Happy Birthday, Markus Babbel: Eine Feier mit seinen Liebsten und kein Kindergeburtstag in Dortmund

(sto) – Hertha BSC bei Borussia Dortmund, der Aufsteiger beim Deutschen Meister – nein, es ist kein ganz gewöhnliches Spiel, das uns da am Samstag bevorsteht. Und so war es nur folgerichtig, dass auch in der obligatorischen Pressekonferenz vorher schon eine ganze Menge drinsteckte: knallharte Fakten, ein wenig Flunkerei – und eine furchtbar dusselige Frage.

„Wie stoppt man den Mario Götze. . .?“

Es war ein älterer Herr, den niemand von uns in seiner Funktion so recht zuordnen konnte: „Sagen Sie mal, Herr Babbel, haben Sie eigentlich ein Geheimrezept, wie Sie den Mario Götze stoppen wollen?“, fragte er. Ungläubiges Raunen im Medienraum, Manager Michael Preetz litt auf dem Podium stumme Qualen, aber Babbel – es hilft ja nix, wenn man gefragt wird, muss man auch antworten – bediente sich einmal mehr seiner typischen Ironie: Ja, sagte er also, „das Geheimrezept heißt Wolfgang Stark aus Ergolding“, jener Schiedsrichter also, der Hertha per Feldverweis eine Begegnung mit dem gegenwärtig wohl aufregendsten deutschen Fußballer erspart hat.

Eingeleitet hatte Babbel an seinem 39. Geburtstag mit den nun wirklich zweifelsfrei glaubwürdigen Worten, er wolle diesen Ehrentag gern „mit den Liebsten feiern“. Weswegen es ihm „ein Bedürfnis gewesen“ sei, referierte er, den Termin mit uns Journalisten auf den heutigen 8. September zu legen. Ja, Herr Babbel, genau, Herr Babbel, wir Berliner Medienleute haben gar keine Zweifel – genau so!

Alle Mann an Bord, Ben-Hatira im Kader

Die sportlich wichtigste und folglich für euch interessanteste Aussage: „Es sind alle Mann an Bord.“ Also auch die angeschlagen von Länderspielen zurückgekehrten Roman Hubnik und Pierre-Michel Lasogga, die beide schon wieder trainiert haben, sowie Sebastian Neumann, bei dem es nach seiner Fußprellung aller Wahrscheinlichkeit nach für das Abschlusstraining am Freitag reichen wird. Über Zugang Änis Ben-Hatira sagte Babbel: „Er hat allerbeste Chancen, in Dortmund zum Kader zu gehören.“ Ob er auch in der Startelf stehen wird? „Das verrate ich vorher doch nie.“ Sprach’s und wurde dabei fotografiert (alle Fotos: sto).

Damit hatte das Gespräch seinen ernsthaften Teil erreicht. „Leider kein Kindergeburtstag“ werde die Partie, formulierte Babbel die Schwere der Aufgabe mit zum Tage passenden Worten: „Aber wenn wir am Ende einen oder sogar drei Punkte mitnehmen können, wäre das ein Geschenk meiner Mannschaft, das ich bestimmt nicht umtauschen würde.“ Was Babbel gar nicht dulden wird, ist einen leidenschaftslosen Auftritt der Seinen. Motto: In Dortmund ist für uns das leichteste Spiel der Saison, denn da haben wir nun wirklich nichts zu verlieren.

BVB: Letzte Heimniederlage vor über einem Jahr. . .

Stimmt nicht, hält Babbel solcherlei Überlegungen entgegen: „Wir haben ein Jahr hart gearbeitet, um als Hertha BSC wieder in solchen Stadien auflaufen zu dürfen, da sollten wir jetzt nicht damit zufrieden sein, uns nur das Stadion von innen anzuschauen und zu staunen. Ich will, dass wir so auftreten, dass eine Überraschung möglich ist.“ Immer wissend jedoch, dass der BVB letztmals am 22. August 2010 – also vor über einem Jahr – ein Heimspiel verloren (0:2 gegen Leverkusen) und von den folgenden 18 Heimspielen 14 gewonnen und viermal unentschieden gespielt hat. Das Ganze bei 40:9 Toren.

. . . aber auch Hertha ist 2011 auswärts noch ohne Niederlage!

Doch weil wir natürlich positiv denken, beschließen wir den heutigen Blog mit Hans Meyer und den Worten: „Je länger eine Serie dauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie zu Ende geht.“ Und nicht zuletzt hält auch Hertha dem eine beeindruckende Serie entgegen: In Auswärtsspielen ist die Babbel-Elf im Kalenderjahr 2011 noch ohne Niederlage!

Was meint ihr: Welche Serie setzt sich durch? Wie ist euer Gefühl für Samstag: Herthas Auftritt in Dortmund einfach genießen, oder mitfiebern wie bei jedem anderen Spiel auch?

P.S. 1: Über das Personal und die Taktik für das Spiel – lasst uns morgen diskutieren, okay?!

P.S. 2: Ach, und dann war da ja noch @Blauer Montags Frage nach dem Verbleib von Pal Dardai. Knallhart nachrecherchiert ergibt sich folgender Stand der Dinge: Der gute Pal wird Montag der übernächsten Woche (19. September) in Budapest mit dem Lehrgang zur A-Lizenz beginnen. Dem anschließen wird sich in naher Zukunft die Ausbildung zum Fußballlehrer, die höchste Stufe also, und „so schnell, wie es irgendwie geht“, möchte er mit allem fertig sein, sagte Dardai heute auf Anfrage des Immerhertha-Reporters

In diesem Zuge hat er auch verraten, warum er beispielsweise gegen St. Pauli II nicht für die U23 gespielt hat: „Ich spiele nur noch im absoluten Notfall. Mit Fabian und Fanol und Alfredo und wie sie alle heißen, hat ein halbes Dutzend Profis mitgespielt, die jede Minute Spielzeit gebrauchen können.“ Und was er da als alter Sacke im Wege stehen sollte. Apropos: Seinen nächsten Einsatz für Hertha hat Dardai am 14.September – für die Traditionself auf dem Arno-Franz-Sportplatz in Werder/Havel gegen den ortsansässigen Werderaner FC Viktoria. Um 18.00 Uhr ist Anstoß.