UPDATE: "Zweite Liga ist ganz großer Mist" oder 15.342 Kilometer für Hertha. Burchert ersetzt Aerts

(ub) – Meine Zahl für Sonntag: 520. Soviele Kilometer sind für die Auswärtsfahrt nach Aue zurückzulegen. Jene Fans indessen, für die der Trip ins Erzgebirgestadion die 17. Auswärtsreise in dieser Saison mit Hertha darstellt, kommen auf 15.342 Kilometer. Absolviert binnen zehn Monaten. Aneinandergelegt eine Strecke von Berlin bis nach Melbourne. 15.342 Kilometer, um Hertha zu sehen. Gibt’s nicht? Gibt’s doch.

Die „Blue Dolphins“ etwa sind immer dabei. Kollege Simon Pausch hat eine Reportage über den Hertha-Fanclub geschrieben. Am Beispiel einer Auswärtsreise nach Fürth. Zu lesen ist sie im demnächst erscheinenden Buch „Immer Hertha. Gestern. Heute. Morgen“, das die Morgenpost nach Saisonende veröffentlichen wird.

Es ist nicht immer so easy wie für mich nach Aue: Ein Termin am Sonntag, Anstoßzeit 13.30 Uhr . Locker, zumal bei dem Frühsommer-Wetter im Moment, verglichen mit den Reisen in den tiefen Westen: Oberhausen 1050 Kilometer, Düsseldorf 1092, Aachen 1250 (hin und zurück).

Ein Jahr im Unterhaus geht zu Ende. „Zweite Liga ist Mist, ganz großer Mist“, hat Bernd Schiphorst auf der Mitgliederversammlung vor einem Jahr gesagt, der Chef des Hertha-Aufsichtsrates. Wie habt Ihr es erlebt? Nach 14 Jahren Bundesliga war ich verwöhnt. Die Stadien, die Arbeitsbedingungen, die Gegner, die Reisen – es war halt immer erstklassig. Muss aber nach einem Jahr in Liga zwei sagen: Habe nicht gelitten. Spannend war’s.

Zweite Liga als Übung in Demut

Was bleibt? Die Derby-Stimmung im Forsthaus im vergangenen September. Die Stille im Olympiastadion, als Hertha nach drei Niederlagen in Folge gegen Aue einen Elfmeter bekommt und Levan Kobiashvili sich den Ball zurechtlegt. Die mit den Händen zu greifende Erleichterung bei Spielern und Verantwortlichen nach den Schlüsselspielen in Fürth und Bochum (jeweils 2:0). Was werdet Ihr erzählen vom Spieljahr 2010/11?

War die Zweite Liga eine Übung in Demut für Hertha? Der Zuschauerschnitt, der sich bei rund 46.000 Besuchern einpendeln wird, ist phänomenal. Das Verhältnis von Hertha und Berlin haben wir bereits thematisiert. Manager Michael Preetz und Trainer Markus Babbel haben die Jungen stärker in die Pflicht genommen. Entwicklung braucht Zeit. In meiner Beobachtung hat in dieser Saison die Bereitschaft der Fans genau dafür zugenommen.

P.S. Zum Aue-Spiel, wie stellt Ihr auf? Welches System? Welches Personal? Nicht im Kader: Raffael, Lasogga (Gelb-gesperrt), Aerts, Hubnik, Niemeyer und Ebert (alle angeschlagen).

Die Morgenpost hat dem Trainer folgende Elf an die Hand gegeben:

———- Burchert ——-
Lell —Mijatovic — Neumann — Kobiashvili

—–Perdedaj —Lustenberger —–

Rukavytsya — Domovchiyski — Ramos

———– Friend ——