Dem Wahnsinn folgt die Auszeit: Manager Preetz entspannt auf Sylt

(sto) – So so, nach getaner Arbeit ziehen die Herrschaften sich also samt und sonders zur Erholung zurück. Mit dem Transferschluss haben sich sowohl Manager Michael Preetz als auch Blogpappi Bremer in den Urlaub verabschiedet. Der eine für ihm zu gönnende gut drei Wochen. Der andere für einen Kurztrip nach Sylt, ehe er Sonntag gemeinsam mit Trainer Markus Babbel beim Hamburger „Tag der Legenden“ zu Gast sein wird.

Das gesamte Immerhertha-Team wünscht gute Erholung, dazu gibt’s von uns den passenden Urlaubssong:

Doch blicken wir nun auf das Arbeitsprotokoll des Hertha-Managers Michael P. am 31. August 2011:

„Es war ein hektischer Tag“, sagte Preetz vor seiner Abreise über das nun hinter ihm liegende Finale der Wechselfrist. Zum zweiten Mal hat der Manager sich ins Sommerschlussverkaufs-Getümmel der Bundesligisten gestürzt. 2009 kam nix Gutes dabei rum, trotz Adrian Ramos war Lucien Favre seinen Job alsbald los. Und diesmal? Der Kader, wie er sich nun präsentiert, gibt zu Hoffnung Anlass, dass Hertha mit diesem Personal zumindest bis zum Winter kommt; und dass der Klassenerhalt ein realistisches Ziel ist (@Markus Babbel: Haben Sie diese Bescheidenheit registriert?).

Erst gegen 22.30 Uhr war alle Arbeit getan. Erst dann hatte Preetz nach wochenlangem Stillstand in der Causa Kaka (Vertrag bis 2012) doch noch einen Deal mit dem zypriotischen Klub Apoel Nikosia finalisiert. Wie zu hören ist, zahlt der Champions-League-Teilnehmer eine Ablöse im niedrigen sechsstelligen Bereich (ca. 250.000 Euro), dazu spart Hertha das Gehalt des noch von Ex-Manager Dieter Hoeneß verpflichteten Brasilianers; die Schätzungen schwanken zwischen rund einer halben Million und bis zu 800.000 Euro (dann wohl inklusive Prämien, die Kaka aber ohnehin nicht kassiert hat).

Über den zum Ende hin restlos ins Hintertreffenen geratenen und zur U23 abgeschobenen Kaka sagte Babbel nun am Donnerstag: „Menschlich kann ich nichts Schlechtes über ihn sagen. Er hat einfach Pech gehabt. Und es hat ihm auch ein bisschen am Tempo für die Bundesliga gefehlt. Mit Mijatovic, Hubnik und Neumann war die Konkurrenz zu stark, deshalb haben wir ihm keine Steine in den Weg gelegt, als sich für ihn diese Option aufgetan hat.“

Hertha drückt der Eintracht die Daumen

Ebenfalls von der Lohnliste geschafft wurde Üppigverdiener Rob Friend – für zunächst ein Jahr und auf Leihbasis an Eintracht Frankfurt. Doch alle Beteiligten an Main und Spree sind äußerst zuversichtlich, dass der diesjährige Absteiger Herthas Weg vom Vorjahr gehen und im kommenden Mai zurück in der Bundesliga sein wird. In dem Fall greift zwingend eine festgeschriebene Kaufoption; das heißt, ob die Eintracht dann will oder nicht – bei Aufstieg verlängert sich Friends Vertrag automatisch um zwei weitere Jahre, und Hertha kassiert ca. 1,5 Millionen Euro Ablöse.

Für den Kanadier (Vertrag bis 2013) hatte Babbel nur gute Worte zum Abschied: „Ich bin ihm dankbar für seinen Anteil am Aufstieg. Es ist für ihn einfach nicht so verlaufen, wie er es sich vorgestellt hat. Trotzdem war sein Verhalten tadellos.“ Und deshalb, sagte Babbel weiter, wünsche er Friend nun auch „drei gute Jahre in Frankfurt“.

Das für Kaka und Friend gesparte Geld investierte Preetz in die Heimkehr von Änis Ben-Hatira. Der in Wedding groß gewordene Deutsch-Tunesier, der zwischen 1995 und 2003 schon einmal das Hertha-Trikot trug – und dabei nicht immer den allerbesten Ruf genoss -, unterschrieb einen Vertrag bis 2015. An Ablöse wurden etwa 500.000 Euro fällig, in einem ähnlichen Bereich soll sich das Jahresgehalt des Rückkehrers bewegen.

Ebert, Torun, Raffael: Wen bedrängt Ben-Hatira?

Schon in den vergangenen Wochen und speziell im vorigen Blog ist vielfach diskutiert worden: Warum gibt Hertha mit Friend einen Mittelstürmer ab und holt stattdessen mit Ben-Hatira einen (wenngleich flexibel einsetzbaren) offensiven Mittelfeldspieler? Dazu sagte Babbel heute: „Zu viel von etwas kann man nie haben, nur zu wenig.“ Und überhaupt, von wegen, Ben-Hatira könne nicht auch an vorderster Front spielen: „Änis kann das in meinen Augen“, sagte Babbel, „Tunay Torun übrigens auch.“

Nehmen wir das als Meinungsäußerung einfach mal so zur Kenntnis. Am ehesten scheint Babbel den fünften Neuen des Sommers ohnehin zentral hinter einer Spitze zu sehen – neue Konkurrenz für Raffael also? Oder droht ein Konflikt der Kumpels, Ben-Hatira versus seinen alten Hertha-Weggefährten Patrick Ebert und/oder den aus Hamburg bekannten Torun?

Beidfüßig ist der junge Mann augenscheinlich – und mancher HSV-Fan weint dem Neu-Herthaner bereits hinterher:

http://www.youtube.com/watch?v=tgsMyQsH9bY

Wohin führt Herthas Weg mit Preetz?

Doch zurück zu Preetz. Wie ist eure Einschätzung: Hat der Manager aus den Fehlern seiner ersten Monate im Amt gelernt? Sprich: Wie ist Preetz‘ Transferbilanz des Sommers 2011 mit fünf Neuen, vier Abgängen und drei verliehenen Spielern zu bewerten – und wie zuversichtlich (oder auch nicht) seid ihr am 1. September 2011, dass Hertha nach Abstieg und Bundesliga-Rückkehr nun wirklich wieder auf einem guten Weg ist?

P.S. @freddie1: Ich habe es mit eigenen Augen gesehen – heute im Training wurde tatsächlich mal so etwas wie Einwürfe und der daraus folgende Umgang mit dem Ball geübt. . .