Eine Niederlage zum Debüt für Ben-Hatira und ein Nachmittag Erholung für Ramos

(sto) – Er ackerte Freitag im Kraftraum, er lief Samstag mit Fitnesstrainer Henrik Kuchno durchs Grüne – die Ankunft (besser: die Rückkehr) von Änis Ben-Hatira geriet tagelang zum medialen Großereignis. Die Länderspielpause macht’s möglich. Heute, Montag, stand er nun zum ersten Mal mit den neuen (und im Fall Ebert: auch alten) Kollegen auf dem Trainingsplatz.

Es war eine recht kurze Premiere, nur 45 Minuten beschäftigte Markus Babbel die Seinen. Ließ sie sich kurz erwärmen und dann den Rest der Zeit zehn gegen zehn auf je zwei Übungstore kicken.

Es war gewissermaßen ein Spiel Jung gegen Alt. Im Team grau mit Ben-Hatira standen außerdem Kraft, Perdedaj, Morales, Brooks, Lustenberger, Kargbo, Burchert, Schulz und Ebert. Sie rannten vergebens an gegen die Routiniers mit den gelben Leibchen: Aerts, Janker, Ottl, Mijatovic, Ronny, Lell, Franz, Rukavytsya, Niemeyer, Raffael.

Ebert grätscht ohne Rücksicht auf Verluste

Es war durchaus Tempo in dem Spielchen, teilweise ging es sogar richtig hoch her (alle Fotos: sto), Ebert grätschte mit meterlangem Anlauf (und ebenso langer Bremsspur) ohne Rücksicht auf Verluste gegen Mijatovic – nein, Freunde werden die beiden im Training offensichtlich nicht mehr, wenn man mal an neulich denkt -, und dieser Kapitän produzierte ein andermal im Sprung ein derart hohes Bein, dass jeder andere sich wohl mindestens eine schmerzhafte Zerrung der Hüftmuskulatur zugezogen hätte.

Ben-Hatira hielt sich aus all dem raus. Fußballerisch ist er ein Feiner, das zeigte sich schon im Trainingsspiel, wenn er die Kugel meist eng am Fuß führte und sich auch von herangrätschenden Gegnern nur mäßig beeindruckt zeigte. Anzunehmen ist daher, dass Ben-Hatira in Dortmund auf Anhieb in Herthas 18er-Kader für den Spieltag und womöglich sogar prompt in der Startelf stehen wird – das jedenfalls ließ Babbel im Anschluss durchklingen.

Ramos ist schon wieder in Berlin

Ein anderer hatte an diesem Nachmittag einfach mal – frei. Adrian Ramos durfte sich tüchtig ausschlafen. UPDATE: Hertha darf sich auf Bremen freuen, Ramos sieht mysteriöses Rot Der Kolumbianer, der im Testländerspiel gegen Honduras aus reichlich obskuren Gründen die Rote Karte gesehen hatte, traf aus diesem Grund unplanmäßig früh wieder in Berlin ein; er sei Montagmorgen um 8 Uhr in Tegel angekommen, hieß es. Ehe er von Dienstag an am regulären Übungsbetrieb teilnehmen wird, sollte Ramos sich von den Strapazen einer weiteren Reise auf den amerikanischen Kontinent erholen.

Die Rote Karte, die wohl nicht wirklich eine war, erinnerte Babbel Update: DFB sperrrt Ramos für ein Spiel „spontan an Paderborn, da hat Adrian ja auch nichts getan, aber ist vom Platz geflogen“. Mit dem Unterschied nur, dass dem Hertha-Coach die aktuelle Entwicklung natürlich nicht unrecht ist, kann er so doch viel früher als geplant wieder mit seinem wichtigsten Angreifer arbeiten – was in der Woche vor dem Spiel beim Deutschen Meister Borussia Dortmund ja nicht das Schlechteste sein muss und vielleicht doch dazu führt, dass Ramos entgegen der Empfehlung von @Blauer Montag doch in der Startelf stehen wird. Ich wage mal den Tipp, dass es genau so kommen wird. . .

Und wie endete der Nachmittag? Da räumte Ebert, nun wieder ganz besonnen, brav die Spielsachen auf.