"Immerhertha" feiert erstklassig Geburtstag

(sto) – Kinder, wie die Zeit vergeht! Zahlen-Papst @Dan hatte es schon am Montagvormittag bemerkt: Ja, „Immerhertha“ gibt es nun schon ein ganzes Jahr lang. Am 9. August 2010 hatte ich die Ehre, den ersten Blog-Artikel online stellen zu dürfen. Und pünktlich zum Jahrestag danken die Kollegen Bremer, Kleinemas und ich euch allen da draußen, denn ihr seid es, die „Immerhertha“ zu einer – sagen wir jetzt mal so ganz unbescheiden – riesigen Erfolgsgeschichte gemacht haben und jeden Tag aufs Neue dazu machen. Sagenhafte 29.000 Kommentare habt ihr schon produziert, über sämtliche Facetten der blau-weißen Wunderwelt diskutiert, seid dabei – von minimalen Ausnahmen – fair und respektvoll miteinander umgegangen und habt bei all dem auch nie den Sinn für guten Humor und schlechte Witze vermissen lassen. Respekt, toll, danke!

Aber die Zeiten sind gerade nicht unbedingt zum Feiern gemacht; das 0:1 zum Bundesliga-Auftakt gegen Nürnberg hängt den Beteiligten noch in den Klamotten. Morgen/Dienstag um 10 Uhr bittet Markus Babbel die Seinen wieder zur Arbeit – zu tun gibt es genug. Der Kollege der Fachzeitung „kicker“ konnte sich am Samstag nach Spielschluss „an kein Spiel erinnern, in dem eine Mannschaft null Torchancen hatte“, und so lautet das Chancenverhältnis in der heutigen Ausgabe konsequent auch 0:2.

Keine Chancen, keine Tore

Woran es bei Hertha gehapert hat, haben die Kollegen von www.spielverlagerung.de ausführlich erklärt. Ihr Fazit: „Aufsteiger Hertha BSC blieb in seinem ersten Saisonspiel alles schuldig. Der Spielaufbau war katastrophal, (…). Sollten sich solche Leistungen häufen, wird es für die Berliner ganz schwer, die Klasse zu halten.“

Was heißt das nun für die neue Woche? Die Standardaussage eines jeden Trainers ist es, dass Länderspielabstellungen a) niemals schön, aber b) unumgänglich und c) überhaupt eine tolle Belohnung für die Betroffenen ist und d) sie – gerade in schwierigen Zeiten – auch mal wieder auf andere Gedanken bringt. Hoffen wir also, dass gerade dieser letzte Punkt sich bei den Sportskameraden Kobiashvili, Lustenberger sowie Lasogga, Neumann und Perdedaj einstellen möge, ehe sie am Mittwoch bzw. Donnerstag wieder in Berlin eintrudeln werden.

Eine Trainingswoche als Chance und Risiko

Fakt ist bis dahin: Der Übungsbetrieb am Schenckendorffplatz kann allenfalls eingeschränkt vonstatten gehen. Das kann Chance und Risiko bedeuten. Nicht eben optimal ist es, weil zumindest Kobiashvili und Lasogga derzeit Stammspieler sind. Eine Chance liegt in der verkleinerten Trainingsgruppe insofern, als Babbel und sein Co-Trainer Rainer Widmayer einen genaueren Blick auf den einen oder anderen derjenigen werfen können, die momentan hinten dran sind. Roman Hubnik zum Beispiel, so denn der nach überstandener Fußprellung in dieser Woche wieder trainieren kann – man weiß es nicht. Oder Raffael, der nach seiner Einwechslung allemal besser war als alle übrigen Mittelfeldspieler vor ihm (Torun) und neben ihm.

Oder Rob Friend, von dem man nicht so genau weiß, ob es sich bei seinen „Rückenbeschwerden“ wirklich um Rückenbeschwerden handelte, oder ob sie nur eine Schutzbehauptung waren, die einen Vorwand liefern sollte, weswegen der Kanadier gegen Nürnberg nicht im Kader stand. Mit seiner Zukunft (und der von Raffael) beschäftigt sich Kollege Bremer übrigens in der Print-Ausgabe der Morgenpost vom Dienstag. Was mir da so an Informationsfetzen über den Schreibtisch entgegensegelt, klingt definitiv schon mal brisant – und birgt sicher auch wieder frisches Futter für Diskussionen.

Wie würdet ihr entscheiden?

Bis es damit soweit ist, interessiert mich: Welchen Reservisten würdet ihr gegen Hamburg in die Startelf beordern – und wer sollte eurer Ansicht nach dafür weichen müssen? Es sind bei der zweiten und dritten Klickshow beliebig viele Häkchen möglich – oder, da hat @sir Recht, auch nur eines unter „keiner“