Party-Verbot in Duisburg! Hat Babbel ein Problem mit Emotionen?

(sto) – Wir haben es längst gelernt: Dem Spieler Markus Babbel war es zuwider, wenn draußen an der Seitenlinie ein Trainer auf- und abrannte und pausenlos Kommandos aufs Feld brüllte. Also verfolgt er heute das Geschehen meist mit der Contenance eines Ottmar Hitzfeld.

Und wir wissen auch, dass dem Trainer Babbel Disziplin wichtig ist, sehr sogar. Er glaubt schon, hat er kürzlich wieder mal in einem Interview gesagt, dass er Hertha BSC in dieser Hinsicht ein wenig voran gebracht hat. Diese Ratio, dieses Kühle, wird Babbel nun auch beibehalten, wenn um ihn herum alle ausflippen. Die Ansage ist dabei mehr als deutlich: Wehe dem, der erst recht vor und genauso nach einem faktischen Vollzug des Aufstiegs auch nur ein Prozent nachlässt.

Noch zwölf Punkte sind das Ziel

Sein nur so dahingesagt erscheinender Anspruch, er wolle „auch wenn wir rechnerisch durch sind in allen Spielen volle Konzentration sehen und alle Punkte holen“, ist genau so gemeint. Aus diesem Grund läuft dieser Tage das, was Babbel „eine ganz normale Vorbereitung auf ein Ligaspiel nennt“. Am Ostermontag ist Hertha beim MSV Duisburg zu Gast.

Eineinhalb Stunden hat er entsprechend die Mannschaft am Gründonnerstag trainieren lassen. Hauptbestandteil der Einheit war das allseits beliebte, aber ungemein schweißtreibende Spielchen zwei gegen zwei auf große Tore. Angefeuert wurden die Profis von einer erneut großen Zahl von Zuschauern, darunter eine Austauschklasse aus Neuseeland, die zum Schluss und zur Erinnerung ein Foto mit der Mannschaft machen durfte. Besonderen Spaß hatte in diesen Minuten naturgemäß der Australier Nikita Rukavytsya, der ja gewissermaßen „aus der Ecke“ stammt.

Doch zurück zu Babbel und dessen Forderung nach „högschder Disziplin“: Unabhängig vom Ausgang des heutigen Spiels der Bochumer in Paderborn verfügte er, dass es Samstag nach dem 10-Uhr-Training kein gemeinsames Fußball-Gucken der Mannschaft geben darf. Doch damit nicht genug, mit ebensolcher Gnadenlosigkeit hat Babbel verfügt, dass es auch Montag in Duisburg keine große Sause geben wird, wenn die Spieler vorher die noch fehlenden Punkte erobert haben. Eine Party, einen nächtlichen Ausflug mit open end, soll es nicht geben.

Was meint ihr?

Wie mutet euch das an? Babbels Position ist, dass sein Team bis zuletzt konzentriert zu Werke gehen soll; könnte ja sein, dass es am letzten Spieltag noch darum geht, ob Augsburg oder vielleicht doch noch Bochum oder sogar Fürth Zweiter wird. Diesen Sportsgeist werden die anderen loben (oder auch nicht), aber es mag auch solche geben, die fragen: Hat dieser Babbel ein Problem mit Emotionen? Auswüchse wie Freude oder Enttäuschung scheinen Herthas Trainer jedenfalls auf ganz merkwürdige Weise immer ein wenig suspekt.

P.S.: Was Duisburgs Trainer Milan Sasic im Vorfeld des Spiels zu sagen hatte (und es war eine ganze Menge, man versteht nur leider kaum etwas davon), seht und hört ihr hier.