Bad Waltersdorf, Tag I UPDATE: Babbel träumt von Messi, Niemeyer setzt aus

(mkl) – Markus Babbel hat sich, wie ich finde, eine recht lustige Art zugelegt, wie er auf Fragen von Reporten antworten kann, ohne wirklich darauf einzugehen. Er macht ganz einfach Witze. Wenn er es damit nicht übertreibt, finde ich das gut und eine nette Abwechslung zu anderen Trainern, denen jeglicher Humor abgeht und die trotzdem nichts sagen.

Da wurde er also heute Vormittag gefragt, wie es denn mit weiteren Zugängen aussehe. Darauf Babbel todernst vor laufender Kamera: „Ich verrate Ihnen jetzt mal etwas, aber es wäre schon gut, wenn das erstmal unter uns bleibt“, und dann legte er los: Er habe Kontakt zu Lionel Messi aufgenommen, weil der ja nun Zeit habe, seit er bei der Copa America mit Argentinien ausgeschieden ist, und bestimmt sei er bereit für neue Herausforderungen. Und ganz im Stile einer ernsthaften Verhandlung schloss Babbel seinen Monolog in etwa so: „Wir haben dem Spieler unser Konzept gezeigt, er hat sich alles angehört, jetzt muss er entscheiden, ob er den Schritt machen möchte.“ Damit war dann wirklich alles gesagt zu diesem Thema.

Kraftraubende Spiele auf engem Raum

Nun, in der Realität muss es sein Team wohl ohne den Weltstar richten, und dafür hat es heute früh ganz schön geackert. Die erste Trainingseinheit sah zwar viel nach Spielformen und Spaß aus (der ganz offensichtlich auch dabei war), doch letztlich war es eine harte, fordernde Einheit von rund 100 Minuten. 18 Feldspieler standen Babbel zur Verfügung, Fabian Lustenberger (Aufbau nach seinem Urlaub) und Abu Bakarr Kargbo (Knöchelverletzung) trainierten separat. Für die Mannschaft hieß das konkret: Nach einem lockeren Lauf- und Passprogramm durften seine Spieler in Gruppen den Ball hochhalten (erst mit dem Fuß, dann mit dem Kopf), immer für eine Minute. Wer ihn fallen ließ, musste 20 Ligestütze machen. An diesen Teil schloss sich erneut ein Programm aus Passübungen an.

Den Hauptteil aber bildeten verschiedene Spiele auf zwei Tore, Gelb gegen Grau, in folgenden Einteilungen:

Gelb: Burchert, Kobiashvili, Mijatovic, Franz, Lell, Torun, Ronny, Lasogga, Perdedaj, Janker

Grau: Strebinger, Ebert, Morales, Hubnik, Neumann, Rukavytsya, Friend, Raffael, Niemeyer, Ottl

Zunächst gab es ein Spiel zehn gegen zehn auf dem halben Feld, so wie wir Fußball kennen. Danach wurde der Abstand zwischen den Toren auf ein Viertel reduziert, und Babbel beorderte schrittweise immer mehr Spieler als Anspielstationen an die Seitenlinie. Heißt: Erst 5 gegen 5, dann 4 gegen 4, schlussendlich 3 gegen 3. Die Spieler an den Seiten- und Torauslinien konnten quasi als Bande genutzt werden – es waren nur direkte Pässe erlaubt.

So entstanden kraftvolle, emotionale Spiele, die auch mal weh taten: Andrej Mijatovic trat vor Wut so stark gegen Pfosten, dass er minutenlang humpelte, Roman Hubnik bekam den Ball an eine ganz ungünstige Stelle, Sebastian Neumann humpelte nach der Einheit in Richtung Bank. Babbel war begeistert vom Einsatzwillen seiner Truppe: „Das hat Spaß gemacht, die Bedingungen waren optimal.“

Niemeyer fehlt am Nachmittag

Beim zweiten Training des Tages hat der Coach seine Schützlinge dann noch einmal hart rangenommen. Es galt, in unzähligen Variationen gegeneinander zu sprinten. Ein Leistungsträger allerdings fehlte: Peter Niemeyer setzte aus, nachdem er am Vormittag einen Schlag auf den linken Knöchel abbekommen haben soll. Es klang allerdings nicht sonderlich ernst. Der Rest absolvierte anschließend ein ausgiebieges Torschuss-Training mit vorangegangenen Kombinationen, ausgehend aus dem defensiven Mittelfeld.

Zu den Torhüterfragen

1. Strebinger hat sich speziell heute Nachmittag ganz toll geschlagen, er entwickelt sich hier ein bisschen zum Publikumsliebling, nachdem er eine Salve von vier Nachschüssen binnen weniger Sekunden ausgeseztzt war. (Ja, inzwischen sind etwa 30 Hertha-Fans angereist und haben auch schon die Hymne intoniert).

2. Zu den Spekulationen um Kraft: Es wurde am Ende so schnell gewechselt, dass ich nicht sagen kann, ob er nicht zwischendurch im Tor stand. Habe mich vor allem auf die Zusammenstellung der Feldspieler konzentriert, da mir die Torhüterfrage derzeit weniger dringlich erscheint.

3. Was Burchert betrifft, kann ich das nicht abschätzen. Dafür reichen die Eindrücke noch nicht.

P.s: @alle: vielen Dank für die nette Aufnahme hier im Blog.

Und @catro: JA, bitte duzt mich…ich werde mir das gleiche Recht rausnehmen