Das große "Bäumchen wechsel dich": Franz rein? Wer soll raus? Ihr baut die Mainz-Mannschaft!

(mkl) – Es ist heute, zumindest kalendarisch gesehen, genau einen Monat her, dass wir in der Printausgabe zum letzten Mal im großen Stil über Maik Franz berichtet haben. Damals ging es um seinen Mythos, um das vermeintlich falsche Bild, das viele Fans immer noch von ihm haben – obwohl er doch, wie damals gerade geschehen, für jede Gelbe Karte 500 Euro für eine gemeinnützige Organisation spendet. Einige Tage danach durfte er in Hannover noch einmal von Beginn an in der Innenverteidigung spielen, dann wurde es ruhig um den 30-Jährigen. Roman Hubnik verdrängte ihn nach überwundener Mittelfußprellung wieder auf die Bank, seither kam Franz – selbst von einem Nasenbeinbruch gestoppt – nur zweimal als Reservist zum Einsatz.

Und so musste er sich auch die bittere Niederlage in München von der Bank aus ansehen. Er sah ein Spiel, das bekanntlich bereits nach wenigen Minuten entschieden war. Weil an diesem Tag kein Herthaner Normalform abrufen konnte. Aber eben auch, weil die Abwehr in regelmäßigen Abständen überfordert war bzw. fast schon Beihilfe zum Toreschießen leistete. Jeder, der das Spiel verfolgt hat (ganz gleich mit welchen Erwartungen) monierte später, die Berliner hätten jeglichen Kampfgeist und jede Form einer gesunden Härte vermissen lassen.

Warum schaut „Iron-Maik“ nur zu?

Worauf ich hinaus will: Wenn es nach sieben Minuten bereits 2:0 steht und die Verteidiger hoffnungslos überfordert sind – warum nicht versuchen, mit einem wie Franz erst einmal ein bisschen Stabilität hinten zu erreichen? Warum ließ ihn Babbel auf der Bank? So geriet das Spiel vollkommen aus den Fugen, und, so bitter der Anblick von Außen für Franz auch gewesen sein dürfte, das Bayern-Spiel könnte für ihn noch zum Vorteil gereichen. Denn: Zweimal wird sich Babbel, der immer betont, ein schlechtes Spiel lasse er seinen Schützlingen durchgehen, eine solche Vorstellung wohl nicht ohne Konsequenzen bieten lassen. Und: Andre Mijatovic agierte schon gegen München am Rande einer fünften Gelben Karte; es ist also nur eine Frage der Zeit, wann er für mindestens ein Spiel gesperrt wird. Franz‘ Chance wartet also.

Sicher, auch Franz hat sich zu Beginn zwei Patzer geleistet. Aber, und das ist wichtig gegen High-Speed-Teams wie die Bayern, er kommt ohne viele Fouls aus. Was nicht heißt, dass er zögerlich agiert, sondern bewusst. Interessant an der Causa Franz finde ich vor allem, wie schnell er ins Hintertreffen geriet. So sehr, dass Markus Babbel zuletzt (gegen Köln und immerhin gegen Podolski) gar eher Christoph Janker vertraute als eben dem vielgelobten Zugang.

Ist jetzt die Zeit für eine große Rotation?

Das mag nun vielfältige Gründe haben. Zum Einen ist klar, dass auf der rechten Seite Christian Lell und als Innenverteidiger Roman Hubnik bislang einen hervorragenden Job gemacht haben – sieht man eben von Bayern einmal ab. Ein wenig schlechter schneidet Andre Mijatovic ab, er wäre rein sportlich gesehen ein Kandidat, für den Babbel Franz durchaus aufstellen könnte. Ab und an ist er einfach zu unbeweglich, aber – er ist der Kapitän. So gesehen eine vertrackte Situation für Franz.

Und er ist kein Einzelfall. Was macht ein Trainer mit einem Fabian Lustenberger (ich weiß, die Diskusion ist alt)? Wie verfährt er mit dem Überangebot im offensiven Mittelfeld? Es ist immer einfach, auf Altbewährtes zu vertrauen. Schwerer ist es da, es besser zu machen. Das Spiel in München aber gab genug Anlass, auch einmal über unkonventionelle Entscheidungen zu diskutieren. Franz rein? Ottl raus? Torun UND Ben-Hatira? Oder wollt ihr gar nichts ändern? Ihr habt unten jetzt die Möglichkeit, eure persönliche „So-würde-ich-jetzt-rotieren“-Option für das Spiel gegen Mainz zu ziehen. Einzig Raffael und die Sturmspitzen haben wir bewusst nicht einbezogen. Wir sind gespannt auf euer Meinungsbild!

P.S. Bis zu fünf Antworten in der Clickshow sind möglich