Milewski über alte Trikots und einen jungen Torwart: Kraft hat sich pro Hertha entschieden

(ub) – Was für eine Auslauf-Parade: Der Großsegler „Mir“. Das Zollschiff „Borkum“. Die Barkasse „Altona“. Der Schoner „Abel Tasman“. Der Schlepper „Claus“. Die Brig „Aphrodite“. Die Bark „Artemis“. Ein Seenotkreuzer, ein Fischereischutzboot . . . und vornweg die „Queen Mary 2“. So geschehen in Hamburg am Ende des Hafengeburtstages. 1,5 Millionen Zuschauer haben sich das Spektakel angesehen. Nur einer war nicht dabei: Jürgen Milewski (53).

Statt auslaufende Schiffe an der Elbe zu admirieren, weilte der Spielerberater in Brandenburg. In einem Hotel vor den Toren von Berlin brachte der Agent den Wechsel von Thomas Kraft zu Hertha BSC unter Dach und Fach. Und räumte am Tag danach ein, Kraft kommt oder Schiffe auf der Elbe zählen seine Ausage vom Vortag sei, nun gut, geflunkert gewesen. „Ich wollte vom Eigentlichen ablenken. Aber wir waren in dem Moment noch nicht durch.“ Unter anderem war Hertha-Manager Michael Preetz dabei, der sich über die Milewski’schen Schiffe und den Elb-Deich herzlich amüsiert hat.

Kein Schnäppchen-Preis für Hertha

Ich weiß nicht, wer von Euch gefragt hatte, habe jedenfalls Milewski von unserem Blog hier erzählt. Und, dass bei Nennung seines Namens hier sofort die Frage aufkam: Mr. Europacup (er hat 1978 vier Tore bei einem 4:0 gegen Esbjerg FB erzielt und eines gegen Dukla Prag). Hat er noch alte Trikots von Hertha? Wie sieht er Hertha? Und gibt es aus alter Verbundenheit Sonderpreise für den ehemaligen Arbeitgeber?

Zu den Trikots sagt Milewski: „Es war uns damals strikt untersagt, ein Trikot mitzunehmen, auch nicht das eigene. Wer das getan hat, musste jeweils einen kompletten neuen Satz bezahlen. Deshalb durften wir nach den Spielen nicht mit den Gegnern tauschen. Schade, aber ich habe kein einziges altes Trikot.“

Zu 1978 und 1979: „Ich habe für den Hannover 96, Hertha und den HSV gespielt. Natürlich verfolge ich die drei Vereine anders als andere Klub. Klar habe ich eine emotionale Bindung an Hertha. In Berlin, das war eine schöne Zeit. Es waren auch schwierige, aber sehr spannende anderthalb Jahre.“

Zu Sonderpreisen: „Nein, da muss man die Emotionen und das Geschäft trennen. Es geht nicht um mich, sondern um Thomas Kraft. Es war seine Entscheidung nach Berlin zu gehen. Es hatte auch nichts mit anderen Vereinen zu tun. Es war eine Entscheidung pro Hertha. Er hat hier tolle Möglichkeiten. Es ist stark, was sich in Berlin in der Zweiten Liga entwickelt hat. Hertha wird die Euphorie mitnehmen zum Start in die Bundesliga. Die Mannschaft hat sich in der Zweiten Liga gut präsentiert. Ich finde, sie ist auch für das nächste Jahr gut zusammengestellt.“

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P.S. Mittwoch ab 15 Uhr „Hertha hautnah“, Teil 4. Diesmal findet das öffentliche Training im Poststadion in der Lehrter Straße statt. Die Mannschaft ist ab 16 Uhr im Einsatz mit dem gesamten Kader, Trainer Markus Babbel, Manager Preetz, dem Mannschaftsbus . . .

P.S.2 Aus gegebenem Anlaß: Element of Crime von 1991 mit Sven Regner an der Trompete, aber ohne Stimme – Carla

Die Clickshow wie besprochen zum immerhertha-Treffen am Sonntag, 10.30 Uhr im Preußischen Landgasthaus in der Flatowallee. Damit wir bei der Planung zumindest eine Größenordnung angeben können