3:2 in Wolfsburg: Raffael, Kobiashvili und Lasogga lassen Hertha jubeln

(ub) – Hertha liebt Auswärtsspiele. Beim VfL Wolfsburg zeigte der Aufsteiger seine spektakulärste Leistung in dieser Bundesliga-Saison. Und gewann eine turbulente Partie vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften VW-Arena mit 3:2 (2:1).

Thomas Kraft Bis zu seiner Auswechselung war Herthas Torwart der beste Mann auf dem Platz. Machte im Akkord hochkarätige Chancen der Gastgeber zunichte: Ob ein 18-m-Schuss von Träsch (5.) oder eine Faustabwehr vor Mario Mandzukic (8.) . Glück für Kraft, dass ein abgefälschter Freistoß an der Latte landete (23.). Was niemand wusste: Kraft hatte beim Zusammenprall mit Mandzukic eine Gehirnerschütterung davon getragen. Weil sich alles um ihn zu drehen begann, ließ er sich auswechseln. Eine erwachsene Leistung Note 2

Christian Lell Der Außenverteidiger hatte Pech, als er aus 16 Metern nur den Pfosten des VfL-Tores traf (43.). In der Defensive engagiert. Blieb auch unter Druck cool und versuchte enge Situationen spielerisch zu lösen. Ein Zweikampf-Wunder wird Lell wohl nicht mehr. Note 2

Maik Franz Ersetzte den am Rücken verletzten Roman Hubnik zuverlässig. Die kämpferische Partie bei seinem ehemaligen Arbeitgeber war wie zugeschnitten für Franz. Franz hielt gegen das körperbetonte, aggressive Spiel von Mandzukic und Kyrgiakos dagegen. Haderte mit dem Freistoß, der zum 2:2 führte. Franz bekam für seine Aktion eine Gelbe Karte, er hatte aber eine Schwalbe von Josua ausgemacht Note 2

Andre Mijatovic Hatte seine liebe Mühe mit dem unbequemen Mandzukic, auch der bewegliche Ashkan Dejagah ist dem groß gewachsenen Hertha-Kapitän nicht auf den Leib geschneidert. Mijatovic wehrte sich mit kontrollierter Härte, hatte bei zwei ungestümen Attacken Glück, dass der Schiedsrichter keine Gelbe Karte gab. Note 3

Levan Kobiashvili Wolfsburg griff in der ersten halben Stunde fast ausschließlich über Herthas linke Seite an. Kobiashvili hatte mehr mit Dejagah und Ochs zu tun, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Dennoch verlor der Georgier auch unter Druck nicht den Überblick. Erfreulich seine Nervenstärke: Nach drei verwandelten Elfmeter in Liga zwei traf Kobiashvili auch in der Bundesliga Note 3

Andreas Ottl Der Leuchtturm im Spielaufbau. In Wolfsburg war das Selbstbewusstsein zu sehen, dass der Trainer am Ex-Bayernspieler schätzt. Ob er Lell bediente, Raffael, Ramos oder Rukavytsya, Ottl war der Antreiber Note 2

Peter Niemeyer Herthas bester Zweikämpfer (75 % gewonnene Duelle), unverdrossen, 90 Minuten in Kampfabstimmung. Nicht ganz so ballsicher wie Ottl, dennoch wertvoll Note 2

Adrian Ramos Herthas Vielseitiger: Er war auf der von ihm nicht sehr geliebten rechten Außenbahn besser als Ebert zuletzt, ist schnell und besitzt viel Übersicht. Der Kolumbianer spielte Lasogga frei, der letzten Endes nur per elfmeterreifem Foul gebremst werden konnte. Wolfsburg bekam Ramos nie in den Griff. Wen wundert es, dass er noch das 3:2 vorbereitete, eine coole Vorstellung Note 2

Raffael Der Spielmacher als Wundertüte. Stahl in der Defensive dem VfL listig die Bälle, behielt als Sturmspitze freigespielt die Nerven und erzielte den Führungstreffer. Dazu war er über 90 Minuten anspielbar, wenn Ottl einen Abnehmer im Vorwärtsgang suchte Note 2

Nikita Rukavytsya Seit dem Wolfsburg-Spiel werden die gegnerischen Trainer die Stirn runzeln. Erstmals zeigte der Australier seiner Qualitäten in der Bundesliga von Beginn an: Pfeilschnell, technisch gut. Der VfL wusste nicht, wie er Rukavytsya bremsen sollte. Allein seine schwachen Chancenverwertung stand einer besseren Note im Weg Note 3

Pierre-Michel Lasogga Der Youngster hatte einen schweren Arbeitstag. Gegenspieler Kyrikakos war zwar mit 91 % bester Zweikämpfer auf dem Platz. Aber Lasogga holte den Elfmeter zum zweiten Tor heraus. Und erzielte in Torjäger-Marnier den Siegtreffer Note 2

Sascha Burchert Der nächste Youngster, der Bundesliga-Format bewies. Wie im Pokal in Essen ein sicherer Rückhalt. Spektakuläre Parade unmittelbar vor der Pause Note 2

Fabian Lustenberger Kam für den erschöpften Rukavytsya, stopfte Löcher und arbeitete vor allem defensiv.

Christoph Janker Half, den Sieg in den letzten Minuten nach Hause zu bringen

Markus Babbel Gewinnt mehr und mehr an Statur. Hatte Ebert und Ben-Hatira zuhause gelassen. Die Mannschaft gab mit dem Auswärtssieg eine klare Antwort. Die Taktik in Wolfsburg ging vor allem wegen der selbstbewusten Offensive auf. Der Heimflug nach München sei ihm gegönnt Note 1

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P.S. Sorry, war im IC auf der Rückfahrt angeregt am Plaudern, habe ich glatt die Three-Stars vergessen. Jetzt hängen sie an