Schau mir in die Augen Trainer, oder: Preetz wirbt weiter, Babbel schweigt

(mkl) – Versprochen ist versprochen, wenn auch in diesem Fall ein bischen zu viel. Wie gesagt, wir melden uns heute Abend noch. Gemeinsam mit dem Kollegen Bremer habe ich, wir ihr schon richtig vermutet habt, die Aufzeichnung des Audi Star Talks in Lichtenberg besucht, zu sehen morgen (Di.) um 22 Uhr auf Sport 1. Einzig: Zum Dauerthema Vertragsverlängerung von Trainer Markus Babbel ist der Erkenntnisgewinn nicht so berauschend, wie ich das (wohl auch zu Unrecht) ein bisschen gehofft hatte. Zumindest was die Gefühlslage von Babbel angeht.

Das Werben von Seiten Hertha BSC scheint sich indes nämlich zu intensivieren. So sagte Manager Michael Preetz: „Wir haben es damals so gehalten, dass wir uns in Ruhe zusammensetzen. Und das tun wir auch jetzt. Seitdem ist natürlich viel passiert, wir haben eine erfolgreiche Mannschaft zusammengestellt. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Wir werden die Sache jetzt in Ruhe angehen.“

Reden ja, Ausgang völlig offen

Babbel selbst wiederholte seine Aussage, man werde sich „zu einem gegebenen zeitpunkt zusammensetzen. Es macht unglaublich viel Spaß, wir haben eine tolle Mannschaft. Wie werden das unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereden, und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“

Preetz aber gab nicht auf und warb (auf Nachfrage natürlich) erneut um seinen Trainer: „Markus weiß, dass wir gute Rahmenbedingungen haben und in einer tollen Stadt leben. Ich hoffe, dass wir diesen Weg noch weit zusammen gehen werden.“

Da sich beide also nicht festnageln ließen, probierete es Moderator Klaus Gronewald mit einem Taschenspielertrick und fragte Preetz, woran er denn glaube, wenn er Babbbel so in die Augen schaue. Darauf Preetz: „Wenn ich ihm so in die Augen sehe, habe ich ein gutes Gefühl.“

Babbel aber ließ sich zwar in die Augen, aber nicht in die Karten schauen. Er lobte einmal mehr die Perspektiven, vielleicht eines Tages in weiter Ferne („Das wäre jetzt wieder so eine Träumerei“) den FC Bayern zu trainieren. Auch der FC Liverpool sei ein toller Verein. Hm, so richtig positionieren wollte er sich eben nicht. Muss er auch nicht, könnte er aber mal so langsam. Aus meiner Sicht jedenfalls.

In der U-Bahn mit Mama Babbel

Von diesem Thema abgesehen allerdings war der Besuch hochinteressant, und auch die Sendung hat einige Schmankerl zu bieten. Wie Mama Babbel im heimischen Wohnzimmer erzählt, wie sie mit ihrem Markus zwei Stunden U-Bahn fuhr, um ihn zum Training zu bringen, ist schon allerliebst. Babbel hatte demnach Angst vor der Bahn, weil aber keiner einen Führerschein hatte, musste er da durch.

Oder wie Axel Kruse von der Party zur Geburt von Preetz Sohn erzählt: Wie er zwei Stunden zu spät kam, und die ganze Riege da bei Kaffee und Kuchen saß. „Ein paar Schnäpse“ habe er dann bestellt, um zu sehen, ob der Manager irgendwann auch mal seine Zurückhaltung ablegt. Das Ergebnis fasste Preetz dann in etwa so zusammen: „Von uns drei Ex-Spielern haben am Ende noch zwei gestanden und einer nicht.“ – das sei eben Kruse gewesen.

Faszination Fernsehen

Was mich fasziniet hat war der Ablauf der Aufzeichnung. Ich bin Print-Mensch durch und durch, ich liebe Papier oder meintwegen auch Geschriebenes im Internet. Wie aber die einzelnen Sendungsteile für sich produziert werden, was so in den (heute natürlich nur gefakten) Werbepausen so passiert, das ist schon interessant. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal bei so etwas anwesend wart, aber ich fand es schön. Und erschreckend zugleich, haben die Protagonisten doch unzählige Helfer, die ihnen alle nur Gutes wollen aber irgendwie mit ihren Pudern, Mikros etc. im Gesicht immer nur lästig sind.

Was bleibt also von diesem Abend? Das Rätselraten geht weiter. Der Klub hat sich einmal mehr klar positioniert. Der Trainer hat eine weitere Möglichkeit dazu verstreichen lassen. Warten wir also den nächsten Tag ab. Vielleicht bringt er ja Neuigkeiten. Ich flieg hier jetzt raus, Fernsehen ist ein schnelels Geschäft….gute Nacht