Hertha muss sich in Ingolstadt mit einem 1:1 begnügen, Aerts pariert Elfmeter

(ub) – Sechs Minuten vor dem Ende war der Traum vom sechsten Auswärtssieg in Folge ausgeträumt. Hertha BSC musste trotz der 1:0-Führung von Pierre-Michel Lasogga beim FC Ingolstadt mit einem 1:1 (0:0) vorlieb nehmen. Nach 27 Spieltagen hat der Spitzenreiter der Zweiten Liga nun 56 Punkte auf dem Konto. Die Noten vom Kollegen Kleinemas live aus dem Audi-Sportpark.

Die Einzelkritik

Maikel Aerts: Dieses Spiel wird ihm gut tun. Nach einer kleinen Schrecksekunde zu Beginn der Partie, als er beim Klären Mijatovic anschoss, fing er sich und machte seine Sache gut. Keine Wackler mehr bei hohen Bällen, bei zwei abgefälschten Bällen reaktionsschnell. Den mittelmäßig platzierten, aber hart geschossenen Elfmeter von Stefan Leitl parierte er stark, dazu seine Parade beim Kopfball von Hartmann, den er über das Tor lenkt (79.). Beim Gegentor war Aerts machtlos. Aller Kritik der vergangenen Wochen zum Trotz: Das war ein sehr starker Auftritt, auf der anderen Seite darf eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen auch mal auf den Torwart zählen dürfen. Note: 2

Christoph Janker: Grundsolide Vorstellung in der Abwehr, mehr aber auch nicht. Im Angriffspiel lief über die rechte Seite nichts. Aber das wird von ihm auch nicht erwartet. Note: 4

Roman Hubnik: Einmal mehr der Garant für eine stabile Abwehr. Hatte ein ums andere Mal gerade noch so den Fuß dazwischen, oder – besonders schmerzvoll – einmal sogar den Hinterkopf. Sicheres Stellungsspiel, ließ gemeinsam mit Mijatovic nur wenig zu. Note: 3

Andre Mijatovic: Stand seinem Partner in nichts nach, hatte nur zu Anfang einen groben Stellungsfehler, als er Leitl hinterherlaufen musste und Glück hatte, dass seine brenzlige Klärungsaktion nicht gepfiffen wurde. Danach sicher, gute Abstimmung mit Hubnik. Note: 3

Ronny: Überzeugte vor allem in der ersten Hälfte, sieht man von dem von ihm verursachten Elfmeter ab. Erfüllte seinen Job als Verteidiger sonst souverän, vor allem deshalb, weil die meisten Angriffe über seine Seite gestartet wurden. Ging mehrfach resolut dazwischen, wenn seine Mitspieler abwarteten. Schaltete sich nach Kräften in die Offensive ein. Beste Szene: Sein Solo in der 15. Minute. Note: 3

Raffael: Sein Spiel ist schwer zu beurteilen. Top-Quoten bei Zweikampfstärke und Passgenauigkeit stehen auf der einen Seite, die Tatsache, dass er dem Spiel nur in Einzelaktionen seinen Stempel aufdrücken konnte, auf der anderen. Sicher: Von ihm sind nicht ständig Wundertaten zu erwarten. Auch hatte er Pech, dass seine Mitspieler viele seiner Aktionen nicht zu Ende dachten (spielten). Aber Szenen wie in der 66. Minute, als er von der rechten Auslinie ganz stark nach innen zog, mit Rukavytsya Doppelpass spielt und nur knapp scheitert, dürfte er dennoch häufiger zeigen…. Gibt am Ende eine stärkere Note 3

Fabian Lustenberger: Ordentlicher Job in der Defensive, bemühte sich vor allem in der Anfangsphase, auch nach vorne zu spielen. Einzig, er wirkte dabei häufig etwas hektisch, spielte den Ball häufiger direkt und hoch, statt ihn erst zu kontrollieren. Insgesamt ordentlich Note: 3

Patrick Ebert: Das war nicht sein Spiel, und das merkte er auch selber, in dem er des Öfteren lamentierte. Ihm gelang nicht viel im Spiel nach vorne. Allerdings, und da sieht man, wie eng im Fußball die Extreme beieinander liegen: Seine starke Hereingabe, scharf vor das Tor gezogen (22.), muss an sich einen Abnehmer finden. Dann ist er der Held, so bleibt am Ende ein Spiel, bei dem er nach seiner langen Verletzung wohl den körperlichen Anforderungen von zwei Spielen binnen fünf Tagen Tribut zollen musste. Unter dem Strich mit etwas Wohlwollen Note 4

Adrian Ramos Es war wie manchmal mit ihm. Fiese Zweikampfwerte, phasenweise lustloses Spiel. Dann aber geniale Momente im Zusammenspiel mit Raffael, gleich nach 30 Sekunden hätte er treffen können. Auch konnte man ihm in Ingolstadt nicht das Bemühen absprechen, das Spiel an sich zu reißen. Häufig ließ er sich tief fallen. Dafür einen Fleißkeks, aber Ramos kann mehr. Note 4

Nikita Rukavytsya Licht und Schatten, wie so häufig. Schnelle Antritte provozieren Freistöße und Ecken, geniales Zusammenspiel mit Raffael (66.). Dann tauchte er wieder vollkommen ab. Sein Wert für das Spiel ist dennoch erkennbar, zumal er häufig noch auf der schwachen Ebert-Seite aushalf. Note 3

Pierre-Michelle Lasogga Nimmt man es genau, gelang ihm nicht viel außer seinem Tor. Er setzte stets nach, rackerte viel. Aber gut, am Ende muss er treffen, das hat er getan. Löblich, dass er am Ende freimütig einräumte, eine Aktie am Gegentor zu haben – Matip war sein Mann. Ein Tor erzielt, eins mitverschuldet – Note 3

Nico Schulz Seine erste Ballberührung war die Vorlage zum Siegtor, nach rund 20 Sekunden auf dem Platz. „So stelle ich mir jede Einwechslung vor“, scherzte Babbel. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Fanol Perdedaj Seine Wechsel sollte das Spiel stabilisieren, das Gegenteil war der Fall. Daran hatte er aber keine Schuld, die Fehler machten andere.

Rob Friend Babbels letzter Trumpf stach nicht, das ist aber keinem Spieler zum Vorwurf zu machen, der nur zwei Minuten spielt.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.