Hubnik wieder im Training - Flirtet Babbel mit dem Tannenbaum?

(mkl) – Arbeit an der frischen Luft hat immer seinen besonderen Reiz. Der Schenckendorffplatz liegt vor mir, während ich schreibe, knallen Patrick Ebert, Nikita Rukavytsya und Rob Friend noch ein paar Bälle auf das Tor von Sascha Burchert, der Rest der Mannschaft ist schon in der Kabine verschwunden. Mein Akku sagt mir, dass ich jetzt 2 Stunden und 50 Minuten auf dieser Bank sitzen könnte, um euch von heute zu erzählen…

Dabei geht das an sich recht schnell. Wichtigste Nachricht: Roman Hubnik ist wieder im Training, wenngleich der Rückstand durch seine auskurierte Fußprellung erst ein Einzeltraining ermöglichte. Der Trainer konnte nach der Einheit nicht sagen, wann er mit dem Team trainieren kann. Den Rest ließ Markus Babbel heute rund 75 Minuten schwitzen. Zuerst stand ein leichtes Sprint- und Koordinationsprogramm an, dann ließ er in zwei Gruppen sieben gegen drei spielen.

Vier Sechser, vier Offensive

Wirklich intensiv gestaltete sich dann das Spiel elf gegen elf auf halbem Platz. Interessant fand ich vor allem die Aufstellungen.

Team Gelb: Burchert, Lell, Janker, Mijatovic, Brooks, Ottl, Niemeyer, Perdedaj, Lustenberger, Lasogga, Friend

Team Grau: Aerts, Kobiashvili, Neumann, Franz, Morales, Rukavytsya, Raffael, Torun, Ebert, Ronny, Ramos

Stammtorwart Thomas Kraft trainierte derweil alleine. Das Spiel gewann Gelb 2:1 (Tore durch Friend und Lell sowie Torun)

Ich weiß, dass diese Trainingsspiele begrenzte Aussagekraft haben, dennoch fällt auf:

– dass Babbel alle Sechser in einem Team antreten ließ, wobei Lustenberger und vor allem Perdedaj offensiver eingestellt waren

– und dafür alle offensiven Mittelfeldspieler zusammen stellte, Raffael agierte hier als einziger Sechser

Mein Eindruck war, dass Babbel gezielt schauen wollte, wie a) drei Sechser zusammen funktionieren, über das „Tannenbaum“-System haben wir ja schon viel diskutiert und b) mal eine offensive Viererkette sehen wollte. Obowhl das 4-1-4-1-System seit der letzten Saison ja an sich ausgedient hat, die Balance zwischen Offensive und Defensive passte zumeist nicht.

Was meint ihr: Wäre eine Variante mit drei Sechsern ein probates Mittel, vor allem gegen übermächtige Gegner, die (ich richte mein Augenmerk schon einmal ein wenig in Richtung Dortmund) selbst kompakte Defensivreihen spielend ausschalten? Oder ist das eine Angsthasen-Taktik? Oder bewerte ich grade, den Rasenduft noch in der Nase, meine Eindrücke hier über? Und wie haben diejenigen von euch, die heute draußen waren, dieses Spielchen gesehen?