Endlich wieder Bundesliga: Hertha und die große Chance auf einen Dreier

(mkl) – So, wir haben es geschafft. Vierzehn Tage ohne Bundesliga sind (fast) vorbei, morgen geht es also nach Freiburg. Ein Duell zweier Abstiegskonkurrenten, wie Trainer Markus Babbel betont. Also demnach auf Augenhöhe. 50:50-Chance? Ich glaube nicht. Ich glaube, die Chancen stehen besser. Lehnen wir uns doch einfach mal zurück und machen uns ein bisschen Mut.

Was also spricht dafür, dass Hertha von der weitesten Reise des Jahres (ziemlich genau 800 Kilometer) mit drei Punkten im Gepäck zurückkommt?

Fünf gute Gründe für den Erfolg

1. Da ist aus meiner Sicht zum einen die für Hertha günstige Konstellation, auswärts antreten zu dürfen. So kurios das klingt, so wahr und bekannt ist es auch, dass sich die Mannschaft von Trainer Markus Babbel immer schwer damit tut, ein Spiel zu gestalten. Freiburg spielt daheim, hat deutlich mehr Druck und wird so gezwungen sein, das Spiel an sich zu reißen. Hertha kann dann wieder mit den bwährten Kontern agieren. Und das ließ das Trainerteam unter der Woche auch schon kräftig üben: Wie schon vor den vorangegangenen Auswärtssiegen standen schnelles Umschalten nach der Balleroberung im Mittelpunkt.

2. Freiburg ist so etwas wie der Lieblingsgegner von Hertha BSC. Die letzte Niederlage im Freiburger Stadion datiert aus dem Mai 2001, damals 0:1. Ansonsten ist die Bilanz ziemlich gut: Seitdem gab es fünf Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage. Bei der Niederlage wurde allerdings im Olympiastadin gespielt.

3. Freiburg hat da so eine kleine Serie: Alle ihre drei Saisonsiege fuhren sie unmittelbar vor einer Länderspielpause ein – um im Anschluss gleich zweimal zu verlieren.

4. Wie @f.a.y. schon richtig bemerkte:

Das letzte “echte” Tor hat Demba im Übrigen gegen die Schiessbude HSV geschossen, danach kam zwei Spiele nix und dann ein Elfer.

5. Hertha kann in Bestbesetzung antreten, Freiburg dagegen hat Probleme: Maximilian Nicu (Aufbautraining), Christian Bickel (Bänderriss) und Simon Brandstetter (Adduktorenverletzung) fallen aus, Mujdza fehlt schon länger, und jetzt ist auch Julian Schuster (Faserriss) fraglich.

Sorg warnt vor dem offenen Messer

Wer sich noch tiefer in die Statistik vergräbt, findet bestimmt noch mehr gute Gründe. Belassen wir es dabei – und sehen die Chancen dieses Spiels. Wie der Trainer: „Freiburg spielt wie wir gegen den Abstieg, wir haben eine große Chance, den Abstand auszubauen.“ Allerdings warnte Babbel auch, dass Freiburg nicht so schlecht sei, wie sie in der Tabelle dastehen. „Sie hätten in einigen Spielen den Sieg verdient gehabt; sie erzeugen sehr viel Druck.“

Und wie klingt das Ganze aus der anderen Perspektive?

Da hat zumindest Trainer Marcus Sorg erkannt, wie Hertha punkten könnte: „Wir haben ein Heimspiel, und das wollen wir unter allen Umständen gewinnen“, sagte er. Aber: „Hertha ist unglaublich kompakt, sehr erfahren im Defensivbereich und vorne mit individuell guten Leuten, die unglaublich schnell sind und den Raum gut nutzen.“ Berlin trete „sehr stabil und mit großer Disziplin auf“. Eine zu offene Ausrichtung sei tödlich gegen die Berliner: „Wir werden Geduld benötigen. Wir dürfen nicht den Fehler machen, ins offene Messer zu laufen.“

Übrigens: 1210 Fans haben sich offiziell angekündigt. Stehplätze sind ausverkauft, das finde ich bei der Entfernung bemerkenswert.

Jetzt ihr: Seid ihr dabei? Was macht euch Hoffnung? Geht Herthas Konter-Taktik wieder auf? Oder hat Sorg den Finger in die Wunde gelegt und wir sehen ein ganz unschönes Spiel, weil sich keiner traut?