicht euch das? Zumindest Neumann und Brooks sind derzeit doch recht weit von der ersten Elf entfernt. Muss jetzt ein Zugang her, vielleicht ein Leihgeschäft?

Klar, viele von euch werden jetzt sagen: Wo ist das Problem? Gebt den Jungen eine Chance. Bedenkt aber nur wie ihr reagiert, wenn Herthas IV im März anfängt zu bröckeln, weil jetzt endlich die Nachwuchsspieler an das Team herangeführt werden müssen. Unten könnt ihr abstimmen, was Manager Michael Preetz entscheiden sollte.

Wenn Einwechselspieler zu viel wollen

Der heutige Tag brachte noch weitere Erkenntisse. Babbel begründete, warum er nicht mehr gewechselt hat. „Es war in diesem Spiel einfach nichts mehr möglich. Wir hatten Spieler auf der Bank, die nach vorne spielen wollen. Ich weiß ja selber noch wie das ist. Wenn du dann reinkommst, willst du was zeigen. Dann willst du etwas Herrausragendes machen. Damit hätte ich den Jungs keinen Gefallen getan.“

Unter der Rubrik „Kurioses“ verbuchen wir auch mal die Episode um die Kapitänsbinde. Wir konnten uns ja alle nicht erklären, warum Levan Kobiashvili und nicht Lell als Kapitän auflief. Der Witz war: Nicht einmal die Spieler waren informiert, Lell hatte die Binde schon um den Arm. Auf dem Spielberichtsbogen stand aber Kobiashvili eingetragen. „Ich habe dann erst gesagt: Egal, lass durchlaufen“, meinte Lell. Das ging nun aber nicht, also musste Kobiashvili doch ran. Entschieden hatte das Babbel, weil er insgesamt stabiler agiere.