Berlin feiert Hertha

(ub) – Sämtliche Zufahrten waren bewacht. Der Zubringer zur Haupthalle war gesperrt. Im Flughafengebäude ebenfalls reichlich Polizei. Der Zugang zum Terminal A war zeitweise ganz gesperrt. „Hier ist im Moment kein Durchkommen. Bitte gehen Sie draußen zu ihrem Gate.“ So wunderten sich diverse Flugpassagiere über den Auflauf vor Gate 1. Dort war die Stimmung fröhlich, aber gänzlich unaufgeregt. „Wir wollen die Mannschaft sehen“ wurde gesungen. „Hahohe, Hertha BSC“ – es war eine bunte Mischung, die sich zum Empfang der Mannschaft aufgemacht hatte. Eltern mit Kinder waren da, Müttern mit Söhnen, Motorradfahrer. Schüler und Frührentner. Ein Student telefonierte mit der Freundin: „Schatz, kann jetzt gerad‘ nicht.“ Weil sich um 12.10 Uhr die Doppeltüren des Gate öffneten und die Aufstiegsmannschaft von Hertha BSC heraustrat. Voran der Kapitän Andre Mijatovic, dann die Kollegen, die am Abend zuvor mit dem 1:0 in Duisburg den fünften Bundesliga-Aufstieg von Hertha BSC perfekt gemacht hatten (nach 1968, 1982, 1990 und 1997).

Ausgelassen und fröhlich ging es zu. In der Tat war für zwanzig Minuten kein Durchkommen durch diesen Teil des Flughafen Tegel. Die Spieler warfen blaue T-Shirts in die Menge. Slogan: „Eine Stadt. Ein Team. Ein Ziel. Mission erfüllt“ Partytime mittags um halb eins. Die Karawane zog raus ins Freie. Dort, wo sonst Taxen in einer Doppelspur parken, dominierten die Farben Blau und Weiß. Die Profis posierten für Fotos und schrieben Autogramme – Hertha hautnah.

Nach der Fahrt im Bus zum Olympiapark zog sich die Mannschaft um für das obligatorische Auslaufen. Ein ganzer Schwung von Anhängern schaute im Fanshop der Geschäftsstelle vorbei. Es dürfte dort der umsatzstärkste Osterdienstag der Vereinshistorie geworden sein (Fotos und Clip: ub) Während nun die Fans auf dem Schenkendorff-Platz warteten, dass die Aufstiegshelden sich zeigen würden, joggten die mit Cotrainer Rainer Widmayer kreuz und quer auf dem riesigen Areal. Erst nach einer halben Stunden trabte der Troß an den wartenden Besuchern vorbei. Die beklatschten die Mannschaft, die bedankte sich klatschend – und das war’s dann. Nicht dabei waren Trainer und Manager. Die joggten gemeinsam durch den Grunewald, ehe sie sich gegen 14.30 Uhr zu einem kurzfristig einberaumten Pressegespräch stellten.

Im Medienraum auf dem Podium setzte sich noch Andre Mijatovic dazu. Gefragt nach dem wichtigsten Partie der Saison, sagte der Kapitän: „Der Knackpunkt war das Spiel gegen Aue. Die Mannschaft hat im vergangen Dezember extrem unter Druck gestanden. Wir haben darauf reagiert und gewonnen. Ich habe gesehen, dass jeder meiner Mitspieler total fokussiert war. Da wusste ich: Wir schaffen das mit dem Aufstieg.“

Die interessanten Aussagen von Babbel lest Ihr in der Mittwoch-Ausgabe als Interview in der Morgenpost. Manager Michael Preetz sagte: „Das war ein phantastischer Empfang am Flughafen. Ich weiß nicht, ob jemand durchgezählt hat, aber da waren ja hunderte von Fans. Es ist ja etwas verfrüht, aber fühlt sich an wie ein würdiger Abschluß für das, was im August mit 50.000 Zuschauern gegen Oberhausen begonnen hat.“

Von Abschluß wollte Mijatovic aber noch lange nix wissen. „Unser Trainer ist Perfektioniert. Und ich will nicht, dass uns das passiert, was 1997 passiert ist. Da hatte Hertha auch drei Runden vor Ende den Aufstieg sicher und dann alle drei Spiele verloren. Wir wollen Respekt zeigen und für unsere Fans auch die letzten drei Spiele gewinnen.“

Wer Hertha in Berlin sehen will, sollte nicht mehr allzulange überlegen: Das Saisonfinale gegen Augsburg (15. Mai) ist bereits ausverkauft. Gegen 1860 München am Freitag hat der Verein bereits 43.000 Tickets veräußert.

Macht Fußball einsam?

Die Clickshow dreht sich nicht um Hertha – sondern um Euch. Welchen Stellenwert hat Fußball in Eurem Leben? Macht Fußball einsam? Oder im Gegenteil? Wie oft werdet Ihr darauf angesprochen? Wie ernst ist die Beschäftigung mit Fußball? Und wie leicht? @catro hat von dem (Aufstiegs-)Grinsen in seinem Gesicht erzählt, das ihn heute auf seinem Arbeitstag in Shanghai begleitet hat. Wie ist es Euch mit dem Aufstieg ergangen?