Hertha vs Mainz: Wer erholt sich schneller von der Niederlage?

(ub) – Es ist immer die gleiche Frage. Und das immer gleiche Unwohlsein. Regelmäßig höre ich: „Als Hertha-Reporter – was ist Dein Tipp zum nächsten Spiel?“

Ergebnisse tippe ich ja schon lange nicht mehr (WM-1990-Desaster/52 Spiele, 51 mal daneben gelegen). Aber das reicht ja nicht. Vor 14 Tagen habe ich im Olympiastadion mit dem @Sir und später @Freddie samt Frau@Freddie wenige Minuten vor dem Anpfiff über das Köln-Spiel gesprochen. Meine Annahme: Uns erwarte ein schweres, zähes Spiel. Viele Zweikämpfe. Es wird viel Geduld brauchen. Das Ende ist bekannt: Zum ersten Mal seit @ursula, @Blauer Montag und @rasi ins Olympiastadion gehen, hat Hertha zur Pause 3:0 geführt und die Partie souverän nach Hause gebracht.

Morgen nun also Mainz. Mit Herrn Tuchel, der zeigen muss, ob er als Konzepttrainer auch Krise kann. Mainz hat zwei Siege, zwei Remis und fünf Niederlagen auf dem Konto. Klingt nach leichter Beute für Hertha.

Tuchel und der Matchplan für Berlin

Meine Erwartung: Ein wichtiges Spiel für Hertha. Und ein schweres. Zähes Ringen um Dominanz. Beide Teams werden kompakt stehen und versuchen, wenig zuzulassen. Ein Geduldsspiel. Mainz hat vier Mal daheim verloren. Auswärts aber nur einmal. Hertha-Trainer Markus Babbel hat auf deren Vorstellung in Nürnberg hingewiesen: Unbeeindruckt von einem 0:2-Rückstand hat der FSV auf eigene Stärken gesetzt. Und ist in Nürnberg 3:2 in Führung gegangen (Ende 3:3).

Tuchel ist für seine Matchpläne berühmt. Bisher ist Hertha in dieser Bundesliga-Saison von keinem Gegner ausgeguckt worden (den Betriebsunfall von München werten wir als “Außerhalb der Wertung“): Wie sieht der Plan von Mainz aus, um in Berlin zu bestehen? Und was wirft Hertha in die Waagschale?

Bei der Frage der Aufstellung verlor sich der Trainer heute in der Pressekonferenz im ungefähren: „Ich habe mir noch keine konkreten Gedanken gemacht, wen ich aufstelle.“ Vielleicht biete er die gleiche Elf wie in München auf. Vielleicht ändere er einiges.

Babbel lässt sich nicht in die Karten schauen. Legen wir uns unsere eigenen Karten: Von wem erwartet Ihr eine besondere Reaktion nach dem vergangenen Wochenende?

Wer steht besonders unter Zugzwang?

Schon klar: Von der Mannschaft im ganzen. Aber einige Herren stehen besonders unter Zugzwang. Schließlich hat der Trainer heute wieder geschwärmt: „Ich bin unheimlich froh, dass ich nur elf Spieler habe, sondern 24, 25, denen ich vertraue.“ Meine Lesart: Der Trainer an seine Spieler: Ihr Lieben, wir sind auf jeder Position doppelt besetzt.

Meine Erwartung: Hertha wird gegen Mainz beim 4-2-3-1-System bleiben. Die Mannschaft bleibt die gleiche wie in München, nur Ramos kommt für Lasogga. Fragezeichen, die auch erst nach dem Abschlußtraining beantwortet werden können: Sind die unter der Woche angeschlagenen Niemeyer, Hubnik und Ben-Hatira voll einsatzfähig?

Hertha hat 0:4 in München verloren, Mainz 0:1 gegen Augsburg. Wer erholt sich schneller von dem Rückschlag? Und warum?

P.S. Wunschzettel: Ein kompletter Blogeintrag samt Blogkommentaren ohne die Worte „München“, „Heimfahrt“, „freie Tage“ und „Familie“. Danke.