2:0 in Aue - jetze sind wa och noch Meesta!

(sto) – Morgenpost-Reporter und Technik: Nachdem mir in Duisburg der Laptop komplett durchgeraucht war, meldet nun der Kollege Bremer aus Aue „nichts geht mehr“. Nur dank der Hilfe einer freundlichen Kollegin bekam er seinen Text die 260 Kilometer in die heimische Redaktionsstube gebeamt, aber für die Einzelkritik lässt er sich entschuldigen. Wir haben gute Laune und lassen ihn gewähren. Wir haben uns telefonisch auf folgende Zensuren für das 2:0 gegen Aue, den 22. Saisonsieg des Aufsteigers und nun auch Zweitliga-Meisters geeinigt.

Sascha Burchert: Ein paar kleine Wackler zu Beginn zeugten von einem gewissen Maß an Nervosität – verständlich, muss der 21-Jährige seltene Gelegenheiten wie diese doch unbedingt nutzen, um sein Können unter Beweis zu stellen. Dazu bekam er an diesem Nachmittag aber zunehmend keine Gelegenheit. Glück hatte er bei Hochscheidts Pfostentreffer, am Ende stand das zweite zu-Null der Saison für ihn gegen den FC Erzgebirge. Note 3

Christian Lell: Auch der Rechtsverteidiger wird froh darüber sein, wenn er nun bald Urlaub hat. Und doch scheint es, als dürfte die Saison für ihn gern noch ein paar Spiele länger andauern. Einmal mehr zählte er zu den gleichermaßen verlässlichsten wie auch auffälligsten Akteuren im blau-weißen Dress, blieb in Zweikämpfen unbesiegt und brachte zwei Drittel seiner Pässe zum Mitspieler. Note 2

Andre Mijatovic: Was schon gegen 1860 zutraf, besitzt ein weiteres Mal Gültigkeit: Ein unauffälliges, aber solides Spiel des Kapitäns. Auch der Kroate, der kommenden Sonntag die Schale für den Zweitliga-Meister gen Himmel stemmen wird, entschied alle Zweikämpfe für sich – vier von vier lautete seine Quote. Note 3

Sebastian Neumann: War deutlich mehr beschäftigt als der Kapitän an seiner Seite. Zwölfmal musste er ins Duell Mann gegen Mann, aber gerade zu Anfang wackelte er dabei das eine oder andere Mal, sah zudem früh Gelb. Stabilisierte sich aber mit zunehmender Spielzeit. Note 4

Levan Kobiashvili: Der Außenverteidiger bot eine unauffällige, aber solide Leistung. Mit seinem einen Torschuss hätte er um ein Haar getroffen. Note 3

Fabian Lustenberger: Wie schon gegen 1860 München gewann er 88 Prozent der Duelle im defensiven Mittelfeld. Brachte fast drei Viertel seiner Pässe zu einem Mitspieler (74 Prozent) und assistierte sogar zum 1:0 durch Ramos. Note 2

Fanol Perdedaj: Gab wie immer die kleine Ausgabe von „Gattuso“ zum Besten. Aber kann auch anders: Auch die zweite Hälfte von Herthas Doppel-6 glänzte als Torvorbereiter, perfekt sein Pass in den Lauf von Friend. Note 2

Ronny: Die Statistiker mögen uns das Gegenteil aufzeigen, aber zum unserer Erinnerung nach ersten Mal begann Ronny im rechten Mittelfeld – und machte es dort so gut, dass unser Mann vor Ort in ihm „eine Stunde lang den besten Mann auf dem Platz“ sah: „Alles, was er machte, hatte Hand und Fuß.“ Aber nur so lange, bis irgendwann die Kräfte schwanden. Machte nach 80 Minuten Platz für Schulz. Schwach indessen seine Zweikampfquote, nur drei von elf Duellen entschied der Mann mit dem eleganten Füßchen für sich. Note 2

Nikita Rukavytsya: Früh im Spiel ging der Australier ein erstes Mal zu Boden – und erholte sich von diesem körperlich nur kurz schmerzhaften Sturz zumindest mental nicht mehr vollumfänglich. Härte ist nicht die Welt des Flügelflitzers. In einem Spiel ohne Note 5 machte er nach 67 Minuten Platz für Domovchiyski – und bekommt von uns gerade so noch die Note 4

Adrian Ramos: Hopp oder topp, dazwischen gibt es wenig beim Kolumbianer. Nach seinen teils hanebüchenen Fehlern im Spiel zuvor gegen 1860 München gab es nun wieder den Ramos mit viel Zug zum Tor, mit Engagement und Entschlossenheit – gipfelnd in einem Flachschuss, der über den frisch gewässerten Rasen zum 1:0 ins Netz sauste. Mit nun 15 Saisontreffern sind nur drei Schützen (Petersen, Auer, Lauth) besser notiert als Ramos. Note 2

Rob Friend: Sein womöglich für lange Zeit mal wieder oder sogar schon letztes Spiel in der Startelf überhaupt im Hertha-Trikot nutzte der Kanadier zu einem für ihn versöhnlichen Saisonausklang. Maßgenau bedient von Perdedajs Pass in den Lauf netzte der Torjäger im Wartestand ein zu seinem fünften Treffer in der laufenden Spielzeit, seinem ersten seit Ende September(!). Auch wenn der Treffer letztlich bedeutungslos war, so war er dem Teamplayer Friend mehr als zu gönnen. Note 3

Valeri Domovchiyski: Nur elf Ballkontakte sind etwas wenig für 23 Minuten Einsatzzeit – vor allem für einen Spieler, der seinem Trainer signalisieren will: Hier bin ich!

Nico Schulz: Kam nach 80 Minuten für Ronny und scheute sich nicht vor den Attacken der Auer Spieler. Startete ein-, zweimal rechts durch, brachte damit aber nichts Produktives mehr zustande. Trotzdem: Babbel steht auf Schulz, und der enttäuscht seinen Trainer selten bis nie.

Christoph Janker: Am Tag, an dem es pattepatte gab für Friend, durfte auch der Mann noch mal für sieben Minuten ran, der – wenn gesund – zwar fast immer im Kader, aber nur selten auch auf dem Rasen steht. Schön für Django.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.