Improvisieren ist gefragt: Sechs Herthaner auf Länderspielreisen

(sto) – Bunte, weite Fußballwelt. Georgien, Lettland und Malta. Die Türkei, Kasachstan und Österreich. Tschechien und Schottland. Deutschland, San Marino und Weißrussland. Kolumbien, Honduras und Jamaika. Hertha-Profis, so scheint es, kommen in und kenne alle Ecken der Erde.

Mit dem Nachteil für ihren Arbeitgeber, dass auch in dieser internationalen Spielpause wieder einmal sechs Nationalspieler auf Reisen sind und somit im Übungsbetrieb fehlen. Namentlich handelt es sich um die Abwehrspieler Roman Hubnik, Levan Kobiashvili und Sebastian Neumann; um Mittelfeldspieler Tunay Torun; und um die Angreifer Adrian Ramos und Pierre-Michel Lasogga.

Gehirnerschütterung: Perdedaj muss pausieren

Fanol Perdedaj musste seine Reise zur U20 wegen einer im Regionalliga-Spiel in Cottbus erlittenen Gehirnerschütterung absagen. Das tut mir deshalb besonders leid für den Jungen, weil er mir noch am Tag vor dem Spiel erzählte, wie sehr er sich nach seiner Nichtberücksichtigung für die U21 stattdessen auf die U20 freue – und dass er dort ja womöglich sogar die Kapitänsbinde tragen dürfe. Daraus wird nun nichts, stattdessen muss Perdedaj drei Tage mit dem Training aussetzen.

Die Aufzählung der Absenten verdeutlicht jedenfalls die Auswirkung auf den Trainingsbetrieb bei Hertha. Kaum ein Mannschaftsteil, in dem nicht Lücken klaffen. Speziell im Angriff ist die Lage dramatisch, als Stoßstürmer verbleibt nur noch Rob Friend (und wer weiß schon, ob der sich nicht doch auch noch aus dem Transferfenster stürzt).

Eure Meinung ist gefragt

Wie würdet ihr als Trainer in so einer Situation verfahren? Worauf würdet ihr in den täglichen Arbeit den Fokus richten; speziell in der Situation, in der die Mannschaft sich nach vier Spieltagen befindet: Wo erkennt ihr Defizite, in welchen Bereichen des modernen Fußballs ist eurer Meinung nach der Hebel anzusetzen? Fit zum Beispiel erscheint die Mannschaft ja. Was klappt noch weniger gut?

Welche Spieler aus dem U23-Kader würdet ihr einmal bei den Profis mittrainieren lassen?

Realistisch betrachtet sind es in dieser Woche drei Trainingstage (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag), ehe Freitag der Test beim Kreisligisten TSV Sudheim (nahe Göttingen) ansteht. Das Wochenende und eventuell auch noch der halbe Montag dürften dann frei sein, ehe wiederum Dienstag die Vorbereitung auf Dortmund startet. Erst Mittwochnachmittag werden indes die Nationalspieler zurück erwartet, Ramos vielleicht sogar erst Donnerstag. Andererseits ist die Situation für die Dortmunder mindestens genauso unangenehm. . .

Lell und das gute Gefühl

Ein Mannschaftsteil, an dem es sich leicht, weil uneingeschränkt hantieren lässt: das defensive Mittelfeld. Andreas Ottl, Peter Niemeyer, Fabian Lustenberger – diese drei sind alle vor Ort; es lässt sich also in jeder Formation alles einstudieren, bis hin zum viel zitierten Tannenbaum. . .

Unser heutiges Geburtstagskind Christian Lell übrigens erzählte neulich noch über die positive Spätfolge des 1:0 vom Freitag gegen den VfB Stuttgart: „Mit einer Niederlage in zwei Wochen Pause zu gehen, wäre einfach unangenehm gewesen. Das Gefühl, das letzte Spiel verloren zu haben, schleppst du dann die ganze Zeit mit dir herum, es lastet auf jedem Training. So arbeitet es sich viel angenehmer.“