Überfall auf Ben-Hatiras Schwester: Hertha ist schockiert

(mkl) – Der Tag am Schenckendorffplatz begann mit einer schlechten Nachricht. Wie Hertha BSC bestätigte, wurde die Schwester von Änis Ben-Hatira am Mittwochabend in Neukölln, genauer gesagt am Eingang zum U-Bahnhof Hermannplatz, Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Die junge Frau soll von hinten zusammengeschlagen und später auch getreten worden sein, sie kam zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Ein erster Verdacht auf eine Fraktur des Kiefers bestätitge sich nicht, es sollen keine wirklich schlimmen Folgeerscheinungen aufgetreten sein. Trotzdem waren alle Spieler und das Funktionsteam schockiert von dem Vorfall. Der im übrigen auch der Anlass dafür war, dass Ben-Hatira gestern Vormittag nicht beim Training war – es lag demnach natürlich nicht an seinem Rücken.

Er selbst wollte sich nicht äußern, was vollkommen verständlich ist. Deutlich positionierten sich dafür die Verantwortlichen des Klubs: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns nicht weiter dazu äußern werden. Nur soviel: Änis Ben-Hatira hat uns informiert, wir sind alle geschockt und wünschen seiner Schwester gute Genesung. Wir werden alles tun, um ihn und seine Familie zu schützen und zu unterstützen“, sagte Manager Michael Preetz.

Ähnlich äußerte sich Markus Babbel: „Der Vorfall macht mich sehr betroffen“, sagte der Trainer, „Sonst liest man von solchen Dingen immer nur in der Zeitung, jetzt erlebt man es hautnah mit. Das ist alles nicht nachvollziehbar. Es wäre schon, wenn wir dazu beitragen könnten, die Täter zu schnappen.“ Bleibt uns an der Stelle nur zu sagen – gute Besserung!

Sturmtief vor dem Test in Borsigwalde

Wie bekomme ich jetzt die Kurve? Versuchen wir es mal so: Ob der Angreifer morgen beim Testspiel im Stadion Wittenau gegen Borsigwalde (14 Uhr)eingesetzt werden kann, ist offen. Und das ist nicht so gut, weil Babbel langsam die Alternativen in der Offensive ausgehen. Adrian Ramos ist doch noch nach Kolumbien gereist, Abu Bakarr Kargbo wird (wie einige andere Spieler auch) zeitgleich für die U23 spielen (was ebenfalls ein „Hochziehen“ von Talenten ausschließt), und Pierre-Michel Lasogga weilt bei der U21-Nationalmannschaft. „Zur Not“, sagte Babbel, als er seinen Humor wiedergefunden hatte, „stelle ich mich selber noch da vorne rein.“

Wirklich wichtig dürfte es ohnehin nicht sein. Borsigwalde spielt in der Bezirksliga, es geht letztlich nur darum, eine harte Trainingswoche zu krönen. Ihr wisst ja, dass ich solchen Tests gegen (bei allem Respekt) hochgradig unterklassige Mannschaften sehr skeptisch gegenüber stehe. Als es in der ersten Länderspielpause nach Sudheim ging, habe ich mich darüber schon einmal ausgelassen. Aber: Das Spiel ging 13:0 aus, und im Überschwang des Spätdienstes schrieb ich leicht größenwahnsinnig über den Artikel: „Hertha schießt sich für Dortmund warm“. Das Ergebnis ist bekannt.

Will sagen: Letztes Mal hat das ziemlich gut geklappt. Außerdem findet das Spiel im Rahmen der „Kieztour“ statt und sorgt somit (hoffentlich) für Identidifkation bei den Fans. Ich jedenfalls freue mich auf morgen, aller Skepsis zum Trotz.

Wie seht ihr es? Unten habt ihr die Möglichkeit, abzustimmen.