Babbel, Raffael und jede Menge Streicheleinheiten

(ub) – Seit drei Tagen haben wir an dieser Stelle über Raffael diskutiert. Was aus ihm wird? Dass sein Berater sehr unzufrieden mit der Situation ist. Dass er nach Berlin kommen wolle. Wie der Trainer mit Raffael umgehen wird. Seit der Pressekonferenz von Hertha BSC ist das Thema für die nächsten 48 Stunden beantwortet.

Markus Babbel lächelte während der Anmoderation von Herthas Mediendirektor Peter Bohmbach zunächst in das immerhertha-Blog-iPhone (Fotos: ub) und sagte zu Raffael: „Er hat mir diese Trainingswoche sehr gut gefallen, aber das verlange ich auch von ihm. Er ist kein normaler Spieler . . . Ich habe viel mit ihm gesprochen . . . Raffa ist ein Spieler, der bei einer Vorbereitung schwer in die Gänge kommt . . . Wenn er will, ist er ein außergewöhnlicher Spieler . . . wir brauchen ihn . . . wenn Raffa so drauf ist, wie im Moment, habe ich immer einen Platz für ihn.“

Jetzt lehnen wir uns mal zurück. Erstens wird Raffael Samstag beim HSV in der Hertha-Startelf stehen. So verstehe ich den Trainer. Und so viele lobende Worte über den Brasilianer habe ich von Babbel auch noch nicht vernommen.

Ob der Trainer von sich aus draufgekommen ist oder nach der Beratung mit Manager Michael Preetz, ist unerheblich. Nach den vielen Fragen vom Wochenanfang heißt es nun: Babbel geht auf Raffael zu. Jetzt liegt es am Brasilianer von dem Vertrauen etwas zurückzugeben.

Ebenfalls bemerkenswert finde ich die Art des Lobes. Es ist nicht ‚die besten Elf spielen und da gehört Raffael im Moment dazu‘. Die Botschaft lautet: Raffa, wir brauchen Dich.

Das ist interessant,weil Raffael und Bruder Ronny den Eindruck hatten, dass die Trainer auf den ersten Fehler der Brüder gewartet haben, um sie dann nicht weiter aufzustellen. Auch hier geht Babbel über die Brücke und streckt die Hand aus: Mensch, Raffa, was wären wir ohne Dich.

Man davon ausgehen, dass nach dem Morgenpost-Text vom DienstagPreetz und Berater Dino Lamberti miteinander telefoniert haben. Seither – Zufälle gibt es – ist auch Schluss mit den öffentlichen Aussagen des Beraters. Außer, dass er hinterlegen wollte, nun doch nicht diese Woche nach Berlin kommen zu wollen. Der Umkehrschluss – alles ein Sturm im Wasserglas – trifft aber nicht zu. Es ist nicht so, dass Lamberti nicht kommt. Seine letzte Ankündigung (aber das muss jetzt unter uns bleiben): Ich schaue, dass ich in Hamburg bin.

Meine Lesart: Locker bleiben. Abwarten, was in den kommenden Partien gegen den HSV, in Hannover (21. August) und daheim gegen den VfB Stuttgart (26.) passiert. Einer indessen kann gerade nix zum Familienfrieden beitragen: Ronny ist nach seiner Knieverletzung im Aufbautraining, fällt aber in Hamburg aus. Ebenso wie Roman Hubnik, dessen Einsatz sogar in Hannover unwahrscheinlich ist.

Eure Meinung hierzu interessiert mich wie zur Torwartfrage. Die Frage ist: Wie würdet Ihr entscheiden? Im Wissen, um die Wichtigkeit von Maikel Aerts im gesamten Kader: Zur Frage, wer hinter Thomas Kraft als Nr. 2 auf der Bank sitzt, sagte Babbel: „Da habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“ Zu Aerts sagte der Trainer: „Maikel ist wieder fit und macht im Training einen sehr guten Eindruck.“

P.S. Zum Thema Aussprache mit der Mannschaft sagte Babbel: „Wir stehen jetzt zwei Tage vor dem HSV-Spiel. Ich glaube nicht, dass ich noch groß auf das Nürnberg-Spiel eingehen werde. Ich werde grundsätzliche Fragen ansprechen.“

P.S.2 Manager Michael Preetz war abwesend, da er sich auf der Rückreise vom Brasilien-Länderspiel befand.

P.S.3 Die Stimmung während der Pressekonferenz entnehmt Ihr den Fotos

P.S.4 Das Lied zum Thema