2:0 gegen Paderborn: Hertha grüßt von oben

(ub) – Die Kulisse feierte sich und den Nachmittag. 70.621 Zuschauer sahen im sonnendurchfluteten Olympiastadion ein 2:0 von Hertha BSC gegen den SC Paderborn – die Partie war für Gänsehaut-Stimmung eher nicht geeignet. Der 18. Saisonsieg war ein solider Arbeitssieg, mit dem die Berliner mit nun 59 Punkten die Tabellenführung vor Augsburg (57) zurück eroberten. Der Dritte Bochum (52) spielt Montag beim FSV Frankfurt.

Die Einzelkritik

Maikel Aerts: Ein ruhiger Nachmittag für den Torwart. Seine Abwehrreihe ließ so gut wie nichts durch. Cool erledigte der Niederländer die wenige Routinearbeit. Die einige echte Chance der Gäste durch Markus Krösche landete am Pfosten (78.) Note: 4

Christian Lell: Solide Vorstellung in der Abwehr. Lell hatte wie Kollege Kobiashvili die meisten Ballkontakte (81.). Die Abstimmung mit Ebert auf der rechten Seite war nicht optimal. Aber Lell biss sich rein, seinen Schuss nach 39. Minuten verlängert Lasogga zum eminent wichtigen 1:0. Note: 3

Roman Hubnik: War mit Manndecker-Sidekick Mijatvovic dafür verantwortlich, dass Aerts sich nicht auszeichnen konnte. 86 Prozent gewonnene Zweikämpfe, souveräne Leistung. Note: 2

Andre Mijatovic: Obwohl fiebergeschwächt stellte sich der Kapitän in den Dienst der Mannschaft. 83 Prozent gewonnene Zweikämpfe, dazu das beruhigende 2:0 unmittelbar vor der Pause. Trotz zwei, drei kleiner Wackler gibt es die Note: 2

Levan Kobiashvili: Routinierte Vorstellung des 34-Jährigen. Ließ hinten nichts anbrennen, litt in der Offensive darunter, dass auf seiner Seite weder Rukavytsya noch Ramos ihren besten Tag hatten. Note: 3

Peter Niemeyer: Eine der schwächeren Vorstellungen des Dauerläufers vor der Abwehr. Die Temperaturen macht dem 1,92-m-Schlacks zu schaffen. Also beschränkte er sich darauf, nix verkehrt zu machen. Note 4

Raffael: Von wegen Brasilianer blühen bei steigenden Temperaturen auf. Wie mancher Kollege tat sich Raffael schwer. 88 Prozent seiner Pässe brachte er zum Mitspieler. Nach der Pause besser als vor der Pause, aber ohne wirklich wichtige Aktion. Note 4

Patrick Ebert: Feuerte in der Endphase die Fans an, die Mannschaft noch mehr zu unterstützen. Unterstützung hätte er brauchen können. Ebert hatte 55 Ballkontakt. Seine Zweikampf-Bilanz war ein Desaster: null Prozent gewonnen. Seine Ecke, die Mijativic einköpft rettet ihm Note 4

Nikita Rukavytsya Nur 32 Ballkontakte hatte der Australier bis zur Auswechselung nach 59 Minuten. Gefährlich war nur seine letzte Aktion, ein Turbo-Antritt auf der linken Seite samt präziser Flanke vorbei am Torwart, doch Ramos wurde der Ball im letzten Moment vom Fuß gespitzelt, deshalb einen Gnaden Note 4

Adrian Ramos Ähnlich wie Ebert und Niemeyer temperaturgebeutelt. Konzentrationsfehler, technische Unzulänglichkeiten. Dem Kolumbianer gelang wenig. Das kann er alles viel besser Note 5

Pierre-Michel Lasogga Der Job des Hertha-Stürmers ist ein einsamer. Er bekommt nicht viele Bälle und muss sich stets gegen zwei oder drei Verteidiger behaupten. Doch das macht er unverdrossen. Nimmermüde rackert der Stürmer und schoß ein Tor für das Hertha-Geschichtsbuch. Sein 1:0 war der zehnte Treffer in seinem 20. Hertha-Spiel. Eine Bilanz, die weder Marko Pantelic, noch Michael Preetz noch Alex Alves hinbekommen haben. Nur Lorenz Horr ist das gelungen Note 3

Fabian Lustenberger Zwar von @hurdie früh gefordert, vermochte der Schweizer das Hertha-Spiel nicht zu ordnen. Nur 33 Prozent gewonnene Zweikämpfe im defenisven Mittelfeld sind kein Ruhmesblatt. Aber Lustenberger ist ähnlich wie Niemeyer clever genug, dass ihm an solchen Tagen auch keine groben Patzer unterlaufen Note 4

Sebastian Neumann Der U21-Nationalspieler ersetzte Mijatovic. Hatte Pech, dass er bei einem Konter, den er mit einer Balleroberung eingeleitet hatte und mitgegangen war, nicht gut angespielt wurde. Holte sich mit rustikalem Einsteigen noch eine Gelbe Karte ab.

Nico Schulz Trainer Babbel wollte zeigen, dass er auf den gerad 18-Jährigen setzt und verhalf ihm mit der Einwechslung in der Schlußminute zum 18. Saisoneinsatz.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.