Keiner bewegt sich! Oder: Hertha, Friend und das Warten auf den Domino-Effekt

(mkl) – Mit einem Blick auf den Kalender, wir schreiben heute den 15. August, läutet sich wie von selbst die heiße Phase des Transferfensters ein. Etwas mehr als zwei Wochen haben die Klubs jetzt noch Zeit, um ihre Zu- und Abgänge unter Dach und Fach zu bringen. Für Hertha heißt das: Noch zwei Wochen, um zu einer Entscheidung zu gelangen, wie es im Sturm weitergehen soll. Sprich: Was mit Rob Friend passiert.

Und da bietet sich denen, die versuchen, ein wenig Licht in die Vorgänge zu bringen, jetzt seit geraumer Zeit das gleiche Schauspiel: Friends Berater wird nicht müde zu betonen, dass er nur auf ein Signal von Hertha warte, dann könne er seinen Schützling direkt zu verschiedenen Vereinen vermitteln. Aber eben nicht vorher, außerdem fühle sich Rob in Berlin wohl, alles andere sei „dummes Zeug.“ Wer den Verein fragt, bekommt in der Regel zu hören: Stand jetzt wird es keine Veränderungen mehr geben.

Einzig: Beide Seiten dürften genau das Gegenteil wollen. Die Fronten sind, nun, vielleicht nicht verhärtet, aber es bewegt sich eben auch keiner. Beide Seiten können es sich nicht leisten, zu früh die Karten auf den Tisch zu legen. Friend nicht, weil er wohl jeglichen Restkredit verspielen würde, wenn er jetzt über einen Wechsel spräche, am Ende aber bleiben müsste. Den schwarzen Peter soll bitt der Verein haben. Und Hertha, das hat der Kollege Bremer ja bereits angemerkt, wird Friend keine Freigabe erteilen, solange nicht für Ersatz gesorgt ist. Denn ansonsten hätte Hertha außer Adrian Ramos in Pierre-Michel Lasogga lediglich ein junges Talent für den Sturm zur Verfügung, das gerade eine erste schwierige Phase durchmachen muss. Um Preistreiberei kann es jedenfalls nicht gehen.

Wer stößt den ersten Dominostein um?

Ich frage mich: Wer hat in diesem Poker eigentlich die besseren Karten? Und wer muss jetzt den ersten Stein umstoßen? Auf der einen Seite hat Friend sicher keinen finanziellen Druck, er kann seinen Vertrag einfach absitzen. Zudem bringt er einen „großen“ Namen mit, der ihn immer für Klubs interessant machen dürfte. Andererseits weiß auch der Kanadier, dass es so nicht weitergehen kann, am Ende will er spielen – und müsste auf einen Wechsel drängen.

Auf der anderen Seite steht der Verein, der jetzt auf die Zusage eines Stürmers (Ben-Hatira?) wartet, um dann sagen zu können: „Danke Rob, aber vielleicht….!“ Das ist an sich eine komfortable Position. Nur: Ersatz muss erst einmal gefunden werden. Und: Der Klub muss bei einer Neuverpflichtung sicher sein, Friend im Gegenzug auch wirklich abgeben zu können.

Was meint ihr: Ist diese Starre schädlich, weil beide Parteien nicht so recht wissen, wie es weitergeht? Verzockt sich Preetz, wenn er erst auf eine Zusage wartet? Sollte Friend die Initiative ergreifen? Oder seht ihr ihn in drei Wochen noch immer in Berlin und das ganze war nichts als ein Sommertheater?