Babbel zittert um Ramos und Ebert - Ist Ronny wieder eine Option?

(mkl) – Da war es plötzlich wieder, dieses verschmitzte Lächeln bei Markus Babbel, das ihm immer dann im Gesicht steht, wenn der Trainer einen Scherz gemacht hat. Er gehört ja nicht zu den Leuten, die laut über seine eigenen Witze lachen, nein, bei ihm zeigt sich das an den zuckenden Mundwinkeln.

Heute geschehen bei der Frage, wie es denn Adrian Ramos gehe – der Kolumbianer hatte ja bereits gestern wegen einer Erkältung nicht mittrainieren können. Da meinte Babbel ganz trocken: „Er sah schon ziemlich blass aus“, und es brauchte dann ein paar Sekunden, bis der (politisch vielleicht nicht ganz korrekte) Gag auch wirklich angekommen war.

Dumm nur: Das heißt übersetzt, dass Ramos heute wieder nicht trainieren konnte. Ich wage jetzt mal die Prognose, dass er gegen Augsburg nicht auflaufen wird. Gleiches gilt für Patrick Ebert, auch er hat sich erkältet, gestern hatte er sich schon einen Pferdekuss am Oberschenkel zugezogen.

Nun könnten sie vielleicht gerade noch so zumindest gesund werden. Babbel sagt aber: „Es ist nicht das Spiel, das alles entscheidet. Wir müssen nichts über das Knie brechen.“ Einen Risiko-Einsatz schließt er also aus. Levan Kobiashvili trainierte dagegen wieder normal mit der Mannschaft und kann spielen.

Was bedeutet das jetzt für Hertha? Zunächst steht das Team erstmals in dieser Saison vor Verletzungssorgen. Wobei sich durch das Überangebot an Offensivspielern sofort die Frage stellt, wer für Ramos und Ebert in die Bresche springen wird.

Lasogga wird wieder spielen, so viel steht fest. Im bislang gut funktionierenden 4-2-3-1 wäre somit nur noch die Frage offen, wer den Part auf Rechts übernimmt. Oder reden wir auch über links? Die Leistungen von Tunay Torun waren durchwachsen, auch wenn ich nach wie vor ein erklärter Anhänger seines wuseligen Spiels bin.

Der Schelte folgt das Lob für Ronny

Wenn wir über die linke Seite reden, ist eine Passage der heutigen Pressekonferenz besonders interessant. Nämlich die, in der Babbel über Ronny sprach – und ihn gewissermaßen rehabilitierte. Nachdem er ihm vor einigen Wochen unprofessionelles Verhalten abseits des Platzes unterstellt hatte, lobte er ihn heute über den grünen Klee:

„Ronny hat hart, sehr hart trainiert. Er war bereit all das mitzugehen, was wir ihm gesagt haben. Jetzt kommt er langsam in eine Form, die mir gefällt. Und ich bin mir sicher, dass es ihm auch gefällt, wenn er in den Spiegel schaut. Er musste auf viel verzichten, das hat ihm wehgetan. Aber inzwischen sage ich nur: Respekt vor dem Jungen. Ich glaube aber auch, dass er selbst weiß, dass sich nicht jeder Trainer so intensiv mit ihm beschäftigt hätte.“

Bahnt sich da etwa ein schnelles Comeback an? Heute wurde Babbel bereits in der „Bild“ zitiert, er wäre ja blöd, wenn er einen fitten Ronny nicht spielen ließe…

Was meint ihr: Wäre es guter Schachzug, wie aus dem „Nichts“ Ronny zu bringen, um der Mannschaft einen neuen Kick zu geben? Babbel berichtete heute davon, die Woche sei „schleppend“ angelaufen, weil das Dortmund-Spiel eben noch in den Köpfen war. Vielleicht ist es angesichts der zu befürchtenden Ausfälle wirklich eine Option, den Brasilianer zumindest auf die Bank zu setzen – um ihn dann als Motivation für das Team später einzuwechseln. Wobei ich nicht unterstellen möchte, dass es nicht für einen Einsatz in der Startelf reicht.

Übrigens: Pillen nimmt Ronny nach Babbels Aussage nicht. Über diese Spekulationen sagte Babbel: „Da müssten bei mir doch alle Alarmglocken angehen, weil die meisten Präparaten auf der Dopingliste stehen.“

Jetzt seid ihr dran: Wie sieht eure Elf für Augsburg aus? Und welche Gangart muss die Mannschaft wählen? Soll sie forsch und selbstbewusst nach vorne spielen und damit dem Trend trotzen, den momentan alle ausmachen – nämlich, dass es sich auswärts leichter spielt, weil man da bequem auf Konter lauern kann?

Oder hat Peter Niemeyer Recht wenn er sagt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins offen Messer rennen?“ Und nochmal: Wie steht ihr zu einem baldigen Coemback von Ronny?