4:0 gegen den VfL Osnabrück, Hertha unaufhaltsam

(ub) – Seit mittlerweile neun Spielen ist Hertha ungeschlagen, zehn Punkte beträgt bereits der Vorsprung auf Relegationsplatz drei. Nach dem 4:0 gegen den VfL Osnabrück kann der Hauptstadt-Klub, falls die Konkurrenz aus Bochum und Fürth mitspielt, bereits am Gründonnerstag oder Ostersamstag aufsteigen. Die Einzelkritik zum elften Heimsieg dieser Saison vor 46.231 Zuschauern im Olympiastadion.

Maikel Aerts – Hätte er immer so gespielt wie gegen Osnabrück, würde sich Hertha nicht nach einem Torwart für die kommende Bundesliga-Saison umsehen. Der Niederländer zeigte mehrere Paraden in der ersten Hälfte. Reaktionsschnell wie ein Handball-Torwart mit dem Fuß gegen Björn Lindemann (28.). Dazu eine Flugeinlage gegen Pauli (87.) Note 2

Christian Lell Seit Patrick Ebert vor ihm spielt (und nicht mehr Rukavytsya) wirkt die rechte Seite stabiler. Lell hatte mehrere gute Aktionen in der Offensive. Dagegen schwamm er in Defensive gegen Flamur Kastrati mehrfach. Nur 27 Prozent gewonnene Zweikämpfe legen hiervon Zeugnis ab. Note 4

Roman Hubnik Warum Trainer Babbel insgesamt mit der Mannschaftsleistung nicht zufrieden war, zeigt der Innenverteidiger: Hubnik hatte mit 79 Ballkontakten mit Abstand die meisten aller Herthaner. Da haben sich vor ihm einige Leute nicht so gezeigt, wie man es hätte erwarten können. In der Defensive war der Tscheche souverän. Note 3

Andre Mijatovic Kapitän war gerade in der Anfangsphase der wichtige Stützpfeiler. Mijatovic gewann mehrere wichtige Kopfball-Duell, wo der gegnerishe Stürmer ansonsten frei auf das Hertha-Tor zugesteuert wäre. Was ihm auch nicht alle Tage gelingt: Er brachte 88 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Note 2

Levan Kobiashvili Rettete beim Stand von 0:0 auf der Linie (28.). Den meisten Stadionbesuchern wird er nicht so aufgefallen sein. Aber der Georgier gewann 80 Prozent seiner Zweikämpfe. Im Vorwärtsgang ging Kobiashvili keinerlei Risiko ein Note 3

Peter Niemeyer Zog sich nach nur drei Minuten eine stark blutetende Risswunde an der Wade zu. Konnte kaum Laufen, machte nach 22 Minuten Rukavytsya Platz.

Fabian Lustenberger Nimmermüder Prellbock vor der Abwehr. Der Schweizer gewann 100 Prozent seiner Zweikämpfe, bereitete mit guter Übersicht das 2:0 von Ramos vor Note 2

Patrick Ebert Wirkte nicht ganz so frisch wie am Montag in Bochum. Was ihm mit zunehmender Spielpraxis immer besser gelingt: Den Ball trotz Bedrängnis zu halten. Und er hat das Selbstbewusstsein, jederzeit eine wichtige Aktion starten zu können.Wie mit dem entscheidenden ‚vorletzten‘ Pass, den Rukavytsya für Lasogga zum wichtigen 1:0 auflegt. Note 4

Raffael Für einen Spieler, der 90, 100 Ballkontakte hat, sind 59 eher wenig. Ist der Platz auf der Doppel-Sechs wirklich der richtige für ihn? Der Brasilianer brachte auch gegen Osnabrück 85 % seiner Pässe zum Mitspieler. Sein Potenzial zeigte er mit der lässigen Vorarbeit zum 4:0 samt Tunnel gegen den Verteidiger, Kopf hoch, und präziser Flanke auf Ramos (89.). Note 3

Pierre-Michel Lasogga Nur 28 Ballkontakte, aber vier Torschüsse, davon zwei Tore. Eine fast unheimliche Quote des 19-Jährigen. Schön zu sehen: Als Lell sich bei einem Angrif als Rechtsaußen bis zur Grundlinie durchsetzte, der Ball aber von derHertha-Offensive nicht verwertet werden konnte, ließ sich Lasogga sofort zurückfallen und übernahm den rechten Außenverteidiger-Posten von Lell. Nach 62 Minuten für Rob Friend ausgetauscht. Note 2

Adrian Ramos Was soll man sagen: Zwei Tore geschossen, ein Pfostenschuß – der Kolumbianer bleibt mit seinem Doppelpack bester Hertha-Schütze (13 Saisontreffer). Dabei hätte Ramos noch einige gefährliche Aktionen mehr haben können, wären ihm weniger technische Fehler unterlaufen. Für ihn gilt ebenso wie für Lasogga: Beide dürfen noch öfter ein Auge für den Mitspieler haben. Note 2

Nikita Rukavytsya Herthas Phantomspieler: Nur 36 Ballkontakte in 68 Minuten. Jeder hat seinen 50-m-Sprint gesehen, wo er alles richtig macht, und im letzten Moment verspringt dem schnellen Australier im Osnabrücker Strafraum der Ball. Seine Stärke ist die Effektivität: Per Kopf legt er zum 1:0 auf, mit dem Fuß zum 3:0, seine Saison-Assist Nr. elf und zwölf. Note 3


Rob Friend Rackerte als Lasogga-Ersatz ab Minute 62 wie gewohnt, aber die Kollegen wollten mit Blick auf die deutliche Führung nicht recht mitziehen. So gelang dem kanadischen Stürmer nichts, was seine Lage oder seinen Marktwert verbessert hätte.

Ronny Kam nach 72 Minuten für Ebert. Und bestätigte gegen Osnabrück die internen Vorbehalte, dass er als Einwechselspieler manchmal nicht ins Spiel findet.

Die Kleinen laufen mit den Großen auf

Die Auflauf-Kinder für die Partie heute im Olympiastadion haben sich über die Morgenpost beworben. Wer schauen möchte, was die Kleinen im Stadion mit der Mannschaft erlebt haben, schaut hier vorbei