Hertha: Alkohol-Abstinenz für den Aufstieg

(ub) – Die Stimmung war gut, wen wundert’s. „Rote Karte für Domo, grün spielt in Unterzahl“, witzelte Trainer Markus Babbel. Valeri Domovchiyski schmunzelte nur ein wenig, der Mittelfeldspieler warf sein grünes Leibchen beiseite und stapfte mitten im Trainingsspiel in Richtung Kabine.

Der Bulgare zeigte auf seine Seite, ob er Rippen- oder Rückenprobleme hatte, war nicht klar auszumachen. Es schien aber nix ernstes zu sein.Weshalb die verbleibenden 17 Spieler statt dem obligatorischen Auslaufen fröhlich auf vier kleine Tore kickten (Rob Friend/li. gegen Alfredo Morales /Fotos: ub). Nicht dabei waren am Tag nach dem 2:0 bei Greuther Fürth: Maikel Aerts, der Torwart durfte wie immer nach Spielen drinnen regenerieren. Levan Kobiashvili fehlte weiter wegen einer Grippe. Und Fabian Lustenberger wurde wegen einer Wadenverhärtung behandelt. Bei Kobiashvili und Lustenberger ist offen, ob die Zeit bis zur Auswärtspartie am Freitag in Ingolstadt reicht.

Nach einer knappen halben Stunde lautstarken Spielens kündigte Trainer Babbel an: „Das nächste Tor entscheidet.“ Um 17 Sekunden später – kein Team hat getroffen – zu verkünden: „Feierabend.“

Lautstark beklatschten sich beide Mannschaften, jede fühlte sich als Sieger (Dieser Ball war drin: Ronny/hinten zieht ab, Perdedaj dreht sich ab).

17. Sieg im 26. Saisonspiel – im Anschluß an die Begegnung in Fürth hatte Trainer Babbel seine Lieben im Mannschaftshotel in Herzogenaurach nochmal in die Pflicht genommen. In einer kurzen, aber intensiven Ansprache schwor der Coach das Team auf das Finale ein: Professionalität sei gefragt. Fokussieren auf den Job. Nicht nur beim Training und in den Spielen. Rund um die Uhr sei alles dem Ziel Wiederaufstieg unterzuordnen.

– Gutes Essen, kein Fastfood. Kein oder wenig Alkohol.

– Männer, ihr fordert viel von euren Körpern. Gebt ihm Pausen. Schlaft gut, auch mal mittags die Beine hochlegen.

– Bewahrt auch bei den Medien die Ruhe: Jetzt keine Interview-Marathons oder Homestorys. Noch ist nix erreicht.

Am Ende bedankt sich Babbel ausdrücklich für die professionelle Vorbereitung zum Fürth-Spiel und die souveräne Leistung in der Trolli-Arena.