Trainer Babbel entzieht Friend das Vertrauen

(ub) – Vor dem sonntäglichen Auslaufen versammelte Markus Babbel seine Gruppe im Kreis um sich. „Die Leistung in Hamburg ist jetzt das Leitbild für die kommenden Wochen. Wir haben gesehen, wie hart wir für einen Punkt in der Bundesliga arbeiten müssen.“

Der Trainer von Hertha BSC hatte vor dem 2:2 beim Hamburger SV eine Reihe von Dingen geändert: Die Aufstellung (Raffael rein, Lasogga raus), die Taktik (4-2-3-1 statt 4-4-2). Offensichtlich war auch die Ansprache an die Mannschaft erfolgreich, die präsentierte sich in Hamburg anders als beim enttäuschenden Saisonstart gegen Nürnberg (0:1).

Obwohl er seit einem Jahr in Berlin ist, rätseln wir hier alle noch etwas, wie gut Babbel wirklich ist. Mein Eindruck: Er ist ein Trainer in der Entwicklung. Er wusste, dass die vergangene Woche eine wichtige war. Für Hertha BSC, und damit automatisch auch für ihn. Babbel ist zwei Schlüssel-Personalien angegangen: Raffael wurde seit vergangenem Dienstag außerordentlich gelobt. Der Brasilianer hat gespielt und seine Leistung sprechen lassen.

Stricken für frierende Kanadier

In der zweiten Personalie hat Babbel heute nochmal nachgelegt. Er lobte Rob Friend, dessen Trainingseinsatz, seinen Charakter. Um das Thema mit der Bemerkung zu beschließen: „Das alles ist wie weggeflogen, sobald Rob das Trikot überzieht. Er ist mit Berlin nie recht warm geworden.“

Oha. Stricken für den Kanadier, damit er in Berlin nicht so friert? Oder entzieht da der Trainer seinem Wunscheinkauf der Vorsasion das Vertrauen. Und das Transferfenster ist noch zwei Wochen, bis zum 31. August, offen. Manager Michael Preetz hat am Samstag in HH nochmal jegliche Trennungsabsichten bei Friend von sich gewiesen.

Die Gerüchteküche in Sachen Friend indessen besagt: Feyenoord Rotterdam haben Interesse, der FC Augsburg, ein Klub aus England, einer aus der Türkei . . .

Hm. Was meint Ihr?

Meine Lesart: Hertha wird nur dann den ersten Schritt ( = Friend abzugeben) bis Monatsende tun, wenn der zweite Schritt fix ist (= wer kommt stattdessen).

Aerts steht gegen Hannover im Kader

Babbel weiß, dass die Mannschaft natürlich auf den Trainer geschaut hat: Wie reagiert er auf den Saisonstart? Der Trainer hat für das Hamburg-Spiel Maikel Aerts in Berlin gelassen. Mit dem Holländer gab es dazu ein Gespräch, Aerts wird gegen Hannover im Kader stehen. Nicht gesprochen hat Babbel mit Lasogga. Der Stürmer sagte: „Ich war überrascht, als die elf Namen auf der Tafel standen. Und meiner war nicht dabei.“

Babbel findet, ein 19-Jähriger müsse es hinnehmen, dass der Trainer nicht jede seiner Entscheidung im Einzelgespräch erklärt.

Wie beurteilt Ihr die Trainer-Arbeit der vergangenen Woche? Wie das Agieren von Manager Michael Preetz, der sehr im Hintergrund gewirkt hat? Und wie wird Herthas Sturm-Abteilung am 1. September aussehen?