@ccjay auf knallharter Recherche in der Hertha-Welt des Merchandising: Alles kacka, oder was?

(sto) – Am Tag vor Herrentag wagen wir uns in unerforschte Gefilde. In die Welt der Fanartikel – und der eineinhalbjährigen Erst-Hertha-Konsumenten. Das übernimmt für uns @ccjay, bislang eher stiller Genießer dieses Blogs, aber durch den Sommer-Plan „Fans an die Front – ihr seid Immerhertha“ dazu animiert, knallharte Recherche zu betreiben. Doch lest am besten einfach selbst

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(ccjay) – Endlich Sommerpause! Da hat man doch mal wieder Zeit für was anderes als Fußball. Familie zum Beispiel. Man könnte auch mal wieder ein Buch lesen (nein, nicht das Regelhandbuch für Bundesligaschiedsrichter!). Im Garten den Rasen zu mähen wäre auch schön. Ein Besuch im Zoo würde der ganzen Familie gefallen. Wie, Knut ist tot? Wann ist das denn passiert? Muss irgendwie an mir vorbei gegangen sein. Aber Knut war ja auch kein Hertha-Spieler.

Wenn man dann so ein bis zwei Wochen oben genannten Aktivitäten nachgekommen ist, stellt man fest, dass a) die Ehefrau noch dieselbe ist wie in der letzten Sommerpause, b) Rasenmähen anstrengt und c) der Zoo ob mit oder ohne Knut doch auch immer irgendwie gleich ist. Einmal im Jahr hingehen reicht jedenfalls.

Auch der Hertha-Shop feiert den Aufstieg

Boah ey, ist das alles langweilig! Was gäbe man jetzt nicht für ein kleines Hertha-Spiel. Ein ganz unbedeutendes Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft aus der untersten Liga vom Mond wäre doch schon super. Ist aber nicht. Es ist Sommerpause! Leben, was kannst du grausam sein!

Was also kann man tun, um die unendlich lange Zeit des Entzugs zu überbrücken? Wie wäre es mit einem Besuch im Hertha-Shop? Online oder real geht beides. Vielleicht könnte man ein paar Schnäppchen machen und vergünstigte Artikel der Vorsaison abgreifen? Vielleicht gibt es auch schon neue Sachen, z. B. das neue Saisontrikot, womit man sich auf die neue Saison einstimmen könnte? Schauen wir doch mal. Was gibt eigentlich das Merchandising von Hertha so her?

Öffnet sich die Hertha-Shop-Seite (http://www.herthashop.de/) begrüßt einen erstmal eine Reihe von Neuheiten. Aufsteigertassen, Meister 2. Liga Mütze, Schal und T-Shirt. Ja, ok, Mission erfüllt und so halt. Fand ich im ersten Aufstiegsfreudentaumel ganz schön, aber ich geh ja davon aus, dass wir jetzt gaaaaaaaaaaaaaaanz lange 1. Liga spielen. Da will ich auch eher Sachen, die nix mit Liga 2 zu tun haben. Ah, hier kommen die guten Sachen für einsfuffzich. Golfbälle mit Hertha-Logo. Und da, ich trau meinen Augen kaum, ein Golfbag im Hertha-Design. Wahnsinnig schön. Und teuer mit immerhin 184,95 €. Ach ja, ich spiele ja auch gar kein Golf. Aber einen Garten habe ich. Wie wäre es denn mit Hertha-Fahne im Schrebergarten? Fahne gibt’s schon mal. Aber wo ist der Fahnenmast? Hab ich doch früher schon mal gesehen! Hhm, Suche führt nur zur Hissfahne Skyline. Ich brauch aber doch den Mast. Versteht mich denn hier keiner? Schade!

Aber da, da isser ja. Der Hertha-Gartenzwerg! Einfach zuckersüß. Putzig! Wunderschön! Hab ich neulich im Hertha-Shop in den Gropius-Passagen schon in echt gesehen. Bin total begeistert. Gibt da leider nur ein Problem. Meine geliebte Gattin mag keine Gartenzwerge. Man könnte sogar sagen, sie hasst sie. Habe den Hertha-Gartenzwerg aber in letzter Zeit schon öfters erwähnt. Steter Tropfen höhlt ja vielleicht doch den Stein. Erst letzten Sonntag im Gartencenter (in Münster), als wir gerade von einer dort zum Verkauf ausgestellten Horde feindlicher Gartenzwerge (Köln, Schalke, Dortmund usw.) angefallen wurden, nutzte ich die Gelegenheit, um die Schönheit des Hertha-Gartenzwergs gegenüber diesen zweifellos grässlichen anderen Zwergen lobend hervorzuheben. Ich glaube, das hat schon was gebracht.

Wieso nur Hertha-Sekt, kein Hertha-Pils?

Dann gucken wir jetzt mal im Standardbereich. Trikot der letzten Saison brauch ich nicht. Schals hab ich eigentlich auch genug. Ein Hertha-Doppeldeckerbus-Modell. Nö, ich hab doch schon den Mannschaftsbus zuhause im Bücherregal stehen. Schlüsselanhänger? Hab ich auch schon. Oh, hier ist eine interessante Rubrik: Feuerzeuge & Aschenbecher. Ein Drehascher im Hertha-Look für schlanke 9.95 €. Der kommt auf meine Wunschliste. Ein Zippo wäre auch schick. Find ich aber mit fast 50 Steinen ganz schön hochpreisig. Essen & Trinken klingt auch spannend. Hhm, zu trinken gibt’s nur Hertha-Sekt. Wieso kein Hertha-Pils? Sonst nur Pappteller und sowas. Gibt es keine Hertha-Nudel oder Hertha-Milch?

Socken könnte ich mal wieder gebrauchen. Überhaupt ist das die Idee. Vielleicht sollte ich erstmal ein Inventar der Fanartikel machen, die ich schon habe, und daran orientiert mal gucken, was ich noch brauchen könnte. Das könnte aber länger dauern. Besonders das Inventar zu erstellen. Will ich Euch lieber nicht mit langweilen.

Aber eine Frage beschäftigt mich noch. Wie beurteilt Ihr die Qualität der Hertha-Fanprodukte. Ich hab da unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Trikots und alle Stoffsachen sind prima. Bei den eher ungewöhnlichen Produkten ist das teils anders. Die Eieruhr klingelt irgendwann aber nicht bei Null. Beim ganzen Stolz meiner Küche, dem Hertha-Toaster, schmilzt leider die Plastik und tropft ins Innere. Das mindert die Gebrauchstauglichkeit so ziemlich auf Null. Gebrauchstauglichkeit und Nutzwert des Hertha-Schnullers dagegen würde ich mit 100% bewerten. Ein fantastisches Produkt, wie der folgende Schnuller-Test zeigt, den ich extra für immerhertha durchgeführt habe.

Der Schnuller-Test

Da ich aus ersichtlichen Gründen die Schnuller nicht selber testen kann, habe ich eine Testperson eingeschaltet und im Interview zu den Ergebnissen befragt. Die Testperson war zum Zeitpunkt des Tests anderthalb Jahre alt und weiblichen Geschlechts. Sie testete die Schnuller seit etwa einem Jahr. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes muss die Testperson anonym bleiben. Hier ein Foto von ihr in natürlicher Umgebung (Foto: privat).

Bei den fünf Testschnullern handelt es sich um vier weiße und einen blauen. Da die Testperson ein natürliches Faible für den Verein Hertha BSC hat, handelt es sich ausnahmslos um Hertha-Schnuller. Es sind Latex-Schnuller, die ab 5 Monaten geeignet sind.

Da die Testperson die deutsche Sprache nur in Auszügen beherrscht, haben wir zur Vereinfachung des Interviews eine amtlich anerkannte Übersetzerin hinzugezogen, die Mutter der Testperson. Hier nun also das Interview:

ccjay: Hallo liebe Testperson, ich begrüße dich zu unserem Schnuller-Test und bedanke mich schon vorab für deine tolle Mitarbeit.
Testperson: (guckt verständnislos und wirft ein Kuscheltier auf den Fußboden)

ccjay: Ok, ich seh schon, du bist total fokussiert auf das Wesentliche. Dann gehen wir gleich mal in medias res. Wie haben dir die Hertha-Schnuller gefallen?
Testperson: wau-wau

ccjay: Aha, kann man das übersetzen?
Übersetzerin: Sehr gerne. Das bedeutet, dass draußen ein Hund gebellt hat. Hast du doch auch gehört.

ccjay: Kann sein. Aber was hat das mit meiner Frage zu tun?
Übersetzerin: Nichts.

ccjay: Ok. Dann versuche ich es noch mal. Liebe Testperson, ich reiche dir jetzt mal einen von deinen Hertha-Schnullern. (ccjay reicht Testperson Hertha-Schnuller. Testperson ergreift diesen tatsächlich und lutscht ein bisschen dran.) Ja, das machst du ganz toll. Wie findest du den Schnuller denn jetzt so?
Testperson: (Guckt ccjay treuherzig an, reicht den Schnuller der Übersetzerin und fängt an CDs aus dem Regal zu räumen.)

ccjay: Hhm, also mit dieser Reaktion kann ich jetzt nicht so richtig was anfangen. Sie hat den Schnuller ja mal kurz benutzt und schien nicht unglücklich damit zu sein. Aber lange begeistert hat er sie auch wieder nicht. Könnte man das so zusammenfassen?
Übersetzerin: Könnte man!

ccjay: Na wunderbar! Das sagt uns aber noch nicht ganz so viel. Liebe Testperson, könntest du dich bitte mal konzentrieren und uns eine etwas differenziertere Auskunft zu deiner Schnuller-Zufriedenheit geben.
Testperson: Papa

ccjay: Ja mein Schätzchen, was ist denn? Äh, nee, ich stelle hier die Fragen. Außerdem sind wir noch nicht per Du!
Testperson: Papa!

ccjay: Nee, nee, zurück zum Thema jetzt. Sag jetzt mal was zu dem Schnuller! Wie ist denn die geschmackliche Qualität?
Testperson: (Würdigt den ihr von der Übersetzerin hingehaltenen Schnuller keines Blickes und zieht eine Plastikschildkröte, die nervig plärrende Musik macht, hinter sich durch das Zimmer.)

ccjay: Das gibt’s doch gar nicht. So kann ich kein Interview führen. Das ist total unprofessionell. Jetzt tu doch mal was! (zur Übersetzerin)
Übersetzerin: Du musst halt Geduld haben. Sie ist doch noch so klein.

ccjay: Geduld, Geduld – Geduld ist mein zweiter Vorname. Aber nicht wenn ich ein Interview führe! Was sollen denn die Leser denken, wenn mir die Interviewte so derartig auf der Nase rumtanzt? Schätzchen, komm mal her. Papa will , äh nein, ich will dich mal was fragen.
Testperson: (Nähert sich – oh Wunder – ccjay)

ccjay: Guck mal, hier ist dein toller Hertha-Schnuller. Möchtest du den haben?
Testperson: (nickt eifrig)

ccjay: Na Gott sei Dank! (reicht Testperson begeistert den Schnuller
Testperson: (nimmt den Schnuller, wirft ihn aber sofort in hohem Bogen durch den Raum, der schöne Hertha-Schnuller verschwindet unter dem Sofa)

ccjay: Mann, Schätzchen, das kann doch nicht dein Ernst sein. Kannst du nicht einmal machen, was man von dir verlangt? Du sollst doch nur sagen, wie toll und spitzenhammermäßig super dir der formschöne und geschmacklich vorzügliche, gesundheitlich natürlich völlig unbedenkliche und der kindlichen Mundhöhle fantastisch angepasste Hertha-Schnuller, dessen Verwendung zu keinerlei bleibenden Schäden an den Kinderzähnen noch sonst irgendwo am oder im Kind führt, gefällt. Das muss doch wohl mal möglich sein!
Testperson: (fängt an zu weinen und läuft zur Übersetzerin, um sich umarmen zu lassen)

ccjay: Oh, das kann doch nicht wahr sein!
Übersetzerin: Jetzt mach nicht so eine Hektik. Gib ihr jetzt mal den Schnuller zur Beruhigung. Dann kann sie dir bestimmt einen qualifizierten Kommentar liefern. (die Übersetzerin grinst beim letzten Satz verstohlen)

ccjay: (steckt Testperson den Schnuller in den Mund, die sich postwendend beruhigt) Was grinst du denn so? (zur Übersetzerin) Findest du das hier etwa lustig? Das ist harte Arbeit, die ich als Sommerpausenvertretungsblogger leiste.
Übersetzerin: Natürlich, Schatz, äh, Sommerpausenvertretungsblogger. Du hast so recht. Entschuldige bitte!

ccjay: Na also, geht doch! (wendet sich wieder der Testperson zu) So, Schätzchen, jetzt sag mir doch mal, wie du den Hertha-Schnuller findest.
Testperson: Kacka!

An dieser Stelle fand das Schnuller-Interview ein jähes Ende, da der Sommerpausenvertretungsblogger verstanden zu haben meinte, die Testperson habe die Qualität des Hertha-Schnullers mit einem Körperausgangsprodukt verglichen und darüber vor lauter Empörung kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Erst nach dem Aufwachen wurde ich von der Übersetzerin darüber aufgeklärt, dass die Testperson lediglich Auskunft über den Inhalt ihrer Windel erteilt und zum sofortigen Wechsel aufgefordert hatte.

Vor Schalke-Produkten wird gewarnt!

Trotz des für mich eher unbefriedigenden Schnuller-Test-Interviews möchte ich Euch aber im eigenen und ich denke auch im Namen der Testperson, die jede Nacht mit einem davon friedlich verbringt, versichern, dass der Hertha-Schnuller gesundheitlich unbedenklich, qualitativ hochwertig, form- und farbschön und insgesamt einfach ein tolles, sehr zu empfehlendes Produkt für Kinder und ihre Eltern ist. Ob das für Schalke-, Dortmund- oder gar Bayern-Schnuller auch gilt, wage ich stark zu bezweifeln und warne daher ausdrücklich vor der Verwendung dieser Produkte!