Mijatovic schwärmt von einer einmaligen Chance im Leben, Aerts schweigt

(ub) – Samstagnachmittag. Eine Tasse Darjeeling dampft auf meinem heimischen Schreibtisch. Im Radio läuft die Bundesliga-Schlußkonferenz – Luxus für einen Fußballreporter. Normalerweise ist der Fußball-Reporter am Samstag mit seiner Mannschaft unterwegs. Oder sorgt in der Redaktion dafür, dass die Bundesliga-Texte für die Sonntagsausgabe in die Morgenpost einfliegen. Also ausnahmsweise ein freier Tag. Ein Tag, an dem dennoch die Informationen zu Hertha unbeschwert und heiter um mich herum schwirren. Als ich heute morgen morgen mein Telefon anschalte – zugegeben, es war etwas später – hatte meine Schwester um 11 Uhr eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen. „Deine Jungs sind gerade auf dem Flughafen München. Ich habe sie gleich an den blauen Trainingsanzügen und dem großen BERLIN auf dem Rücken erkannt. Einige stöbern im Presse-Shop, andere essen Leberkässemmel.“

Schön, dass meine Schwester an ihren Bruder gedacht hat. Nach dem Rückflug von München nach Tegel war ich bei strahlendem Sonnenschein beim Auslaufen auf dem Trainingsgelände. 14 Spieler liefen eine 30-Minuten-Runde auf dem Gelände des Olympiaparks mit Co-Trainer Rainer Widmayer – Markus Babbel war in seiner Heimatstadt geblieben. Wobei, wer auf dem Bild genau schaut, entdeckt Ex-Profi und Zeugwart Hendrik Herzog im Pulk (Fotos: ub).

Nicht dabei waren Andre Mijatovic, der sich beim 1:1 in Ingolstadt eine Verhärtung an der rechten Wade zugezogen hat. Auch Adrian Ramos wurde behandelt (Prellung nach Pferdekuss am Oberschenkel). Maikel Aerts radelte wie immer nur auf dem Ergometer. Der Torwart, der mit einem gehaltenen Elfmeter sowie einigen Paraden seiner Mannschaft den Punkt gerettet hatte, wollte indessen auch heute nicht mit den Medien reden.

Dafür sprach Kapitän Mijatovic über seinen Keeper (hier am rbb-Mikrofon). „Maikel hat nach seinen, sagen wir unglücklichen Wochen, in Ingolstadt ein sehr starkes Spiel gemacht. Das ist so im Fußball. Manchmal brauchst du einen Ball – und du bist wieder da. Für Maikel war das der gehaltene Elfmeter.“ Wichtiger als der Torwart war Mijatovic der Blick auf die Ausgangslage. Hertha führt mit nun noch zwei Punkten die Zweitliga-Tabelle vor dem FC Augsburg (54 Zähler). „Jetzt sind wir in der entscheidenden Phase der Saison. Wir haben eine sehr gute Lage. Wir haben die beste Truppe. Und ich bin mal gespannt, wie die Konkurrenz mit dem Druck klarkommt.“

Verwundert war der Kapitän über die Frage, wie man über die zweiwöchige Länderspiel-Pause die Konzentration hoch halten könne. „Ich brauche in der Kabine nichts über Motivation zu sagen. Wir sind Tabellenerster. So eine Chance, aufzusteigen, hat man vielleicht nur einmal im Leben. Die wollen bei uns wirklich alle nutzen.“

Jetzt Ihr: Hertha hat bis zum Saisonende noch vier Heimspiele und drei Auswärtspartien. In der Hinrunde war die Mannschaft zuhause bärenstark und auswärts mäßig. In der Rückrunde ist das Team hingegen auswärts noch ungeschlagen (fünf Siege, ein Remis). Ist der Spielplan ein Vor- oder ein Nachteil für Hertha? Wie beurteilt Ihr das Auftreten von Maikel Aerts? Und was gibt es zum Trainer zu sagen, der das Auslaufen seinem Co überläßt?

Ansonsten: Nutzt das Wochenende, raus an die frische Luft