Ronny sprintet, die Mannschaft trippelt

(ub) – Der Kollege Andreas Baingo vom Kurier staunte: „So, wie Ronny am Sonntag durch die Mixedzone gehumpelt ist, dachte ich: Der fällt noch lange aus. Aber so, wie Ronny heute unterwegs war, dachte ich: Vielleicht reicht’s schon für das Spiel am Montag in Bochum.“ Trainer Markus Babbel schmunzelte. „Ja, es hat Ronny gut getan, dass sein Fuß ruhig gestellt war.“ Nun ist der Brasilianer, der wegen einer Dehnung des vorderen Syndesmosebandes behandelt worden war, in den Händen von Physiotherapeut Jörg Blüthmann. Dessen Einzeltraining ist in der Mannschaft ein wenig gefürchtet. So unterschiedlich das Aufbau-Programm ist, das der Ex-Profi für die Rekonvaleszenten zusammenstellt – es ist immer anstrengend.

Blüthmann hatte für Ronny einen harmlos aussehenden Parcour mit acht oder zehn Pylonen abgesteckt, alle nur fünf, sechs Meter auseinander. Die Aufgaben lauteten: Fünf Meter sprinten und nach rechts abiegen. Fünf Meter Sprinten und nach links abbiegen. Zehn Meter Sprinten, nach rechts, nochmal nach rechts und erneut nach rechts. Das gleiche mit Ball am Fuß, diesmal links herum. Es war jeweils nur kurze Antritte samt Richtungsänderung.

Babbel: „Du bist allein, der Physio schaut auf dich, das ist wahnsinnig intensiv.“ Dann passten sich Ronny und Blüthmann über 25, 30 Meter weite Bälle zu, sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Fuß. Nach 45 Minuten war Ronny erschöpft. Und zufrieden, die rechte Wade hatte alles mitgemacht. Ob die Zeit für den Brasilianer reicht, hängt davon ab, wie er die Belastung verkraftet. Auch Trainer Babbel klang zufrieden: „Wer durch das Programm von Blüthe gegangen ist, kommt fit im Mannschaftstraining an.“

Die Kollegen von Ronny hatte es angenehmer. Die Mannschaft absolvierte einen Trippel-Parcour. Den hatte Cotrainer Rainer Widmayer gesteckt (leider ein wenig weit weg für meine kleine iPhone-Kamera/Fotos: ub ).

Zwölf kleine Hürden, über die getippelt wurde: seitwärts und vorwärts. Und unter großem Hallo rückwärts – weil da regelmäßig Stangen zu Boden gerissen wurden. Es ging um Koordination und um einen schnellen Antritt am Ende.

Ein Übung, für Dynamik und Spritzigkeit. Im Anschluß ließ Trainer Babbel eine gute halbe Stunde Elf-gegen-Elf auf vier kleine Tore kicken. Alle waren dabei, auch die Torwarte Maikel Aerts und Sascha Burchert. Natürlich durfte nur mit den Füßen gespielt werden (Marco Sejna fehlte wegen Rückenproblemen).

Hier war das Verschieben der Mannschaftsteile gefordert, wenn die angreifende Mannschaft mit dem Ball statt auf das rechte Tor zu gehen, rasch auf das linke Tor umschwenkte – und unter Umständen wieder zurück.

Die Intensität war nach den vorangegangenen Sprint-Einlagen, sagen wir, etwas gedrosselt. Die Ausnahmen: Peter Niemeyer machte seinen Job in der Mitte des Feldes gut, Pierre-Michel Lasogga war eifrig wie immer unterwegs. Aber er beschwerte sich auch lautstark bei den Kollegen, wenn ihn niemand bei der Balleroberung unterstützte.

Unter dem Strich eine eher gemäßigte Einheit zum Beginn der Trainingswoche. Die Konzentration liegt aber schon jetzt auf der Partie am kommenden Montag bei Verfolger VfL Bochum.

Jetzt Ihr: Was ist Euer Eindruck vom Training in der Endphase der Saison? Und wie beurteilt Ihr den täglichen Trainingsgast? Auch heute war Michael Preetz auf dem Platz (im letzten Foto im Hintergrund zwischen Lasogga und Niemeyer). Macht es Sinn für einen Manager so oft dabei zu sein? Sollte er Trainer und Team in Ruhe arbeiten lassen? Oder gönnt Ihr ihm die frische Luft? Oder oder . . .