Hertha im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern und Heimaturlaub für die Berliner

(mkl) – Am Morgen war Maik Franz noch nicht so ganz im Bilde, worauf es heute besonders ankommen sollte. Was er denn so gegen 17 Uhr machen werde, wurde er nach dem Auslaufen von Hertha BSC gefragt. Da schaute er dann hilfesuchend im Kreis der Reporter umher und wiederholte erst einmal die Frage: „Um 17 Uhr…..“, bis ihm dann jemand auf die Sprünge half: Auslosung für das Achtelfinale im DFB-Pokal, live im TV. Nun, vermutlich wird der Verteidiger nach dieser kleinen Erinnerung vorhin auch vor dem Fernseher gesessen und das Ergebnis in Augenschein genommen haben.

Am 20. oder 21. Dezember hat Hertha nun endlich ein Heimspiel. Gegner ist Bundesliga-Rivale 1. FC Kaiserlautern.

Franz, der ebenfalls Kiel als Wunschgegner angegeben hatte, gehörte am Morgen zu einer kleinen, erlesenen Gruppe, die Babbel zum Auslaufen bat. Denn: Der Trainer, der nach der Einheit das Flugzeug in Richtung in München bestieg und am Dienstag zurückerwartet wird, hatte die Gelegenheit genutzt, all jenen Spielern frei zu geben, die nicht irgendwann auf einer Auswärtsreise in der alten Heimat Station machen können. Eine gute Geste zum richtigen Zeitpunkt, die dann auch einen endgültigen Schlussstrich unter die Angelegenheit mit dem freien Tag in München ziehen sollte. Denn jetzt hat der Trainer tatsächlich, wie von uns und einigen von euch ja auch gefordert, alle mit dem selben Maß gemessen. Geschickt hat er das gemacht und allen Kritikern (einmal mehr) den Wind aus den Segeln genommen – wie Babbel ohnehin bislang ziemlich viel richtig gemacht hat. Mit der Frage, warum das so ist, wird sich der Kollege Bremer in der morgigen Printausgabe befassen. Und weil es in Wolfsburg so schön war, hier noch zwei Impressionen (Fotos: ub).

Verschenkte Qualitäten

Während nun also die München-Fraktion, Franz und Peter Niemeyer etwa 30 Minuten joggte, mussten exakt drei Feldspieler auf dem Platz trainieren. Es waren die beiden „aussortierten“ Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira, dazu Tunay Torun. Die Reservisten eben, ein Wort, das in Zusammenhang mit den genannten Namen schon seltsam anmutet. Weder Ebert noch Ben-Hatira waren nach der Einheit zu einer Stellungnahme bereit – das ist in ihrer Lage durchaus nachzuvollziehen. Babbel wiederholte sein Statement vom Vorabend, wonach „es nicht darum geht, jemanden an den Pranger zu stellen. Aber es gibt eben Tage und Wochen, in denen Spieler nicht so gut drauf sind. Und Änis und Patrick schaffen es derzeit nicht, ihre Qualität auf den Platz zu bringen.“

Jetzt, so der Trainer, hättten die beiden eben ein wenig Zeit, um sich zu sammeln. Wie hier in der Bildmitte beim Sonntagvormittagstraining. „Damit sie uns dann in ein paar Wochen wieder weiterhelfen können.“

Kraft fuhr mit Gehirnerschütterung vor

Wann das übrigens auch wieder auf Thomas Kraft zutreffen wird, ist noch nicht klar. Der Torwart, der sich bei einem Zusammenprall in Wolfsburg eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, veranlasste Babbel jedenfalls zum Gag des Tages. Mit uns sprach er gerade darüber, dass Kraft zu Hause und Ruhe „die beste Medizin“ sei, als er plötzlich inne hielt und auf ein Auto hinter uns zeigte. Da nämlich ließ sich der Besagte gerade von seiner Frau vorfahren. Babbel daraufhin lächelnd: „Das gibt eine Abmahnung wegen Einschleimens.“

Jetzt ihr: Was haltet ihr von Herthas nächstem Pokalgegner? Seid ihr zufrieden, oder hättet ihr euch ein anderes Los gewünscht? Und: Was hat euch in Wolfsburg, bei diesem etwas verrückten Spiel, am besten gefallen? Was müssen Ebert und Ben-Hatira jetzt aus eurer Sicht tun, um für Babbel wieder interessant zu werden?