Müdes 0:0 im Trainingsspiel gegen Braunschweig

(ub) – Der Erste aus Liga zwei gegen den Ersten aus Liga drei. Klingt wie ein Spitzenspiel. Aber, was soll man sagen? War nichtmal ein Testspiel. Sondern, wie Trainer Markus Babbel danach erklärte, ein Trainingsspiel. Ohne Fans, ohne Kulisse. 0:0 endete der freundschaftliche Vergleich zwischen Hertha BSC und Eintracht Braunschweig.

So wie auf dem Foto oben, war es eigentlich über die gesamten 90 Minuten im Amateurstadion: Die Defensive war stets in Überzahl, was übrigens bei Braunschweiger Ballsitz auch umgekehrt galt. Hier brechen Ronny und Nikita Rukavytsya gleich ihren Angriff ab.

Schaulaufen der zweiten Reihe – war das wirklich zu erwarten? Weil alle Hertha-Profis dasselbe Problem plagte: Nach drei Tagen in „Markus‘ Muckibude“ inklusive 16 Sprints die Treppen im Olympiastadion hinauf, hatten die Spieler schwere Beine. Kaum einer vermochte einem Gegner zu enteilen (Ausnahme Raffael). Falls sich etwa Valeri Domovchiyski vorgenommen hatte, seinem Trainer zu zeigen, dass er als Ersatzspieler verschenkt ist, gelang das nicht. Der Bulgare durfte endlich mal als Stürmer ran (neben Abu Bakarr-Kargbo), aber irgendwie traf er stets die falsche Entscheidung. Wo der freistehende Rukavytsya anzuspielen war, nagelte Domovchiyski den Ball in den Rücken seines Gegenspielers. Wo er Raum zum schießen hatte, versuchte er eine Flanke – Domo fehlt es an einem Erfolgserlebnis.

@apollinaris Fotowunsch kann ich nicht erfüllen, der Sportkamerad Kargbo war partout nicht auf ‚meiner‘ Seite im Einsatz, wo die Fotovorrichtung des iPhones seinen Dienst tun kann. Wie auf den Bildern zu sehen ist, tummelten sich da vornehmlich Ronny (hier in seinem wohl einzigen Sprint , Fotos: ub) und Rukavytsya. Kargbo ist wie alle U23-Spieler in dieser Partie schwerlich einzuschätzen. Er hatte kaum klare Aktionen. Eine Chance, die aber wurde von Eintracht-Torwart Petkovic zur Ecke abgewehrt. Seine Art zu spielen, erinnert mich ein wenig an die von Gerald Asamoah, aber vielleicht ist das ungerecht.

Nach der Pause waren John Brooks, Terrence Boyd, Fabian Holland, Alfredo Morales und Sascha Bigalke im Einsatz. Der Trainer lobte hinterher: Holland habe einen guten linken Außenverteidiger gegeben, Brooks sicher im Abwehrzentrum gestanden, alle seien sehr engagiert gewesen. Bigalke freute sich über seinen ersten Einsatz nach fünf Monaten Pause. „Ich war überrascht, dass ich nach nur drei Tagen im Training dabei bin.“

Mir ist Morales aufgefallen, der sich zwei-, dreimal was zugetraut hat, aber am Ende auch keine entscheidende Aktion einleiten konnte. Von den Stammspielern waren alle im Einsatz. Egal, ob ihr morgen in anderen Zeitungen anderes lest: Niemand hat geglänzt. Nur Maikel Aerts saß in grauer Jogging-Hose auf der Tribüne und schaute den Kollegen zu. Auch Manager Michel Preetz und Ex-Profi Axel Kruse waren da (übrigens Danke für den Kaffee). Die heimlichen Stars des kühlen Nachmittags im Amateurstadion indessen saßen gut gewärmt im Kinderwagen: vier strahlend blaue Augen und sieben Monate jung – die Zwillingstöchter von Ex-Profi und Zeugwart Hendrik Herzog.

Die Hertha-Aufstellung: Burchert (46. Sejna) – Lell (46. Morales), Mijatovic (46. Brooks), Janker, Ronny – Niemeyer, Raffael (62. Bigalke) – Rukavytsya (62. Holland), Domovchiyski, Ebert – Kargbo (46. Boyd).

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