Zweitliga-Meister 2011 - wen interessiert das?

(ub) – Milan Sasic, der Trainer vom MSV Duisburg hat zwei Botschaften: „Ich wünsche Hertha den Aufstieg in die Bundesliga, den wird niemand verhindern.“ Und: „Ein Aufstieg ist am schönsten im eigenen Stadion. Nicht irgendwo weg von Zuhause. Am allerwenigsten bei uns in Duisburg.“ Doch genau das, die Erfüllung der Mission sofortige Bundesliga-Rückkehr, hat sich Hertha BSC für Ostermontag in der Schauinsland-Reisen-Arena vorgenommen.

„Wir wollen in Duisburg aufsteigen“, sagte Manager Michael Preetz beim obligatorischen Pressegespräch vor dem 31. Spieltag (Foto: ub). Nach dem 0:0 vom Dritten Bochum in Paderborn hängt es von Fürth ab (Ostersamstag bei 1860 München), ob Tabellenführer Hertha am Montag einen oder drei Punkte benötigt.

Die Trainingseinheit am Karfreitag beschrieb Trainer Markus Babbel so: „Erholung ist genauso wichtig wie Belastung.“ Nachdem der Kader am Donnerstag eine intensive Einheit absolviert hatte, stand heute Vormittag eine Runde Mountainbike-Radeln auf dem Programm. Damit es nicht zu anstregend wurde, hatte mittendrin Cotrainer Rainer Widmayer in ein Cafe geladen und eine Runde für seinen 44. Geburtstag spendiert.

Duisburg, 1860 München, Aue und Augsburg – vier Spiele stehen für Hertha aus. Bei der Clickshow gestern war Euer Ergebnis eindeutig. 82 Prozent stimmten dafür, dass Trainer Babbel es richtig macht, seine Mannen unter Spannung zu halten. Auf die Frage, ob sich die Euphorie im Umfeld auf die Spieler auswirke, sagte Babbel am Karfreitag: „Nein. Die Mannschaft ist sehr fokussiert. Ich habe in dieser Woche eine gute Mischung aus Spaß und Konzentration gesehen.“ Und als zweites Ziel, neben dem Aufstieg, hat Babbel formuliert: „Ich will unbedingt Zweitliga-Meister werden. Das war ich noch nie. Die Mannschaft hat jetzt über neun Monate so hart gearbeitet, es wäre fahrlässig, dieses Ziel auf den letzten Metern noch aus den Händen zu geben.“

Auf Herthas Briefkopf ist noch Platz

Wie wichtig ist Euch der Zweitliga-Titel? Die Schale mit den sieben Strahlen eines Bergkristall-Sternes ist hier zu bewundern. Die symbolisieren, wie wir uns gleich gedacht haben, die Tugenden: Leidenschaft, Teamgeist, Siegeswille, Nervenstärke, Durchsetzungsvermögen, Technik und Taktik. Der letzte Hertha-Jahrgang um Michael Preetz und Axel Kruse, der 1997 aufgestiegen ist, hat übrigens nach der Aufstiegsparty in München seine drei letzten Saisonspiele verloren. Wird es dem aktuellen Hertha-Kader ähnlich ergehen? Gehört so ein Titel ‚Meister der Zweiten Liga 2011‘ in den Hertha-Briefkopf? Würde ein solche Auszeichnung eine weitgehend makellose Saison abrunden? Oder ist das alles nur Marketing-Gedöns der Deutschen Fußball-Liga, die die Marke der Zweiten Liga besser positionieren will – was Fans eigentlich nicht interessiert?