Der Test gegen Real Madrid: Riskant, Kommerz oder einfach toll für die Fans?

(mkl) – Kaum aus dem Trainingslager gelandet, richtet sich der Blick gleich auf den absoluten Höhepunkt der Vorbereitung: Das Spiel gegen Real Madrid am Mittwoch um 18 Uhr im Olympiastadion. Einen Tag hat die Mannschaft Zeit, sich zu erholen, morgen geht es um 16 Uhr mit dem Training weiter.

Für Adrian Ramos wird diese Einheit gleich zu einem Härtetest. Der Kolumbianer wurde nach seiner vorzeitigen Abreise aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf sofort an seinem entzündeten Mittelfinger operiert, die Entzündung hatte sich offenbar schneller ausgebreitet als zunächst angenommen und musste jetzt aufgeschnitten werden. Morgen soll es nun also einen Versuch geben, ob er schon wieder voll mittrainieren kann – ich bin ehrlich gesagt skeptisch. Jedenfalls wird von der morgigen Einheit sein Einsatz abhängen.

Von Ramos einmal abgesehen ist eines ja klar: Ein Spiel gegen einen größeren Gegner werden wir im Olympiastadion so schnell nicht wieder sehen. Ich freue mich unglaublich darauf, und dennoch gibt es rund um die Partie einige Fragen für mich. Was, wenn der Test hoch verloren geht? Unbestreitbar ist, dass bei einer guten Leistung ein positives Signal ausgesendet werden kann, eine Grundlage für einen souveränen Saisonstart. Aber ein solches Spiel, mit einigen leicht angeschlagenen Spielern in den eigenen Reihen, aus der vollen Vorbereitung heraus, geht auch schnell mal 0:5 aus (ja ja, bestraft mich für diese düsteren Gedanken). Was passiert dann? Ich meine viel weniger die Konsequenzen für die Aufstellung etc., als mehr die Motivation. Und selbst bei einer guten Leistung könnte sich ein kleines Kopfproblem einstellen, wenn es am Sonntag nicht mehr gegen Ronaldo oder Mesut Özil, sondern gegen Meuselwitz geht.

Der Trend geht zum Abschluss-Kracher

Nun ist es nicht so, dass Hertha mit einem solchen Knaller zum Abschluss der Vorbereitung alleine steht. Auch wenn die Berliner zweifelsohne den dicksten Fisch an Land gezogen haben. Hannover zum Beispiel hat als Abschluss gegen Olympique Lyon gespielt (0:0), Köln hat 1:2 gegen den FC Arsenal verloren, und am 2. August wird der Hamburger SV den FC Valencia empfangen.

Die Frage ist ja, wozu solche Tests dienen. Meistens werden diese Spiele (wie ja auch bei Hertha) als Dank an die treuen Fans angepriesen. Umsonst sind sie für die Anhänger freilich nicht, und so interessiert mich eure Meinung: Nehmt ihr den Klubs das ab, oder sind solche Tests mehr und mehr auch ein Mittel, mit spektakulären Begegnungen die Vorbereitung zu finanzieren? Versteht mich nicht falsch: Auch das fände ich völlig legitim. Aber mit welchen Gefühlen geht ihr am Mittwoch ins Stadion, bzw. sitzt ihr vor dem Fernseher?

Zur Clickshow: Bei der ersten sind bis zu zwei Antworten erlaubt, bei der zweiten Umfrage bis zu drei.