UPDATE: Lesevergnügen im XXL-Format und Neues vom Flirt mit Fathi

(sto) – Mein erster Gedanke, als ich es vor mir liegen sehe: „Verdammt groß, verdammt edel!“ Und als ich es hochheben will: „Verdammt, ist das schwer!“ Fürwahr, liebe Leute, „Immer Hertha. Gestern. Heute. Morgen.“ ist ein wahrer Hingucker, und nur ein schlechter Witz ist, das Buch der Berliner Morgenpost zum Aufstieg von Hertha BSC dürfe nur gegen Vorlage eines Waffenscheines herausgegeben werden – weil es so groß und so schwer ist, dass es auch als Totschläger dienen könnte.

Nachdem ich das frisch erschienene Werk im XXL-Format nun ein erstes Mal in seiner gesamten Schönheit von vorn bis hinten durchgeblättert habe, muss ich sagen: Es sieht nicht nur toll aus, nein, es steht auch wirklich eine ganze Menge an Inhalt drin. Es ist nicht einfach eine Nacherzählung der Hertha-Geschichte, wie sie Kollege Michael Jahn in mehrmals überarbeiteter Form fortschreibt – das wäre, eben weil es das Produkt schon gibt, gleichermaßen unsinnig wie unanständig dem Kollegen gegenüber.

Ein Buch getreu dem Motto: „Gestern. Heute. Morgen.“

Das Buch umfasst aber auch weit mehr als „nur“ die Aufstiegssaison. Es bietet gewissermaßen einen ganzen Blumenstrauß an Themen: Historie, Aktualität, Ausblick. Eben: Gestern, heute, morgen.

Aber was mir in der Form gar nicht so bewusst gewesen war: Das Buch beleuchtet in einem gewaltigen Umfang auch euch Jungs dort draußen, die Fans und die Fanszene von Hertha BSC. Ich glaube also wirklich guten Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen zu können – und verlinke, hilfsbereit wie ich nun mal bin ;-), gern zum Online-Bestellformular der Morgenpost. Das Buch ist jetzt aber auch bei Amazon und Co. sowie den größeren Buchhandlungs-Ketten wie Hugendubel. Thalia usw. erhältlich.

Da Immerhertha aber nie eine reine Werbeveranstaltung war, ist und (solange es nach euren Blogpappies geht) auch niemals werden wird, wollen wir uns zum Beginn der neuen Woche auch mit einigen der Namen beschäftigen, die dieser Tage umherschwirren – und inzwischen, um kurz vor 22 Uhr am Montagabend, habe ich an manchen Stellen etwas mehr Fundament in die Gerüchteküche legen können.

An Marcos Senna „ist nichts dran“, sagt Preetz

Beginnen wir mit einem Gerücht aus Spanien, dem ich allein deshalb schon nachgegangen bin, weil ich seit „Schalke verpflichtet Raul“ nichts mehr für ausgeschlossen halte: Hertha BSC und Florenz jagen Marcos Senna, berichtete die spanische Sporttageszeitung Marca in ihrer heutigen Ausgabe und ließ den Berater des Europameisters von 2008 von einem Interesse des Hauptstadtklubs sprechen. Mir sagte Michael Preetz zu dem Thema aber: „Da ist nichts dran.“ Und das macht auch Sinn so, schließlich ist Senna zum einen schon 34 Jahre alt und – ganz entscheidend – defensiver Mittelfeldspieler. Auf dieser Position hat Hertha nun wirklich keinen Bedarf mehr.

„Interessensbekundung“ von Fathi . . .

Diese Einschätzung hat an aich auch und erst recht Gültigkeit für Malik Fathi. Seit Tagen hält sich nun schon das Gerücht, der Berliner Junge stehe vor einer Rückkehr zu seinem Heimatverein – auch der Liebe wegen, weil er im Sommer seine aus Berlin stammende Freundin Annie heiraten wird. Wer Fathi auf Hertha anspricht, der wird als Antwort immer erhalten, was sein Berater Eckart Wassong eine „Interessensbekundung“ nennt: Dass Hertha für ihn freilich eine interessante Option sei. Und auf Nachfrage: Nein, er scheue nicht die Konkurrenz links in der Abwehr (Kobiashvili, Ronny, Schulz) und auch nicht im defensiven Mittelfeld (Ottl, Niemeyer, Lustenberger, Raffael, Perdedaj usw.).

Das ließe sich dahingehend interpretieren, dass Fathi und Hertha sich längst handelseinig sind. Aber mal ganz davon abgesehen, dass da auch noch Spartak Moskau ein Wort mitzureden hat: Fathi hat Hertha im März 2008 verlassen, um sein Jahresverdienst von bis dahin etwa 1,1 Millionen Euro auf bis zu 1,8 (vielleicht auch etwas weniger) Millionen aufzustocken. Will man da wirklich glauben, Fathi kehre nun zurück und spiele fortan für – sagen wir – 800000 Euro Jahresgehalt?

. . . die bei Hertha auf Gegenliebe stößt

Genau da wird es nun aber so richtig interessant. Fathi steht bei Hertha sehr wohl auf dem Zettel – weil ihm neben allen anderen Positionen und Qualitäten (Deutscher, Berliner, gestandener Bundesligaspieler) auch zugetraut wird, bei Bedarf einen guten Innenverteidiger abzugeben. Finden beide Seiten also zueinander; Stichwort: Finanzen? Größte Hürde, so heißt es, sei Spartak Moskau als abgebender Verein. Im Umkehrschluss: Beim Gehalt macht Fathi seiner Hertha wohl einen Freundschaftspreis. Ich staune – und habe der heutigen Klickshow aus aktuellem Anlass eine dritte Umfrage hinzugefügt.

Alternative zu Fathi ist Maik Franz. An dem hat Trainer Markus Babbel über seine fußballerischen Qualitäten hinaus auch als Antreiber und dazu noch als furchteinflößendes Element für den Gegner Gefallen gefunden. Und Franz würde als Innen- und Rechtsverteidiger sogar noch besser ins Anforderungsprofil passen – falls der von Köln und Wolfsburg Umworbene nicht zu teuer wird. Denn Stand jetzt ist Alfredo Morales der Back-up für Christian Lell – ist 19 Jahre alt und hat exakt null Bundesligaspiele an Erfahrung. Hhm.

Nur Fathi und Franz sitzen momentan auf dem Kandidatenkarussel. Erst dahinter kommt ein Carlos Zambrano ins Spiel, der Schalker Innenverteidiger. „Er ist interessant“, sagte Preetz dem „kicker“ über Zambrano, doch sei dessen vertragliche Situation ungemein kompliziert. Zambrano hat Vertrag bis 2013, wurde vergangenen Sommer aber für zwei Jahre an den FC St. Pauli ausgeliehen, mit dem er nun aber keinesfalls in die Zweite Liga will.

Für Sascha Bigalke „bleibt die Tür zu“, das bestätigt Preetz noch mal einem jeden, der es gerne hören mag – und fügt hörbar genervt an: „Jedes weitere Wort dazu ist eines zu viel.“ Aber auch die Gegenseite bleibt bei ihrem Standpunkt, spricht von einer anders lautenden Absprache und einem offensichtlichen Missverständnis. Es wird spannend zu beobachten sein, wie der Fall endet. Zurückrudern und Bigalke doch noch mal in Gnaden aufnehmen kann Preetz an sich nicht; der daraus zwangsläufig resultierende Gesichtsverlust wäre größer als jeder sportliche Nutzen. Insofern wird Bigalkes Berater sich auf die Suche nach einem neuen Job für seinen Schützling machen müssen.

Drängt Knoll auf eine Ausleihe?

Aus dem Umfeld von Marvin Knoll höre ich seit geraumer Zeit, er könne aufgrund des nicht wegzudiskutierenden Überangebots im Mittelfeld keine rechte Perspektive für sich erkennen – und drängt auf eine Ausleihe. Bei Hertha steht man – das Beispiel Shervin Radjabali-Fardi zufrieden vor Augen – einem solchen Ansinnen dem Vernehmen nach offen gegenüber, weil die viertklassige Regionalliga für den Kapitän der deutschen U20-Auswahl keine geeignete Spielwiese mehr ist. Allein, es hat sich bis jetzt kein Interessent gemeldet, bei dem Knoll den nächsten Entwicklungsschritt vollziehen könnte.

Schon fest auf der Abgangsseite steht Terrence Boyd. Der Stürmer wechselt zur Reserve von Meister Borussia Dortmund. Ihn hätte Hertha gerne behalten, etwas süffisant klingt ihm Boyd nun hinterher, man müsse aber schon verstehen, dass einer, der bei Hertha offenkundig vor der Konkurrenz auf der Mittelstürmerposition kapituliere, beim Deutschen Meister mit Barrios und Co. die besseren Entwicklungschancen für sich erkenne.

Weg wollen und weg sollen noch drei andere, von denen es heute aber nichts Neues gibt: Kaka (Vertrag bis 2012) sowie Valeri Domovchiyski und Daniel Beichler. An beiden hat der MSV Duisburg Interesse bekundet. Beichler (Vertrag bis 2014) will Hertha aber allenfalls verleihen, Domovchiyski (Vertrag bis 2012) hingegen verkaufen. Zweifelhaft allerdings, ob der MSV gerade im Fall von „Domo“ das Paket aus Ablöse plus Gehalt des Bulgaren zu stemmen vermag.