Trainingslager X: Schwarzer Abend für Aerts - 0:3

(ub) – Die letzte Übungseinheit in der Schweiz war eine einfache. 26 Grad, die Sonne lacht über dem Trainingsgelände des SC Solothurn. Präsident Werner Gegenbauer war, sein Präsidiumskollege Michael Ottow, die sahen, wie es die Mannschaft vor der abschließenden Partie heute Abend gegen den FC Basel entspannt angehen ließ. Zwei Runden Laufen. Gymnastik und Dehnung auf dem Rasen.

Dann gab Cotrainer Rainer Widmayer eine Passübung vor. Den Ball auf die gegnerabgewandte Seite beim Kollegen spielen und hinterher laufen. Hier Von Rob Friend (rechts) und Fanol Perdedaj umgesetzt (Fotos: ub). Im Anschluss gab es eine Serie mit Flanken über die beiden Außenbahnen und Abschluß in der Mitte. Jedes Tor, ob von Raffael oder Rob Friend oder Pierre-Michel Lasogga wurde bejubelt.

Zum Ende hin hatte Sascha Burchert den härtesten Job. Alle gegen den Torwart. Aus einer Entfernung von 18 bis 22 Metern durfte jeder den Ball aufs Tor hämmern. Es gab drei Durchgänge.

1. Durchgang: drei Tore (Ebert, Ronny, Rukavytsya), acht Bälle gehalten, fünf daneben.

2. Durchgang (verpasst, weil die Heimatredaktion aus Berlin anrief)

3. Durchgang: zwei Tore (Ebert, Franz), zwei gehalten, neun daneben.

Burchert hat sich gut geschlagen. Aber den größten (spöttischen) Applaus erntete Andre Mijatovic. Der Kapitän schaufelte den Ball nicht nur übers Tor, sondern auch über den drei Meter hohen Fangzaun.

Nach 75 Minuten, also gegen 11.15 Uhr, war Schluss. Abfahrt vom Gelände des FC Solothurn. Und Ihr fragt schon gar nicht mehr, was der Reporter macht, ehe um 13 Uhr der nächste Termin im Mannschaftshotel ansteht . . .

23.30 Uhr Wieder im Hotel. Das war wieder nix. 0:3 (0:2) gegen den FC Basel.Dritte Niederlage in Folge für Hertha, diesmal gegen den Schweizer Meister und Champions League-Starter.Es begann schon merkwürdig: Würdet Ihr die Arena in Grenchen in die Liste der 500 schönsten Fußball-Stadien aufnehmen? So sieht die Rückseite der Tribüne aus.

Ich will jetzt keinen Roman erzählen, nur ein paar Bilder: Beim Auflaufen im fünften und letzten Spiel des Trainingslager waren vor 8323 Zuschauern alle noch guter Dinge. @limmet auf der Tribüne, netter Typ, Gruß nach Zürich. Und Maikel Aerts, der bisher in der Vorbereitung nur eine Halbzeit gespielt hatte.

Dann aber leistete der Niederländer sich drei Böcke in der ersten Hälfte, einer davon führte zum Elfmeter für Basel und den 0:1-Rückstand durch Alexander Frei. Nachdem der Ex-Dortmunder drei Treffer erzielt hatte, ließ sich Aerts nach 57 Minuten auswechseln wegen erneut aufgetrener Oberschenkel-Beschwerden. Fairerweise gilt es hier festzuhalten, dass am zweiten und dritten Gegentor andere ihren Anteil hatten.

Wie das Spiel aussieht, legt das nächste Bild nahe: Basel dominierte, Hertha rannte hinterher.

Am Ende gab es erneut nix zu holen. 2:9 Tore sind ein Zacken zu heftig, als dass man die Partien nur mit einem Schulterzucken abtun könnte.

Nach Spielende hatte sich die Solothurner Polizei gerüstet. Weniger wegen der Besucher aus Berlin, sondern wohl eher wegen des schwarzen Block der FCB-Anhänger. Soweit ich es mitbekommen habe, blieb alles ruhig.

Die Profis von Hertha BSC interessierte das nicht. Sie verschwanden nach elf Tagen Trainingslager mit dem Bus in der Nacht. Motto: Raus ohne Applaus.

Wir brauche bei dem Bild nicht über Schärfe zu diskutieren: Ernnennen wir es zum Dokument der Zeitgeschichte. Weil es die Stimmung beschreibt: Nach viel Sonne und viel Arbeit hat sich das Trainingslager hintenraus irgendwie muschlig und grau angefühlt. Der Trainer fuhr mit ins Teamquartier nach Solothurn. Dann aber direkt von dort aus mit dem Wagen heim zur Familie nach München. Die Mannschaft fliegt morgen/Dienstag von Zürich nach Tegel zurück.

Das war’s von mir aus aus dem Trainingslager in Oberstaufen und der Schweiz. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, Anregungen, Kreativität und Mithilfe. Verabschiede mich mit dem ortsansässigen Gruß: Adé miteinand‘

P.S. Trainer Babbel hat uns Journalisten am Mittag erzählt, dass John Anthony Brooks „ein sehr hochdotiertes Angebot vom FC Bayern“ hatte. Deshalb sei er sehr froh, dass Brooks bei Hertha verlängert hat. „J.J. hat auf viel Geld verzichtet und sich für die Perspektiven in Berlin entschieden.“