Kraft zum Saisonstart fit - Was kann Hertha erreichen?

(mkl) – Das Wichtigste vorweg: Aus der medizinischen Abteilung gab es heute die Nachricht, dass Thomas Kraft wohl spielen kann zum Saisonstart gegen Nürnberg. Der Torwart hat heute normal mittrainiert. Roman Hubnik hingegen fällt wegen der Prellung im Mittelfuß aus. Das alles erfuhren wir auf einer Pressekonferenz, bei der ein Hauch von internationalem Geschäft durch die Räume wehte. Wegen der Präsentation des „Reiselandes Türkei“ als neuem Sponsor waren zahlreiche türkische Kollegen anwesend, es gab leckeres Essen aus der Türkei, kurz und gut: Die Veranstaltung hätte auch der Auftakt zu einem Wochenende in der Europa-Leauge sein können.

Was mich direkt zum Thema bringt: Die Vorstellungen und Erwartungen für die kommende Saison scheinen ziemlich auseinander zu gehen. Während, um jetzt nur mal ein paar Beispiele zu nennen, Mario Basler in seiner Bild-Kolumne ziemlich gegen Hertha geätzt und die Mannschaft zum ersten Absteiger ernannt hat, sagte mir Marcel Reif gestern: „Hertha ist für mich kein klassischer Aufsteiger“. Heißt: Die Mannschaft sollte die Klasse halten, und zwar souverän. Der Klub selber gibt ja (sinnvoller Weise) den Klassenerhalt als offizielles Saisonziel aus. Die Spieler hingegen sprechen ziemlich häufig von Hannover und Mainz als Vorbilder, sie trauen sich ganz offensichtlich mehr zu – wenn denn der Start hinhaut. Tunay Torun war in der Hinsicht bislang am offensivsten: „Mit dieser Mannschaft sollten wir im gesicherten Mittelfeld landen, vielleicht ja sogar noch besser.“ Der Stern hingegen befindet in seinem aktuell „Bundesliga-Check“: „Arm und öde“.

Die Frage aller Fragen

Hertha als Ansammlung gescheiterter Bayern-Spieler, Durchscnittsware wie Raffael und einem Trainer, der keine Krise kann. So sieht es der Fußball-Experte bei Stern-online. Der nahende Saisonstart spült derzeit eine wahre Flut an Sonderseiten, Hertha-Büchern und Themenheften auf den Markt, die alles irgendwie bewerten und einorden. Ihr habt den Test gegen Real Madrid (1:3) und das Pokalspiel in Meuselwitz (40) gesehen. Wir haben euch seit dem Start der Vorbereitung im Blog auf dem Laufenden gehalten. Kurz und gut: Ihr habt die Vorbereitung intensiv verfolgen können, auch wenn ihr nicht immer mit vor Ort wart. Jetzt finden der Kollege Bremer und ich, dass es Zeit für die Frage aller Fragen an euch ist: Was kann Hertha in dieser Saison erreichen? Was sind realistische Ziele, was ist schon Understatement?

Gelingt der Start, oder müssen wir erst mal alle die Nerven behalten, weil es bei dem harten Anfangsprogramm kaum Punkte gibt? Wie ist der Zuschauer-Boom zu bewerten? Wird er auch anhalten, wenn es die ein oder andere Niederlage mehr gibt als noch im Vorjahr? Und welche „Experten-Meinung“ hat euch bisher am besten gefallen? Welcher Experte hat den Experten-Status nicht verdient?