Burchert überholt Aerts endgültig

(mkl) – Schauen wir nach der erfreulichen Auslosung für die nächste DFB-Pokalrunde (Heimspiel gegen Kaiserlautern) noch einmal kurz zurück, genau genommen auf den Tag nach dem Sieg in Wolfsburg. Warum nur so wenig Spieler anwesend waren ist bekannt. Auch, dass in Ebert, Ben-Hatira und Torun exakt drei Feldspieler auf dem Rasen trainierten, haben wir euch berichtet.

Aber lasst uns jetzt auf den vierten Mann eingehen, der fast unbemerkt ebenfalls seinen Dienst auf dem Platz verrichtete: Torwart Maikel Aerts. Er kam uns nach der Einheit mit selbstbewusstem Schritt entgegen, er hatte bis zuletzt mit Patrick Ebert Torschüsse geübt (besser gesagt: Er hatte für Ebert den Sparringpartner gegeben). Er war offenkundig gut gelaunt. Dabei, und das ging in der allgemeinen Euphorie über den Auftritt an der ICE-Trasse (wer hat das eigentlich aufgebracht? ) ein bisschen unter, haben sich die Dinge in den letzten Tagen für Aerts nicht unbedingt zum Positiven gewendet.

Burchert hinterlässt leibenden Eindruck

Da war zunächst der Auftritt von Sascha Burchert im DFB-Pokal, bei dem die ewige Nachwuchshoffnung nichts anbrennen ließ. Durch die Blume ließ Babbel erkennen, dass er auch in den künftigen Partien auf Burchert setzen wird. Dann hatte Aerts ganz einfach Pech, dass er im entscheidenden Spiel, als sich Thomas Kraft in Wolfsburg verletzte, nicht er, sondern eben wiederum Burchert auf der Bank saß. Und: Burchert zeigte eine gute Leistung, einige Zeitungen schrieben davon, er habe das „Trauma“ seiner letzten spontanen Einwechslung (ihr wisst schon: Die Nummer mit den zwei Kopfbällen gegen den HSV) endlich überwunden.

Schnee von gestern, so oder so. Fakt aber ist: Der Junge hat es (endlich?) geschafft, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Was nun die Frage aufwirft: Was passiert mit Aerts?

Zu Beginn der Saison ließ Trainer Markus Babbel rotieren auf der Position des zweiten Torwarts (erst zweimal Burchert, dann fünfmal Aerts, wieder Burchert, zweimal Aerts) . Das war durchaus klug, musste er so a) nicht seinem Aufstiegstorwart von jetzt auf gleich sagen: „Sorry, Maikel, das wars“. Und b) konnte er sein hoffnungsvolles Talent Burchert bei Laune halten. Jetzt aber wird er wohl kaum umhin können, sich stillschweigend für den 22-Jährigen zu entscheiden.

Würdet ihr den Vertrag mit Aerts verlängern?

Damit hier gar nicht erst ein falscher Eindruck entsteht: Ich mag Maikel Aerts wirklich sehr gern. Er ist unbestritten einer der „Typen“ in der Mannschaft. Er ist laut und unbequem, er ist bei jedem Training zu hören. Legendär sein häufig gerufenes „Druck, Druck, Druck….“. Ohne ihn, das ist vollkommen klar, würde Hertha einen menschlich ganz wichtigen Spieler verlieren. Ich schätze, dass er außerdem noch gebraucht wird, falls Burchert und/oder Kraft verhindert sind. Trotzdem: Der Vertrag von Aerts läuft im kommenden Sommer aus. Hertha hat bekanntlich mit Richard Strebinger (18) ein weiteres Torwart-Talent in der Hinterhand. Würdet Ihr den Vertrag mit Aerts verlängern? Oder eben nicht? Mein Gefühl sagt mir: Derzeit stehen die Signale nach der Saison für Maikel Aerts auf Abschied.

Burchert hat dem ersten Eindruck nach den Platz hinter Kraft erreicht. Das ist erst mal eine ganz gute Ausgangslage für ihn. Und Aerts kann und sollte sich seiner wichtigen Rolle, die er für die Mannschaft hat, bewusst sein. Ohne Gram, dass er nun vielleicht erst hintansteht.

Hertha trauert um Heinz Striek

Heute erreichte uns außerdem eine traurige Nachricht: Heinz Striek, Vorsitzender des Ältenrates von Hertha BSC, ehemaliger Vizepräsident und Schatzmeister, Träger der Verdienstnadel in Gold, der Goldenen Vereinsnadel mit Brillianten und des Ehrenringes, ist am Wochenende im Alter von 93 Jahren gestorben. Michael Preetz, Geschäftsführer Sport, sagte: „Heinz Striek wird bei Hertha BSC, genau wie Wolfgang Holst, niemals vergessen werden. Es ist für Hertha BSC sehr traurig, dass beide binnen so kurzer Zeit nicht mehr unter uns sind – sie waren große Herthaner.“ Geschäftsführer Ingo Schiller sagt: „Heinz Striek war bis ins hohe Alter im Verein hochgeschätzt. Unsere aller Anteilnahme gilt jetzt seiner Frau, seiner Familie mit den Kindern, Enkeln und Urenkeln.“

„Dies ist ein trauriger Tag! Heinz Striek hat sich um Hertha BSC verdient gemacht“, würdigte Präsident Werner Gegenbauer den gestorbenen Funktionär, der mehr als einmal Ratgeber für Präsidium und Geschäftsführung war, „Hertha BSC verneigt sich vor der Lebensleistung von Heinz Striek.“ Außer seinem Engagement bei Hertha war Striek in der Berliner Politik aktiv, von 1967 bis 1975 war er Finanzsenator unter Heinrich Albertz und Klaus Schütz, kurze Zeit unter dem Regierenden Bürgermeister Albertz auch Bürgermeister. Wer einen Eindruck von der interessanten Vita des Heinz Striek haben möchte, im virtuellen Hertha-Museum ist er zu hören und sehen.