Trainingslager II: Kargbo trifft vierfach beim 13:0 in Amtzell

(ub) – Den Scherz, den Fußball-Profis überhaupt nicht leiden können, ist ein Tipp von Außenstehenden zur Reise ins Trainingslager: „Schönen Urlaub, dann.“

Ja, Oberstaufen im Allgäu ist pittoresk. Ein Schrothkurort. Deshalb für Euch das Postkarten-Motiv zum Sonntag. Das nebenbei die Frage beantwortet, in welchem Bundesland dieser Erholungsort zu finden ist (Fotos: ub mit iPhone ). Es hat an diesem Wochenende viele Mountain-Biker hier, viele Harley-Fahrer. Auch die Cabrio-Dichte ist höher als in Moabit. Für all‘ das werden die Kicker von Hertha BSC kein Auge haben. Nicht nur, weil das Angebot für Menschen unter 50 Jahren in Oberstaufen von Markus Babbel so beschrieben wurde: „Hier ist ja der Hund begraben. Es bleibt dir ja nix anderes, als viel trainieren.“

Damit Ihr also keinen verkehrten Eindruck habt: Pünktlich um zehn Uhr standen 22 Profis auf dem Trainingsplatz. Nicht dabei waren Patrick Ebert (Schonung wegen Muskelverhärtung) und John Anthony Brooks (Blase an der Achillessehne). Sonntagsarbeit hin- Sonntagszuschläge her – der Bundesliga-Profi arbeitet in der Vorbereitung täglich.

Zunächst hat Cotrainer Rainer Widmayer die Spieler auf ihre mutmaßlichen Positionen auf dem Feld gestellt. Also standen etwas Mijatovic, Hubnik und Maik Franz im Abwehrzentrum, Christian Lell und Alfredo Morales auf der rechten Abwehrseite usw. Dann hat Widmayer einen beinah 15 minütigen Vortrag über taktisches Verhalten gehalten. Dass bei Ballverlust so zu laufen ist, dass der mögliche Passweg des Gegners in die Spitze zugestellt ist. Wann die taktische Grundordnung zu verlassen ist, wenn etwa der linke Außenverteidiger überlaufen wird. Dass die Sechser in der Rückwärtsbewegung sich nicht frontal zum Gegner stellen sollen (weil dann, wenn der Ball vorbei gespielt wird, der Sechser sich drehen und Geschwindigkeit aufnehmen muss). Widmayer: „Lauft immer etwas seitlich und etwas schräg. Dann könnt ihr jederzeit aus der Bewegung heraus beschleunigen.“

Immer wieder ging es um das schnelle Aufbauen der Grundordnung. Empfindlich Gemüter bitte diesen Absatz überspringen, es folgt Fußballer-Sprache. Widmayer: „Unser Ziel ist es, den Gegner dermaßen auf den Sa. . zu gehen, dass die sagen: Scheisse, das macht überhaupt keinen Spaß gegen Hertha, weil wir keinen Platz bekommen.“

Weiter im Normalmodus: Teamgeist ist wichtig. Widmayer: Wenn einer von uns meint, dass er sein eigenes Ding machen kann, werden wir gar nix erreichen. Aber wenn alle so schnell wie möglich ins taktische Gerüst zurückkehren, wird es ganz schwer, gegen uns zu gewinnen.“ Nach dem Essen ging der Arbeitstag für die Hertha-Profis mit Medien-Gesprächen im Garten des Mannschaftshotels weiter. Fanol Perdedaj etwa hat immerhertha.de fest im Blick.

LIVE aus Amtzell: Ronny legt für Lasogga auf

SV Amtzell-Hertha 0:13 (0:5)


Hertha, erste Halbzeit: Kraft – Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili – Niemeyer, Ottl – Kargbo, Torun, Ronny – Lasogga.

Hertha, zweite Halbzeit: Burchert – Morales, Franz, Neumann, Janker – Perdedaj, Raffael – Rukavytsya, Kargbo – Friend, Djuricin.

0:1 Lasogga (12./ Assist Ronny per Freistoß)

0:2 Torun (19.)

0:3 Lasogga (20.)

0:4 Ronny (35.)

0:5 Torun (39.)

0:6 Rukavytsya (49.)

0:7 Djuricin (58.)

0:8 Kargbo (68.)

0:9 Perdedaj (73.)

0:10 Kargbo (74.)

0:11 Kargbo (78.)

0:12 Kargbo (80.)

0:13 Djuricin (85.)

Einen schönen Sonntag – Stay tuned