1:2 gegen 1860 - Lasogga zahlt Lehrgeld

(ub) – Der Aufstieg ist Hertha BSC nicht mehr zu nehmen, aber zu Feiern gab es am 32. Spieltag der Zweiten Liga dennoch nix. Gegen 1860 München setzte es die sechste Saisonniederlage, Meisterschaft verschoben – der Hauptstadt-Klub verliert vor 57.829 Zuschauern im Olympiastadion mit 1:2 (0:0). Die Einzelkritik:

Maikel Aerts: Eine jener Vorstellungen, die dokumentieren, warum Hertha BSC in der kommenden auf der Suche nach einem neuen Torwart ist. Insgesamt hatte Aerts nicht viele Situationen, um sich auszuzeicnen. War es aber brenzlig, wackelte der Torwart. In der 27. Minute rettete Kobiashvili auf der Linie für den zuvor zweimal am Ball vorbeifliegenden Torwart. Beide Gegentore fielen im Fünfmeter-Raum, kein zwingender Torwartfehler, aber ein Schlußmann darf da auch am Ball sein. Gerade noch Note 4

Christian Lell: Eines der besten Spiele des Außenverteidigers. 82 Ballkontakte, 93 % seiner Bälle brachte er zum Mitspieler. Lell bereitete die Führung mit einem energischen Einsatz vor. Hatte Pech, dass Ramos den Ball nach einer exzellenten Vorarbeit des Außenverteidigers von über das „Löwen“-Tor drosch. Dass er mit seinen Emotionen jederzeit Achterbahn fährt, war in der Szene zu sehen, als Halfar sich theatralisch zu Boden sinken ließ. Mit Gelb korrekt bewertet. Note 2

Roman Hubnik: Eine gute Partie des Innenverteidigers. 83 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 84 Ballkontakte. Aus dem Spiel heraus nicht zu bezwingen. Hatte Pech, dass das Schiedsrichter-Trio beim zweiten Gegentor das Foul an dem Tschechen übersah. Note 2

Andre Mijatovic: Ein unauffälliges, aber solides Spiel des Kapitäns. Note 3

Levan Kobiashvili: Der Außenverteidiger zeigte eine gute erste Hälfte. Er dribbelte sich bis in den Münchener Strafraum, traf aber nur das Außennetz. Nach der Pause trat der Georgier nicht weiter in Erscheinung. Note 3

Fabian Lustenberger: Herthas Monster-Zweikämpfer: Lustenberger gewann 88 Prozent der Duelle im defensiven Mittelfeld. Spielte in der ersten Hälfte beim schönsten Hertha-Spielzug Adrian Ramos frei, dem der Ball aber freistehend vor dem Tor versprang, dahin war die schöne Chance. In der zweiten Hälfte schwanden dem Schweizer etwas die Kräfte. Note 3

Peter Niemeyer: Obwohl er nach 79 Minuten ausgewechselt wurde, hatte Niemeyer mit 96 Ballkontakten die meisten aller Spieler auf dem Platz. Doch seine Wadenverletzung schien den defensiver Mittelfeldspieler zu hemmen, er agierte nicht so dominiant wie manch anderer Partie. Note 4

Raffael Fast alle torgefährlichen Aktionen liefen über den Brasilianer, der in Minute 29 die beste Chance der ersten Hälfte vergab. Vor allem von Ramos kam kaum ein Ball zurück. 64 Prozent gewonnen Zweikämpfe und 84 Prozent Pässe zum Mitspieler sind gute Werte, abe Raffael fehlten ein, zwei Mitspieler. Note 3

Patrick Ebert: Nach seiner langen Verletzungspause gehen dem Außen zum Saisonende die Kräfte aus. Ebert hatte den Vorzug vor Rukavytsya erhalten, machte keine groben Schnitzer, vermochte aber auch kaum gefährliche Aktionen für die Offensive zu starten. Als erster Spieler nach 66 Minuten ausgewechselt. Note 4

Pierre-Michel Lasogga: Der Stürmer erzwang durch seinen Einsatz das 1:0, das als Eigentor dem Münchener Aygün zugeordnet wurde. Dann musste Lasogga Lehrgeld bezahlen, patzte bei beiden Gegentoren. Kassierte dazu seine fünfte Gelbe Karte. Steckte jedoch nicht auf und köpfte den Ball in der Nachspielzeit ins Löwen-Tor – doch zuvor hatte der Schiedsrichter auf Abseits von Ramos entschieden Note 4

Adrian Ramos: Lauffreudig und bemüht, aber der Kolumbianer wirkt überspielt. Ramos machte sich seine guten Aktionen mit teilweise hanebüchenen Fehlern zunichte Note 5

Nico Schulz: Kam nach 66 Minuten für Ebert und spielte links im Mittelfeld. Der 18-Jährige brachte Schwung und hängte sich unerschrocken in diverse Zweikämpfe. Empfahl sich für einen Einsatz von Anfang an.

Valeri Domovchiyski Der Bulgare, erstmals seit Wochen eingesetzt, gab nicht mehr erwartete Lebenszeichen von sich. Brachte alle seine acht Zuspiele zum Mitspieler. Der klare Elfmeter, den er in der 87. Minute nach Foul an Domo im Strafraum hätte bekommen müssen, verweigerte ihm der Schiedsrichter.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.