Lustenberger verspricht den Aufstieg: "Wenn nicht Sonnabend, dann Montag"

(sto) – Videotext. Rosafarbene Zahlen auf schwarzem Grund. Nein, das Internet für Arme ist irgendwie so gar nicht vorstellbar als Informationsquelle für den Showdown in dieser Woche. Am Donnerstag kann der VfL Bochum mit einer Niederlage im schönen Paderborn vorlegen für die Ambition von Hertha-Trainer Markus Babbel, der „den Aufstieg so schnell wie möglich klar machen“ will. Tun die Bochumer ihm den Gefallen und verlieren und gewinnt am Sonnabend Greuther Fürth nicht bei den von Scheich-Millionen beflügelten Münchner Löwen – dann, ja dann steht Hertha BSC am Sonnabend gegen 15 Uhr als erster Aufsteiger und Rückkehrer in die Bundesliga fest.

Leute, geht in die Kneipen!

Wer als Berliner Fußballfan kann, der sollte nicht stumpf vor dem Videotext und auch nicht vor dem Internet-Liveticker mitfiebern. Sondern erst Paderborn und anschließend dem TSV 1860 in einer der vielen Fußballkneipen der Stadt die Daumen drücken. Noch nicht final geplant ist, wie die Mannschaft den womöglich historischen Sonnabend begehen wird. Fest steht nur: Um 10 Uhr trainiert das Babbel-Team – und wird sich danach mutmaßlich zu hoffentlich vergnüglichen 90 Minuten aus der Münchner Arena vor dem Sky-Decoder zusammenrotten.

Zweifel am Gelingen der „Mission Wiederaufstieg“ hat inzwischen kaum noch jemand (WER hat es euch immer und ewig gesagt??? ) – und inzwischen wagt sich mit Fabian Lustenberger sogar ein erster Spieler aus der Deckung. Am Montagabend ist er zu Gast bei „Querpass“, dem Fußball-Talk auf tv.berlin, Kollege Bremer hat daraus außerdem ein schickes Interview für die Printausgabe von Dienstag gebastelt. Deutlich wie nie zuvor verspricht der Mittelfeldspieler: „Wenn es am Sonnabend passiert, wäre das eine schöne Sache. Wenn nicht, dann steigen wir am Montag auf.“

Der MSV wird sich nicht wehren! Oder?

Wie geht es euch: Mich mutet solche Zuversicht in keinster Weise mehr überstürzt an! Hier spricht ein entsprechend selbstbewusstes Mitglied einer Mannschaft, die neun Spiele in Folge nicht verloren und in diesem Zeitraum sieben Siege gefeiert hat. Sonnabend oder Montag: Hertha kann den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen, und wenn die Konkurrenz davor sogar noch helfen will – bitte schön! So oder so traue ich es Hertha zu, am Montag in Duisburg den nächsten Auswärtssieg zu zeitigen. Zumal kaum ein Gegner dieser Tage weniger Interesse daran haben dürfte, der großen Hertha einen erbitterten Fight nach dem Motto „EUCH zeigen wir’s jetzt aber“ zu liefern – dies vor dem Hintergrund, dass dem MSV Mitte Mai mit dem Pokalfinale im Olympiastadion das individuelle Saison-Highlight noch bevorsteht, die Zebras aber schon jetzt mehr als genug Verletzte zu beklagen haben. Weitere Ausfälle wird da niemand riskieren wollen.

Oder?

Oder wollt ihr am Ende gar nicht, dass der so innig herbeigesehnte Aufstieg in einem Auswärtsspiel perfekt gemacht wird? Und schon gar nicht auf dem Sofa! Lieber am Freitagabend, unter Flutlicht, damit Pi mal Daumen 50000 Berliner eine große Party feiern können? Ich, der ich das Privileg habe, Montag in Duisburg dabei sein zu dürfen, habe meinen Favoriten. . .