Im Europacup-Finale, aber ohne Zukunft bei Hertha? Was tun mit Kaka (Beichler und Radjabali-Fardi)?

(ub) – Vorletzter Spieltag in Liga zwei, Hertha in Aue am Sonntag um 13.30 Uhr – dazu morgen mehr an dieser Stelle mehr. Aus der Pressekonferenz von heute zwei Details, die Auswirkungen auf kommende Kaderplanungen haben (Foto: ub). Hertha hat derzeit drei ausgeliehene Spieler: Kaka (29) beim Sporting Clube de Braga, Daniel Beichler (21) beim FC St. Gallen und Shervin Radjabali-Fardi (19) bei Alemannia Aachen. Anlaß war der Einzug ins Europa-League-Finale von Kaka mit Braga (1:2/ 1:0 gegen Benfica Lissabon). Von Trainer Markus Babbel gab es nur Lob für den Manndecker. „Ein vorbildlicher Profi“, ein „feiner Kerl“. Der in dieser Saison nur einmal im Einsatz war (im Januar beim 3:1 in Oberhausen), „aber als Kaka gebraucht wurde, war er da.“

Kaka ist in der portugiesischen Liga Stammspieler, in den Halbfinals wurde er jeweils eingewechselt, im Endspiel geht es in Dublin gegen den FC Porto. Hertha hatte mit Braga eine Kaufoption für Kaka vereinbart. Die läuft bis zum 31. Mail. Hertha-Manager Michael Preetz: „Braga hat die Option bisher nicht gezogen.“

Somit ist offen, ob Braga Kaka über den Sommer hinaus beschäftigt. Oder ob der Brasilianer am 1. Juli wieder in Berlin auftaucht. Was ist Eure Meinung: Hertha sucht einen Manndecker. Kaka hat es über zweieinhalb Jahr hier nicht geschafft. Hilft er der Mannschaft in der Bundesliga? Oder würde er bei einer Rückkehr im Sommer nur eine Planstelle blockieren?

Eine Frage an Babbel: Ist es für den Trainer ein gutes oder ein mulmiges Gefühl, wenn ausgeliehene Spieler wie Kaka und Shervin Radjabali-Fardi, die bei Hertha keine Rolle gespielt haben, in der Fremde Stammspieler sind?

Aachen hat keine Kaufoption für Radjabali-Fardi

Antwort Babbel: In beiden Fälle sei aufgegangen, was Hertha sich erhofft habe. „Shervin ist zu gut für die vierte Liga, wo er bei uns gespielt hat. Wir haben das deshalb vor der Ausleihe genau mit ihm besprochen. In Aachen hat er ein gutes Umfeld. Der Trainer wollte ihn unbedingt und setzt nun auf ihn. Gut für ihn, dass Shervin in Aachen jetzt so viel Spielpraxis bekommt.“

Rückblende: Hertha hat den Vertrag mit Radjabali-Fardi im vergangenen Dezember bis Juni 2013 verlängert und den Youngster gleichzeitig bis Juni 2012 an Alemannia Aachen ausgeliehen. Bleibt das hier schon mehrfach angeklungenen Thema: Hat Aachen eine Kaufoption für Radjabali-Fardi?

Manager Preetz: „Nein, Aachen hat keine Kaufoption.“

Rückfrage: Shervin kommt also im Juni 2012 nach Berlin zurück?

Preetz: „Wenn wir das wollen: Ja.“

Eure Meinung: Radjabali-Fardi hat in der Rückrunde 14 Spiele in Aachen gemacht. Ein kluges Leihgeschäft von Hertha? Weil er 2012, falls er zurückkehrt, auf der linken Seite Kobiashvili, Ronny und Nico Schulz Beine machen kann, dann als gestandener Zweitliga-Spieler? Zumal er bei Babbel nicht mal im Profitraining dabei war?

Hertha gegen Augsburg vor 77.116 Zuschauern

Bleibt Beichler: Der scheint mit St. Gallen in der Schweiz abzusteigen, war zudem von diversen gesundheitlichen Problemen geplagt. Hertha hat ihm einen Vertrag bis 2014 gegeben. Ab 1. Juli steht er also wieder in Berlin auf der Matte. Über diesen Jungen will sich im Moment niemand bei Hertha festlegen. Aber die Verpflichtung von Tunay Torun (21/vom HSV) sagt mir: Beichler wird wohl in der kommenden Saison ausgeliehen werden.

P.S. Für die Zahlen-Freaks unter uns: Hertha meldet für das Saisonfinale gegen den FC Augsburg am 15. Mai ein ausverkauftes Stadion mit 77.116 Zuschauern (74.244 normale Kapazität/ 1464 Zusatztribüne am Marathontor / 1408 auf den Treppen der Marathontreppe).

So Zweitliga-Bestwert für Hertha. Aber kein Zweitliga-Rekord. Der datiert vom 2. April 1977. Damals sahen in der Zweiten Liga Süd im Münchener Olympiastadion die Partie TSV 1860-VfB Stuttgart insgesamt 77.523 Zuschauer. Und wie das manchmal geht mit großen Kulissen und großen Erwartungen – Endstand 0:0.