Der Hertha-Plan fürs Wochenende: Erst die Bayern besiegen, dann im "Doppelpass" die Sensation erklären

(sto) – Er wäre so gerne der strahlende Triumphator. Würde so gerne einem breiten Publikum darüber Auskunft geben, wie Hertha BSC tags zuvor die Sensation gelungen ist: ein Sieg beim FC Bayern.

Bei allem Wohlwollen ist es aber wohl doch wahrscheinlicher, dass Michael Preetz am Sonntagvormittag im „Doppelpass“ von Sport1 über die Niederlage des Aufsteigers beim Rekordmeister sprechen muss. Keine Schande, vielmehr wäre alles andere eine wirklich dicke Überraschung. Zu souverän spielen die Bayern in diesen Wochen; schon jedes Gegentor hat absoluten Seltenheitswert; aktuell ist das 1018 Minuten nicht mehr vorgekommen.

Interessante Duelle auf und neben dem Feld

Hertha bei den Bayern also, das viel zitierte „Bonusspiel“ (Trainer Markus Babbel). Was denkt ihr: Worauf wird es für die Berliner in erster Linie ankommen, um überhaupt so etwas wie den Hauch einer Chance zu haben? Wie ich finde, gibt es im Vorfeld dieser Partie eine ganze Reihe auffälliger Duelle. Da ist freilich die Begegnung des ehemaligen und des aktuellen Bayern-Torhüter, Thomas Kraft trifft auf seinen Nachfolger Manuel Neuer.

Ein Wiedersehen der besonderen Art feiert auch Markus Babbel. Ein paar Meter weiter an der Seitenlinie steht mit Jupp Heynckes „der Mann, dem ich zu verdanken habe, dass meine Profikarriere ins Laufen gekommen ist“. 1991 war das, lang ist’s her. In der Gegenwart will der Schüler von einst seinen Lehrer besiegen.

Dann sind da noch Andreas Ottl, der aus nachvollziehbaren Gründen nicht vorbeikam an Bastian Schweinsteiger und deshalb jetzt bei Hertha spielt; die Eigengewächse auf der rechten Außenbahn, Thomas Müller und Patrick Ebert; die Jugendfreunde Änis Ben-Hatira und Jerome Boateng; die Torjäger Mario Gomez und Pierre-Michel Lasogga.

Was Lasogga sogar Gomez voraus hat

Wisst ihr übrigens, wie viele Tore Gomez als 19-Jähriger schon erzielt hatte? Ich verrate es euch: null! In dem Punkt hat Lasogga dem derzeit wohl verlässlichsten deutschen Goalgetter schon was voraus. . .

Und dann ist da noch Christian Lell, der rechte Verteidiger, der aus zahllosen Übungsstunden zu Bayernzeiten bestens die Finten des Münchner Linksaußen Ribery kennt. Ein Vorteil für Hertha – damit Preetz am Sonntag die Sensation erklären kann?

P.S.: Für die Morgenpost berichtet am Samstag der Kollege Bremer aus der Münchner Arena. Möge es für ihn besser laufen, als für mich bei den beiden letzten Reisen. Im Dezember 2009 gab es ein 2:5 – bei bitterkalten -18 Grad Celsius und Schneetreiben. „Wirklich extrem“ nannte Patrick Ebert die damaligen klimatischen Verhältnisse. Und vergangene Zweitliga-Saison gab es das kuriose 0:1 mit dem Sejna-Rot in der Schlussminute. Aber an den wahren Skandal erinnern sich treue Mit-Blogger sicherlich noch: Im Medienraum gab es keinen süßen Senf zum Leberkäs‘ – und das im Herzen Bayerns!