Hertha stärkt die Defensive - eine richtige oder eine falsche Entwicklung?

(ub) – Bestimmte Dinge kann man nicht erklären. Bei seinem ersten Dienstausflug nach Aachen hat der Kollege Stolpe im Februar ein 5:0 von Hertha bei der Alemannia gesehehen. Bei seiner zweiten Dienstreise nach Aachen heute hat der Kollege den Test der deutschen Fußball-Frauen gegen die Niederlande gesehen. Endstand, Ihr ahnt es, 5:0.

Deshalb habe ich mir meinen letzten Urlaubstag hübsch eingeteilt: Nachmittags mein Fahrrad zur Inspektion wegbringen. Einen Blog-Eintrag für Euch zaubern. Und ab 19 Uhr Berti-gegen-Deutschland gucken. Mein Fahrradhändler, der einen guten Laden in Kudamm-Nähe führt, meinte geschäftstüchtig zu mir: „Mal zwei Tage ein Rennrad ausprobieren, während das andere durchgecheckt wird?“

Das Rennrad und die Scherbe

Sportjournalisten sind ja auch Menschen. Na klar. Ich mich also auf das Carbon-HighTech-Rad geschwungen. Man beschleunigt das hübsch. Und surrt leise vor sich hin. Ich also Richtung heimischen Laptop gefahren. 100 Meter vor der Haustür – rubbel, rubbel, rubbel, die Felge schleift auf dem Asphalt – Platten am Hinterrad.

Also das just ausgeliehene Schweizer Rennrad zum Auto geschoben (danke, jetzt keine Reime mit ‚liebt‘ und . . . ). Und auseinandergebaut. Im Berliner Feierabend-Verkehr den Radladen diesmal mit dem Wagen angesteuert. Das Vorderrad und den Rahmen abgegeben. Und sich durch den Feierabend-Verkehr zurück in Richtung Laptop bewegt.

Folge: Berti muss jetzt in der ersten Hälfte ohne meine Begutachtung gegen Deutschland klarkommen.

Preetz urlaubt noch eine Woche

Aktuell gibt es bei Hertha keine Weiterentwicklungen. Die Chefetage urlaubt. In Sachen Fathi, Franz und wie sie alle heißen sind heute keine Entscheidungen gefallen. Wie es aussieht, werde bis Mitte nächster Woche keine Entscheidungen getroffen. Dann wird Manager Michael Preetz in Berlin zurückerwartet.

Aber egal, ob nun Fathi oder Franz oder nur einer von beiden oder ein anderer Verteidiger: Die Tendenz ist klar zu erkennen. Hertha wird umgebaut. Und zwar in Richtung Stärkung der Defensive.

Meine Lesart: Preetz und Trainer Babbel wollen die Defensive stärken und setzen auf mehr Kompaktheit. Weil Hertha in der Bundesliga grundsätzlich anders agieren wird als in der Zweite Liga. Im Unterhaus haben sich mit wenigen Ausnahmen alle Gegner defensiv gegen Hertha aufgestellt. Die Aufgabe, das Spiel zu machen, lag eigentlich durchgehend bei den Berlinern.

Gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, VfB Stuttgart oder den Hamburger SV wird es anders sein.

Mehr Qualität für die Abwehr, vorn reicht es

Die interne Analyse bei Hertha ergab: Vorn sei man mit Lasogga, Ramos, Raffael, Torun, Ebert und Friend ordentlich aufgestellt (Domovchiyski darf nach Duisburg, falls die Vereine und der Bulgare sich einigen). In der Offensive tut sich nur noch etwas, falls der Markt überraschend ein Schnäppchen hergeben sollte. In der Defensive brauche Hertha aber mehr Tiefe im Kader. Deshalb mit Kraft eine neuer Torwart. Deshalb kommt der (oder gar die) zusätzliche(n) Verteidiger. Deshalb Ottl im defensiven Mittelfeld.

Damit beurteilen Preetz/Babbel die Lage deutlich anders als @Drokz, der vorhin um 16.17 Uhr geschrieben hat:

Ich kann einfach nicht verstehen, warum so massiv in die Abwehr investiert wird. Es ist doch offensichtlich, dass grade im Sturm noch Nachholbedarf ist.

Was ist Eure Meinung: Ist Hertha gut beraten, seine Rolle als Aufsteiger eher vorsichtig zu interpretieren, sprich die Defensive zu stärken? Oder seid Ihr mehr bei @Drokz? Sollte Hertha auch in der Bundesliga versuchen, dominant die Spiele zu beherrschen wie in der Vorsaison?